Into the Woods - Interview mit Regisseur Rob Marshall sowie den Hauptdarstellern Anna Kendrick & James Corden

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  • Into The Woods
    Seit dem 19. Februar 2015 verzaubern Meryl Streep, Johnny Depp, Chris Pine, Emily Blunt und Anna Kendrick die Kinobesucher in der Leinwandadaption des erfolgreichen Broadway-Musicals Into the Woods. Der Film verknüpft die klassischen Erzählungen von Aschenputtel, Rotkäppchen, Rapunzel und Hans und die Bohnenranke zu einer ganz neuen Geschichte rund um einen Bäcker und seine Frau, ihren Wunsch nach Kindern und den Fluch, den eine Hexe auf sie gelegt hat.

    Anlässlich zum Kinostart des außergewöhnlichsten Märchens aller Zeiten hat uns unsere Partnerseite Entania einen Teil ihrer Interviews mit den Hauptdarstellern Anna Kendrick ("Up in the Air", "Pitch Perfect") und James Corden ("One Chance - Einmal im Leben") sowie dem Regisseur Rob Marshall ("Chicago", "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten") zur Verfügung gestellt. Die Links zu den vollständigen Interviews findet ihr am Ende des Artikels.

    Interview mit Regisseur Rob Marshall

    Worin lag die größte Herausforderung bei der Realisierung von "Into the Woods"?

    Rob Marshall: Als erstes geht es um die Entscheidungen, die man treffen muss, um so ein Bühnenstück auf die Leinwand zu bringen. Das ist wirklich hart, da man einerseits das Original ehren will, aber andererseits die Besonderheiten des Films berücksichtigen muss. Als erstes fragte ich also James Lapine, den Drehbuchautor der Vorlage, auch für uns das Drehbuch zu schreiben und ich fragte Stephen Sondheim, den Schöpfer des Musicals, mit uns zusammenzuarbeiten. Ich war sehr beeindruckt von den beiden, weil sie so flexibel waren, wenn es darum ging, aus dem Bühnenstück einen Film zu machen. In gewisser Weise waren sie flexibler als ich [lacht]. Es war toll, die beiden an meiner Seite zu haben. Das machte mich zuversichtlich.

    Die Zusammenarbeit verlief also reibungslos?

    Marshall: Ich komme ebenfalls vom Theater und hatte dort bereits mit Stephen Sondheim gearbeitet. Ich kannte ihn also und ich kannte auch James bereits. Um seine Arbeit machen zu können, muss man sein Ego zu Hause lassen. Das weiß auch Stephen Sondheim. Also unterhält man sich über die Dinge, die im Film funktionieren und die Dinge, die man nicht einfach aus dem Bühnenstück übernehmen kann.



    Welche Musical-Filme sind Ihre persönlichen Favoriten?


    Marshall: "Cabaret". Ich liebe Bob Fosses "Cabaret". Stanley Donens "Singin' in the Rain". Ich liebe auch Vincente Minnellis "Meet Me in St. Louis" und William Wylers "Funny Girl". Ich könnte ewig so weitermachen, weil das meine Welt ist. Robert Wise' "The Sound of Music" ist ebenfalls fantastisch. Es ist nicht einfach, Musicals auf die Leinwand zu bringen. Man kennt die Musical-Filme, in denen es sich sehr merkwürdig anfühlt, wenn die Leute auf einmal anfangen zu singen. Ich versuche immer, dass es sich organisch anfühlt. Wenn die Charaktere anfangen zu singen, muss es sich anfühlen, als ob sie sich diesen Moment verdient hätten. Die Szene muss nahtlos ins Singen und das Singen wieder nahtlos in die Szene übergehen. Das ist nicht einfach, doch ich versuche das immer zu erreichen.

    Wie fühlt es sich an, einer der letzten Regisseure von Musical-Filmen zu sein?

    Marshall: Ich fühle mich ein wenig einsam [lacht]. In den 40ern und 50ern hat jeder Musicals gedreht. Ich bin so stolz auf das Genre und ich glaube an das Genre. Als ich "Chicago" gemacht habe, hieß es, dass es nur noch animierte Musical-Filme geben würde. Ich dachte, dass sich niemand "Chicago" anschauen würde. Ich wurde jedoch angenehm überrascht und ich bin stolz darauf, dass wir die Tür wieder ein bisschen weiter geöffnet haben mit diesem Film. Inzwischen gibt es wieder einige Musical-Filme mehr. Das Genre kommt nie aus der Mode, man muss es nur mit der nötigen Sorgfalt angehen.

