Alien: Covenant

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  • Einleitung


    Ridley Scott schuf 1979 mit seinem zweiten Spielfilm einen Science-Fiction Meilenstein, der die Zuschauer heute noch begeistert. In dunklen Gängen des Raumschiffs Nostromo mussten sich die Crewmitglieder um Ripley einem unbekannten und unheimlichen Wesen stellen. Das Xenomorph genannte Alien avancierte zum Kult und gehört mit seinem Design zu einem der besten Filmmonster der Filmgeschichte. Nach dem das Franchise mit dem grottigen Alien: Resurrection fast zu Grabe getragen wurde, waren die Fans Anfang 2011 aus dem Häuschen als Ridley Scott einen weiteren Alienfilm ankündigte. Als Prometheus 2012 in die Kinos kam waren jedoch viele enttäuscht, da dieser Film nur entfernt mit der Ur-Reihe verbunden war. Scott kündigte nach den Reaktionen an, dass es in der Fortsetzung eine Rückbesinnung zu den Wurzeln geben wird. Und so heißt der Film auch nicht mehr Prometheus, sondern Alien. Ob nun Alien: Covenant ein guter Alien Film geworden ist löst die Kritik auf.


    Kritik


    Die Ausgangslage hätte nach Prometheus nicht interessanter sein können. Auch wenn Prometheus sein volles Potenzial nicht vollständig nutzen konnte, wurden interessante Gedankengänge über das Leben und die Herkunft der Menschheit aufgeworfen. Jedoch verfolgt Scott diese Gedankengänge im neuen Film nur am Rande. Eher dienen sie als Verbindung zwischen Prometheus und Alien: Covenant. Die „Gott-Thematik“ ist weiterhin präsent, wird aber leider nur kurz angerissen. Aber diese Szenen sind handlungstechnisch am stärksten, besonders wenn sie durch Verweise wie Wagners Ankunft der Götter in Walhalla oder Percy Bysshe Shelleys Gedicht Ozymandias erfolgen. Abgesehen von den kurzen philosophischen Einschüben, die von David ausgehen steht die Handlung jedoch still.

    Hingegen ist zu sagen, dass Alien: Covenant gar nicht der story-getriebene Film sein will, sondern im Kern straighter Science-Fiction-Horror ist, der die „Action“ in den Vordergrund stellt. So funktioniert er auch großartig. In Sachen Inszenierung machen ohnehin nur die wenigsten Ridley Scott etwas vor. Der Film ist von Anfang bis Ende durchgehend kurzweilig und spannend inszeniert. Wenn der erste Neomorph (so heißt die neue Alien-Art) zum ersten Mal auftaucht, geschieht dies sehr intensiv und der Terror ist zu jeder Sekunde zu spüren. Ausnahmslos sind die Szenen in denen die Neomorphs als auch die Xenomorphs die Crew dezimieren unheimlich intensiv und brutal inszeniert. Covenant ist bei weitem der blutigste und brutalste Film aus dem Alien-Franchise, sodass Splatterfans einige nette Goreszenen erhalten. Auch sind die Actionszenen abwechslungsreich gestaltet und bieten unterschiedliche Szenerien.



    Visuell ist der Film, wie man es von Scott gewohnt ist, ein Genuss. Das Raumschiffinnere oder die Orte auf dem Planeten sind toll gestaltet. Besonders die Hallen auf dem Planeten sind gruselig und düster gestaltet. Die wunderschönen Landschaften Neuseelands sind das Sahnehäubchen und sorgen für eine wundervolle fremdartige Atmosphäre. Die Effekte sind state-of-art und fügen sich perfekt in den Film ein.

    Die Charaktere, mit Ausnahme von David, sind eindimensional und ziemlich uninteressant geschrieben. Sie werden nur kurz eingeführt, erhalten nur das notwendigste an Profil, um dann letztendlich brutal abgeschlachtet zu werden. Auch die von Katherine Waterston gespielte Daniels soll als Identifikationsfigur dienen, was auf Grund der geringen Charakterisierung jedoch nur teilweise gelingt. Zudem ist sie nur halb so bad-ass wie Ripley. Zumindest ist Daniels der Ruhepol der Truppe und besitzt im Vergleich zu anderen Figuren Menschenverstand, um sich gegen dumme Entscheidungen zu wiedersetzen. Bei so einer Art von Film ist es nicht schlimm, wenn die Figuren nicht so tief geschrieben sind, da sie oftmals den Zweck als Opfer erfüllen, aber zumindest den wichtigeren Figuren hätte ein wenig mehr Tiefe gutgetan. Der von Michael Fassbender gespielte Android David ist, wie schon in Prometheus, die mit Abstand interessanteste Figur im gesamten Film. Der äußerst Ambivalente Androide verfolgt seine Ziele skrupellos und treibt als einziger Charakter die Handlung an. Michael Fassbender spielt seine Doppelrolle als die Androiden Walter und David gewohnt großartig. Er schafft es beide Androiden unterschiedlich zu verkörpern und ihnen verschiedene Charakterzüge zu geben.

    Fazit


    Alien: Covenant ist ein gelungener Sci-Fi-Horror-Film geworden, der jedoch dem Franchise nichts wirklich neues hinzufügen kann. Ridley Scott gelingt es einen visuell beeindruckenden, kurzweiligen, spannenden und blutigen Film auf die Leinwand zu bringen, der besonders in seinen intensiven Horror-Action-Szenen hervorsticht. Als reiner Alien-Film und direkte Prometheus Fortsetzung könnte der Film möglicherweise einige Fans enttäuschen, aber als Sci-Fi-Horror ist Alien Covenant ein guter Film.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Alien: Covenant
    Land:
    USA
    Jahr:
    2017
    Studio/Verleih:
    20th Century Fox
    Regie:
    Ridley Scott
    Produzent(en):
    David Gerber, Walter Hill, Ridley Scott, Mark Huffam, Michael Schaefer
    Drehbuch:
    John Logan, Dante Harper
    Kamera:
    Dariusz Wolski
    Musik:
    Jed Kurzel
    Genre:
    Science-Fiction, Horror, Action
    Darsteller:
    Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demian Bichir, Carmen Ejogo, Jussie Smollett, Callie Hernandez, Amy Seimetz, Benjamin Rigby, James Franco
    Inhalt:
    Die Crew des Kolonieschiffs „Covenant“ ist unterwegs zu einem abgelegenen Planeten am anderen Ende der Galaxie. Dort entdecken sie etwas, das zunächst wie ein unentdecktes Paradies erscheint. Tatsächlich stellt es sich aber als dunkle, gefährliche Welt heraus. Als sie eine Bedrohung von kaum vorstellbarem Ausmaß entdecken, müssen sie einen erschütternden Fluchtversuch starten.
    Start (DE):
    18. Mai 2017
    Start (USA):
    19. Mai 2017
    Laufzeit:
    122 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://www.fox.de/alien-covenant

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