Avengers: Age of Ultron

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  • In Joss Whedons "Avengers" - Fortsetzung bekommen es die Rächer diesmal mit einem scheinbar übermächtigen Gegner mit dem Namen Ultron zu tun, der fest entschlossen ist, die gesamte Menschheit zu vernichten. Die Rächer sind gezwungen unberechenbare Allianzen einzugehen, um Ultron aufzuhalten.

    Regisseur und Drehbuchautor Joss Whedon genießt nicht erst seit "Marvel's The Avengers" ein hohes Ansehen unter Fans weltweit. Bereits in der Vergangenheit beweis er bereits mit den Serien "Buffy - Im Bann der Dämonen", "Angel - Jäger der Finsternis" und "Firefly - Der Aufbruch der Serenity" sein Gespür für interessante Charaktere, die nicht nur oberflächlich behandelt werden und fantastische Geschichten. Zudem gelingt es ihm wie kaum einem anderer Regisseur und Drehbuchautor eben diese oftmals vielen Charaktere mit den perfekten Zutaten in einen Topf zu werfen, ohne dass dieser am Ende überschwappt. Die Serie "Firefly" war damals in den USA zwar kein Quotenhit und wurde dadurch leider bereits nach nur einer Staffel abgesetzt, entwickelte sich allerdings schnell zur Kultserie mit einer enormen Fanbase. Eben dieser großen Anzahl an Fans ist es zu verdanken, dass die Serie sich zu einem echten Verkaufserfolg auf DVD mauserte und Whedon zwei Jahre später ermöglichte die Handlung der Serie mit dem Kinofilm "Serenity" abzuschließen.

    Es ist sicherlich kein Zufall, dass man ihn vor ein paar Jahren verpflichtete Marvel's Mammutprojekt "The Avengers" zu stemmen nicht nur das Drehbuch abzuliefern, sondern auch gleich höchstpersönlich auf dem Regiestuhl platz zu nehmen. Das Ende der Geschichte ist bekannt: Der Film katapultierte sich in die Liga der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, mit einem Einspielergebnis von über 1,5 Milliarden US-Dollar. Auch optisch und inhaltlich konnte der Film als voller Erfolg für Marvel und Disney gewertet werden. Der Film stellte Kritiker und Fans gleichermaßen zufrieden und sorgte für einen regelrechten Hype im erfolgreichen Comicverfilmung-Genre, dem es vermutlich auch zu verdanken ist, dass Projekte wie "Guardians of the Galaxy" und "Ant-Man" heute kein Wunschdenken mehr sind. Es stellte sich daher auch nie so wirklich die Frage wer die Fortsetzung inszeniert, sondern ob Joss Whedon es noch einmal macht. Ein anderer Regisseur kam letzten Endes nicht in Frage und so stellte sich Whedon der großen Herausforderung. Wenn, dann schon richtig: Auch für die Fortsetzung Avengers: Age of Ultron schrieb er selbst wieder das Drehbuch und führte nebenbei noch Regie. Die Mühe hat sich ausbezahlt, soviel können wir an dieser Stelle schon einmal verraten.

    Kritik:
    Avengers: Age of Ultron beginnt temporeich und wirft den Zuschauer mitten ins Geschehen. Ausgefallene Actionszenen wechseln sich mit lustigen Dialogen der Hauptdarsteller ab. Neueinsteiger dürften hier zu Beginn etwas überfordert sein und so ist es empfehlenswert zumindest den Vorgänger zu kennen. Untermalt wird der Beginn mit dem bekannten "Avengers" Theme, das nahezu unverändert und konsequent übernommen wurde und mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist. Generell haben die beiden Komponisten Danny Elfman und Brian Tyler sehr gute Arbeit geleistet und erfolgreich das Erbe von Alan Silvestri angetreten, der im Vorgänger für den Soundtrack verantwortlich war. Die Musik wirkt stimmig und drängt sich nur selten in den Vordergrund. Besonders auffällig tritt der Soundtrack dann aber in den düsteren sowie emotionalen Szenen in Erscheinung. Emotional sowohl in traurigen Momentan, als auch in Szenen, die einem Freundentränen aus den Augen kullern lassen.


    Wie schon angedeutet kommt auch in der Fortsetzung der Whedon typische Humor nicht zu kurz und sorgt für einige Lacher, die den Film etwas auflockern und für kleine Verschnaufpausen sorgen. Diese sind auch nicht verkehrt denn auch "Age of Ultron" ist sehr tempo- und actionreich und stellenweise auch recht düster und brutal ausgefallen. Generell nimmt sich der Film etwas ernster und behandelt dementsprechend auch die Hauptdarsteller so. Eben diese Szenen sind ein echtes Highlight im Film und heben "Age of Ultron" von anderen Comicverfilmungen ab. Die einst stereotypisch wirkenden Helden werden aus einer anderen Sichtweise beleuchtet und offenbaren dunkle Geheimnisse, Ängste und Gefühle. Whedon macht sie damit menschlicher, für den Zuschauer greifbarer, ihre Motive und Ziele werden deutlicher und plausibler. Die Art und Weise wie das geschieht ist zwar relativ einfach gestrickt und nicht neu, entfaltet aber eine große Wirkung auf den Zuschauer und natürlich auch auf den weiteren Verlauf der Geschichte.