    Autor: Carlos Corbelle


    Interview mit Hauptdarstellerin Anna Kendrick

    Worin lagen die größten Herausforderungen beim Drehen von "Into the Woods"?


    Anna Kendrick: Ich glaube nicht, dass es etwas Herausfordernderes gibt, als ein Stück von Stephen Sondheim zu singen. Es macht unglaublich viel Spaß, doch es ist schwierig, es richtig hinzubekommen. Sondheims Melodien sind ein Geschenk, doch man muss hart dafür arbeiten.

    Es muss Spaß gemacht haben, eine etwas andere Version von Cinderella zu spielen.

    Kendrick: Ja, absolut. Allerdings ist es nicht meine Leistung, dass Cinderella anders als sonst angelegt ist. Für die Figur zeichnet Sondheim verantwortlich. Doch ich bin sehr dankbar, dass ich seine Version von Cinderella spielen konnte.

    Wie witzig war es, an der Seite von Chris Pines albernem Prince Charming zu spielen?

    Kendrick: Es war sehr witzig. Alleine sein Haar. Sein Haar ist der eigentliche Star des Films. Ich glaube, dass Chris' Haare ein Eigenleben führen. Wenn er sich durch die Haare fährt, stehen sie auf einmal in einer irren Weise ab. Vor allem, wenn er trinkt. Im Grunde kann man an seinen Haaren erkennen, wie viel er getrunken hat.



    Wie war es, mit Meryl Streep zu arbeiten?

    Kendrick: Sie versteht es sehr gut, dir das Gefühl zu geben, dass sie auch bloß ein weiteres Teammitglied ist. Es ist ihr wichtig, dass sich die Leute um sie herum wohl fühlen. Davon abgesehen, habe ich sie nie glücklicher als mit ihrem hässlichen Hexen-Make-up erlebt. Sie war dann sehr verspielt. Ich glaube, dass sie als Kind so ähnlich gewesen sein muss.

    Wie gehen Sie mit Ihrer Berühmtheit um?

    Kendrick: Ich weiß es nicht [überlegt lange]. Es ist seltsam. Wenn jemand etwas Hässliches über mich schreibt, registriere ich es kurz, lege es dann aber auch gleich wieder zu den Akten. Diese Dinge passieren einfach.



    In letzter Zeit haben Sie mehrere Filme gedreht. Wie kommen Sie mit dem enormen Arbeitspensum zurecht?

    Kendrick: Ich ziehe es einfach vor, zu arbeiten, als nicht zu arbeiten. Vielleicht sollte ich mit einer gewissen Strategie an die Sache herangehen, doch ich denke nicht allzu sehr darüber nach. Sobald ich einen Film beendet habe, frage ich: Was steht als nächstes an? Außerdem möchte ich keine Angst davor haben, auch mal zu scheitern. Ein Risiko wird erst dann zum Risiko, wenn man auf die Nase fallen kann. Das ist okay.

    Sind Sie auch mal neidisch auf andere Schauspieler, die eine bestimmte Rolle bekommen?


    Kendrick: Normalerweise nicht, da die Leute, die solche Rollen bekommen in der Regel so verdammt gut sind. Dieses Gefühl habe ich höchstens dann, wenn jemand einen schlechten Job macht. Ich denke dann aber nicht, dass ich diese Rolle hätte bekommen sollen, sondern bloß, dass ich es anders gemacht hätte.

    Autor: Carlos Corbelle


    Interview mit Hauptdarsteller James Corden

    Wie hat sich Ihre Sicht auf die Welt verändert, seitdem Sie Vater sind?


    James Corden: Kinder verändern dich wirklich sehr. Das Schöne an "Into the Woods" ist, wie in dem Song "No one is alone" zwei Erwachsene zu zwei Kindern sagen, dass auch Riesen gut sein können und auch Hexen recht haben können und man selbst entscheiden muss, was gut und was richtig ist. Der Film sagt uns, dass einem auch üble Dinge widerfahren, ob man will oder nicht. So ist das Leben eben. In solchen Momenten kann es sich so anfühlen, als ob man vollkommen alleine auf der Welt wäre. Doch in Wahrheit steht man nicht allein damit da. Ich finde es gut, wenn Kinder das hören, anstatt ihnen zu sagen, dass immer alles toll ist. Egal, wer man ist oder was man tut: Schlimme Dinge bleiben im Leben nicht aus.

    Das ist das Tolle an Märchen: Es gibt trotz des Happy Ends düstere, unheilvolle Aspekte.

