Gypsy - Staffel 1

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    Kritik


    Für viele ist der Streaminganbieter 'Netflix' ein Garant für gute Serien, doch dass es nicht immer hinhauen kann, wird nun mit Gypsy bewiesen, einer Serie, die als Psychothriller beworben wird, aber mit Thrill nur sehr wenig zu tun hat. Was alles an der Serie nicht gefallen hat und ob es vielleicht doch etwas gibt, was positiv aufgefallen ist, erfahrt ihr jetzt!

    Jean ist Ehefrau, Mutter und Psychiaterin. Ihre Klienten reichen hin von Junkie, die von der Mutter verstoßen wurde über Mutter, die unter ihrer Tochter leidet bis hin zum jungen Mann, der von seiner Freundin verlassen wurde. Doch für Jean steht nicht nur einfache Gesprächsführung an der Tagesordnung, sondern nimmt sie unter anderem Namen Kontakt zu den in den Therapiesitzungen besprochenen Menschen auf und fuscht in deren Leben rum. Doch wie weit kann Jean als Diane gehen, um sich nicht selbst zu verlieren oder mit ihrer unkonventionellen Methode aufzufliegen?

    Ja, die Geschichte klingt einigermaßen interessant, man hätte hier einen tollen Psychothriller zaubern können, der das Thema Identitätskrise und Manipulation hätte aufzeigen können, doch stattdessen bekommt der Zuschauer ein seichtes Erotik-Drama, das keinen Thrill bietet. Jean verliert sich immer mehr in ihren zwei Leben, auf der einen Seite die gelangweilte Hausfrau, die Angst hat, dass ihr Mann eine Affäre mit seiner attraktiven Sekretärin hat, auf der anderen Seite Diane Hart, eine Journalistin und Schriftstellerin, die ihre lesbische Seite mit der Ex-Freundin einer von Jeans Klienten entdeckt. Dabei scheint die Serie einfach nicht zu wissen, was sie eigentlich möchte, für einen Thriller ist sie nur selten spannend, für ein Erotik-Drama nie dramatisch und nur selten knisternd erotisch.

    Dabei gibt es tatsächlich den ein oder anderen guten Ansatz. Wenn Jean mit den Leuten, die sie als Diane kennengelernt hat, konfrontiert werden soll, zeigt sich die Therapeutin ungeheuer manipulativ, was für einige gute Momente sorgt. Hier zeigt sie Serie ihre psychologische Stärke. Leider passiert das zu selten (und oftmals schlecht) und auch erst relativ spät in den zehn Folgen der ersten Staffel. Auch gibt es einige interessante Charaktere, die leider unzureichend beleuchtet werden. Jeans Tochter wird im Verlauf der Serie gerade einmal neun Jahre alt und schwankt zwischen Geschlechtskrise und Verdacht auf ADHS, wieso wurde das nicht weiter beleuchtet? Wieso erfährt man nichts über die Sekretärin von Jeans Ehemann, die sich eindeutig an ihn ranmacht? Und und und...

    Aber nein, die Serie fokussiert sich einzig und allein auf Jeans Doppelleben und verliert sich dabei in langweiligen und mehr als schwachen Dialogen, lässt dabei kein Klischee aus und verstrickt sich immer mehr in unlogischen Situationen, die irgendwann kaum mehr nachvollziehbar sind. Dabei agieren die Charaktere zudem noch allesamt recht dumm und nicht nachvollziehbar, dass man sich wirklich fragen muss, wieso Naomi Watts so angetan vom Drehbuch war, dass sie unbedingt die Hauptrolle spielen wollte. Ob man hier merkt, dass "50 Shades of Grey" Regisseurin Sam Taylor-Johnson am Drehbuch und Regietisch saß, sei jetzt einfach mal so dahingestellt.

    Wenn man sich einmal von den schwachen Charakteren entfernt, machen die Schauspieler eine wirklich gute Figur. Besonders Naomi Watts spielt glaubhaft und zeigt in den Manipulations-Momenten, was sie drauf hat. Doch auch ihr Ehemann, gespielt von Billy Crudup spielt solide, genau wie Karl Glusman als verzweifelter Klient. Sophie Cookson als Jean/Dianes Geliebte macht ebenfalls eine sehr gute Figur. Wäre das Drehbuch besser, hätten alle Darsteller wohl noch mehr glänzen können. Aber hey, wenigstens stehen sie alle dank schöner Optik gut im Licht... ach ja, und der Soundtrack ist auch ganz gut.



    Fazit

    Gypsy ist eine sehr dialoglastige Serie, ohne gute Dialoge zu besitzen. Gypsy ist ein Psychothriller, ohne spannend zu sein. Gypsy ist ein Erotik-Drama, der nur selten erotisch ist. Gypsy hat tolle Schauspieler, die langweilige und schlechte Charaktere verkörpern. Gypsy ist eine 'Netflix'-Serie, die enttäuscht, zwar wie immer top gefilmt ist, aber im Grunde langweilt, weil sie nichts von all dem ist, was sie vorgibt zu sein, erst recht kein psychologischer Thriller.

    4/10
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    Infos
    Originaltitel:
    Gypsy
    Land:
    USA
    Jahr:
    2017
    Studio/Verleih:
    Netflix
    Regie:
    Coky Giedroyc, Victoria Mahoney, Alik Sakharov, Sam Taylor-Johnson, Scott Winant
    Produzent(en):
    Naomi Watts, Sam Taylor-Johnson, Tim Bevan, Lisa Rubin
    Drehbuch:
    Jonathan Caren
    Kamera:
    -
    Musik:
    Jeff Beal
    Genre:
    Thriller, Drama, Erotik
    Darsteller:
    Naomi Watts, Billy Crudup, Sophie Cookson, Karl Glusman
    Inhalt:
    Jean ist Ehefrau, Mutter und Psychiaterin. Ihre Klienten reichen hin von Junkie, die von der Mutter verstoßen wurde über Mutter, die unter ihrer Tochter leidet bis hin zum jungen Mann, der von seiner Freundin verlassen wurde. Doch für Jean steht nicht nur einfache Gesprächsführung an der Tagesordnung, sondern nimmt sie unter anderen Namen Kontakt zu den in den Therapiesitzungen besprochenen Menschen auf und fuscht in deren Leben rum. Doch wie weit kann Jean als Diane gehen, um sich nicht selbst zu verlieren oder mit ihrer unkonventionellen Methode aufzufliegen?
    Start (DE):
    30.06.2017
    Start (USA):
    30.06.2017
    Laufzeit:
    10x46-58 Minuten
    FSK:
    noch nicht geprüft

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