    Aufgrund der vielen Hauptdarsteller war man im Vorfeld zum ersten Teil damals berechtigterweise etwas skeptisch. Nicht umsonst gilt das Sprichwort: "Zu viele Köche verderben den Brei." Ist der Zuschauer damit beispielsweise überfordert? Bekommen alle Hauptdarsteller genug Szenen? Wie verpackt man die unterschiedlichen Charaktere stimmig miteinander? Wirkt der ein oder andere Charakter vielleicht fehl am Platz? Im ersten Teil ist Whedon das Kunststück gelungen diese Fragen sinnvoll zu lösen. Gelingt ihm das auch im zweiten Teil, der noch mehr Hauptdarsteller bietet? Ja, alle altbekannten Hauptdarsteller bekommen genügend Aufmerksamkeit und ein bestimmter Charakter diesmal mehr als man erwartet. Diese Szenen stellen ein besonderes Highlight im Film dar und möchten an dieser Stelle auch nicht weiter kommentiert werden, um den Überraschungsmoment nicht vorwegzunehmen. Generell stimmt die Chemie zwischen den Darstellern auch in der Fortsetzung so wie man es erwartet. Es ist einfach herrlich anzusehen wenn sich die Charaktere gegenseitig lustig übereinander machen oder sich Wortgefechte liefern. Die neuen Hauptcharektere gliedern sich nahtlos in den Film ein und wirken keinesfalls befremdlich oder überflüssig. Whedon ist es gelungen die Personen sinnvoll in die Handlung zu integrieren. Von den ein oder anderen Charakter hätte man vielleicht gerne das ein oder andere mehr gesehen oder erfahren, das lässt sich aber verschmerzen.

    Zur Handlung sei an dieser Stelle auch nicht viel verraten, nur so viel: Die Trailer zum Film führen einen teilweise an der Nase herum und sind stellenweise raffiniert geschnitten. Erwarten sollte man dennoch keine komplexe Handlung oder gar zu anspruchsvolle Szenen. Dennoch bietet der Film auch Momente, die einem zum nachdenken anregen können. Auch trifft "Age of Ultron" den Nerv unserer Zeit, in einer Gesellschaft in der alles vernetzt und überwacht wird und es einen kaum noch zu interessieren scheint.


    Der Widersacher 'Ultron' wurde im Film sehr gut umgesetzt. Die Szenen in denen er auftaucht sind klasse inszeniert und bieten tolle Dialoge und werten den Film deutlich auf. Besonders profitiert 'Ultron' dabei von seiner markanten Stimme. Kein Geringerer als Schauspieler James Spader leiht dem Widersacher seine Stimme. Wer die Möglichkeit hat den Film im Originalton zu sehen, sollte das zumindest mal in Erwägung ziehen.
    Zu guter letzt zu den Spezialeffekten: Diese sind wieder allererste Sahne und hauen einen stellenweise vom Hocker. Alleine die Animationen von 'Hulk' haben im Vergleich zum ersten Teil nochmals einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Auch 'Ultron' sieht verdammt echt und stellenweise auch angsteinflößend aus. Die gute Nachricht zum Schluss: Jeder Charakter bekommt im Film seine ganz persönlichen Action-Szenen, die teilweise recht kreativ umgesetzt und mit tollen Kamerafahrten eingefangen wurden. Kameramann Ben Davis hat hier wirklich gute Arbeit geleistet.

    Fazit:

    Avengers: Age of Ultron erfindet zwar das Superhelden-Rad nicht neu und ist gegen Ende hin etwas zu hektisch, bietet dafür aber über zwei Stunden brachiales Popcornkino und schlägt dabei auch ernstere Töne an.

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2:
    Bewertung: 8.5/10


    Infos
    Originaltitel:
    Avengers: Age of Ultron
    Land:
    USA
    Jahr:
    2015
    Studio/Verleih:
    Marvel / Disney
    Regie:
    Joss Whedon
    Produzent(en):
    Kevin Feige, Victoria Alonso, Mitchell Bell, Louis D'Esposito, Jon Favreau, Kevin Feige, Alan Fine, Jeremy Latcham, Stan Lee, Patricia Whitcher
    Drehbuch:
    Joss Whedon
    Kamera:
    Ben Davis
    Musik:
    Danny Elfman, Brian Tyler
    Genre:
    Science-Fiction, Action, Comicverfilmung
    Darsteller:
    Robert Downey Jr., Chris Hemsworth, Chris Evans, Scarlett Johansson, Mark Ruffalo, Jeremy Renner, Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen
    Inhalt:
    Es ist einige Zeit vergangen, seit die Avengers New York gegen den Angriff einer außerirdischen Armee verteidigt haben. Jeder ist seitdem seinen eigenen Weg gegangen und manch einer hatte sein ganz persönliches Abenteuer zu bestehen. Als Milliardär Tony Stark ein stillgelegtes Friedensprogramm reaktiviert, gerät die Situation plötzlich außer Kontrolle und das Schicksal der Erde steht auf dem Spiel. Gemeinsam müssen sich die Avengers Iron Man, Thor, Hulk, Captain America, Black Widow und Hawkeye gegen den scheinbar übermächtigen Ultron stellen, der wild entschlossen ist, die gesamte Menschheit auszulöschen. Um seine Pläne zu vereiteln, müssen die Avengers unberechenbare Allianzen eingehen und in eine Schlacht von globalen Ausmaßen ziehen.
    Start (DE):
    23. April 2015
    Start (USA):
    01. Mai 2015
    Laufzeit:
    141 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://marvel.com/avengers

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