    Corden: Ja, das stimmt. Nur das "Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende" existiert in Wirklichkeit nicht. Märchen sagen dir zwar, dass das Leben schlimm sein kann, doch sie sagen dir auch, dass es für immer großartig sein kann, wenn man die Dinge nur richtig macht. Das Tolle an "Into the Woods" ist aber, dass Anna Kendrick als Cinderella eine erwachsene, selbstbewusste Frau ist, die erkennt, dass das Ganze sich nicht ganz so entwickelt hat, wie sie es sich vorgestellt hatte. Es gibt hier kein "Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende". Es ist wie bei den Leuten, die unglücklich sind und sich ein Lotterielos kaufen. Selbst wenn sie in der Lotterie gewinnen, kann man sicher sein, dass sie in einem Jahr immer noch unglücklich sind. Sie haben dann bloß bessere Schuhe an.



    Emily Blunt, die in "Into the Woods" Ihre Frau spielt, kennen Sie schon länger, nicht wahr?


    Corden: Ja, ich kenne sie schon eine ganze Weile. Als wir uns das erste Mal trafen, haben wir ein klein wenig über den Durst getrunken [lacht]. Leute, die den Film sehen, sagen mir immer, dass die Chemie zwischen uns beiden toll ist. Es ist großartig, mit ihr zusammenzuarbeiten. Für mich liefert sie in dem Film ihre beste Leistung ab und sie hat bereits sehr viele großartige Performances gegeben.

    So wie Sie hat ja auch Emily bereits ein Kind.

    Corden: Ja, während der Dreharbeiten war sie schwanger. Als jemand, der selbst Vater ist, konnte ich mich gut mit den Sorgen meines Filmcharakters identifizieren, der daran zweifelt, ob er ein guter Vater sein wird. Ob man nun Mutter oder Vater wird: Es gibt wohl niemanden, der ganz unbesorgt ist, wenn es soweit ist.

    Autor: Carlos Corbelle




    Inhalt: Eine böse Hexe (Meryl Streep) verlangt von einem Bäcker (James Corden) und seiner Frau (Emily Blunt), dass sie ihr drei Zutaten bringen, um ihnen den sehnlichen Kinderwunsch zu erfüllen. Dabei trifft das Pärchen auf allerlei Märchengestalten, wie z. B. Aschenputtel (Anna Kendrick) und ihren Prinz (Chris Pine), Rotkäppchen (Lilla Crawford), den Bösen Wolf (Johnny Depp) oder auch Rapunzel (Mackenzie Mauzy).

    Rob Marshall, Regisseur des Oscar®-prämierten Filmmusicals "Chicago" und von "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten", verfilmte den Welterfolg mit einem fulminanten Starensemble: Als böse Hexe, die eigentlich nur ihre Schönheit wiedergewinnen will, verflucht Oscar®-Gewinnerin Meryl Streep ("Im August in Osage County", "Der Teufel trägt Prada") den Bäcker James Corden ("One Chance - Einmal im Leben") und seine Frau Emily Blunt ("Edge of Tomorrow", "Looper"). Anna Kendrick ("Up in the Air", "Pitch Perfect") schlüpft auf der Suche nach ihrem Märchenprinzen, der von Chris Pine ("Star Trek Into Darkness") verkörpert wird, in Aschenputtels Schuhe. Johnny Depp ("Pirates of the Caribbean"-Reihe, "Lone Ranger") hat als böser Wolf ein Auge auf Rotkäppchen geworfen, die erste Filmrolle von Lilla Crawford („Annie“). In weiteren Rollen sind Daniel Huttlestone ("Les Misérables"), Golden Globe Gewinnerin Tracey Ullman ("Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche"), Christine Baranski ("Mamma Mia", "Chicago"), MacKenzie Mauzy ("Brother's Kepper") und Billy Magnussen ("Boardwalk Empire") zu sehen. Das Drehbuch lieferte James Lapine, der 1988 für "Into the Woods" den Tony® Award für das beste Musical Libretto erhielt.

    Das Musical „Into the Woods“ feierte am 5. November 1987 im Martin Beck Theater am Broadway Premiere. Die Produktion war in 764 Vorstellungen zu sehen und gewann den Tony® Award für die „Beste Originalmusik“, das „Beste Musical Libretto“ und die „Beste Hauptdarstellerin in einem Musical“ (Joanna Gleason). In der Kinofassung können sich die Zuschauer nun neben bekannten Liedern aus der Originalproduktion wie „Children Will Listen“, „Giants in the Sky”, „On the Steps of the Palace”, „No One Is Alone” und „Agony” auf einen neuen Song freuen, den Stephen Sondheim extra für die Filmadaption verfasst hat.

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