JSA - Joint Security Area

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  • Einleitung


    Mit JSA - Joint Security Area hatte Regisseur Park Chan-wook seinen großen Durchbruch in seiner Heimat Südkorea. Der Film lief auf zahlreichen Festivals und traf im Jahr 2000 den Geist der Zeit, in dem er eine Versöhnung zwischen Nord- und Südkorea thematisierte. Die Joint Security Area (Gemeinsame Sicherheitszone) ist ein Gebiet, was sich an der Grenze zwischen dem Norden und Süden Koreas entlangzieht. Es ist ein demilitarisierter Bereich, wo sich auch die berüchtigte Brücke ohne Wiederkehr befindet, auf der viele Gefangenenaustausche stattgefunden haben. Genau diese Brücke steht auch im Zentrum von Parks Filmbeitrag, als es dort zu einem tödlichen Zwischenfall kommt. Um diesen aufzuklären wird eine Ermittlerin der Aufsichtsbehörde der neutralen Nationen (Schweden und Schweiz) in das Gebiet geschickt. Zwischen den verschiedenen Staaten, ihren Ideologien und den unterschiedlichen Aussagen der beiden Seiten, versucht sie die Wahrheit aufzuklären. Immer mehr stellt sich heraus, dass der Süden und der Norden mehr Gemeinsamkeiten aufweisen, als sie zugeben möchten.

    Für Pulp Fiction-Regisseur Quentin Tarantino gehört der Film zu den besten zwanzig, die seit 1992 veröffentlicht wurden (das Jahr, in dem er mit Reservoir Dogs ins lukrative Filmgeschäft einstieg; Stand 2009). Ob seine Aussage berechtigt ist, zeigt sich im Folgenden.

    Kritik


    JSA teilt sich in drei Teile: Area, Security und Joint. Der erste befasst sich mit der Ermittlerin der neutralen Nationen und ihrer Befassung der offiziellen Aussagen der beteiligten Soldaten des Nordens und des Südens. Der Mittelteil konzentriert sich auf das, was wirklich zwischen den Soldaten passiert ist, bevor es zum tödlichen Zwischenfall kommt. Und im letzten Abschnitt steht die Wahrheit des letalen Ereignisses im Fokus. Gerade der Anfang und das Ende stellt die politischen Probleme des intensivsten Reibungspunktes der Beiden Staaten heraus. Wobei die Mitte die Sicht der Einzelnen beleuchtet, was die große Stärke des Werkes ist. Besonders durch den ersten Teil, der einen katastrophalen Ausgang prophezeit, entsteht im zweiten Akt eine unglaubliche Spannung. Die gekonnt erzählte Annäherung der Soldaten beider Seiten setzt die menschliche Seite genau derer in den Mittelpunkt, wodurch eine starke Bindung zu allen Beteiligten entsteht. Dass die Soldaten grundverschiedene Ideologien vertreten, rückt mehr und mehr in den Hintergrund und lässt den koreanischen Wunsch, der während der Sonnenscheinpolitik zur Jahrtausendwende mehrheitlich vom Folk ersehnt wurde, nach einem gemeinschaftlichen Zusammenleben der beiden Nationen aufblühen. Somit gelingt Park ein wunderbarer Spiegel seiner Generation und derer Träume.

    Auch wenn Parks Stammkameramann Chung Chung-hoon bei diesem Werk leider noch nicht dabei war, blitzte bei Kim Sung-boks Arbeit Parks fantastische Bildersprache schon oft auf. Auch wenn JSA visuell bei weitem nicht die Tragweite von Parks späteren Werken erreicht, so bleibt er, vor allem für seine Zeit, diesbezüglich trotzdem aufsehenerregend. Jedoch stellt sich hier eher die gute dramaturgische Konstruktion und die starke Geschichte in den Vordergrund, die eine zutiefst menschliche ist. Es geht um Freundschaft, Vertrauen und Zuneigung, ungeachtet welcher Herkunft man entstammt.

    Das Darstellerensemble, von denen einige noch weitere Auftritte in Parks Folgewerken hatten, bringt diese Werte überzeugend dem Zuschauer näher. Allen voran stechen der starke Song Kang-ho (Sympathy for Mr. Vengeance, Thirst) und der tolle Shin Ha-kyun (Sympathy for Mr.
    Vengeance, Thirst
    ) hervor. Song als intelligente und emotional reife Stimme der Vernunft strahlt durchweg eine unglaubliche Souveränität und Sympathie aus. Und gerade seine Rolle ist ein nordkoreanischer Offizier. Aber auch sein Untergebener, dargestellt von Shin, bleibt durch seine emotionalen manchmal schon naiven Handlungen durchweg sympathisch und greifbar. Lee Byung-hun meistert seine Figur als Soldat aus dem Süden gekonnt, wenn auch ein wenig hinter seinen Möglichkeiten. Einzig Lee Yeong-ae, die fünf Jahre nach JSA allerdings in Parks Lady Vengeance ihr Können unter Beweis stellte, bleibt etwas blass und stolpert ein wenig über die englischen Textpassagen. Mit den westlichen Darstellern kommt man aber zum kleinen Minuspunkt des Werks. Ob der schwedische oder der schweizer Offizier, beide bleiben unglaubhaft und wirken fehl am Platz. Somit reißen sie einen ab und an aus dem Geschehen. Glücklicherweise fallen ihre Rollen nicht allzu ausführlich aus. Da im ersten Teil der Fokus auf der Ankunft Lee Yeong-aes als Ermittlerin liegt und sie somit gerade mit dem schwedischen Soldaten viel auf englisch kommuniziert, ist der Film zu Beginn etwas holprig. Was sich mit dem Auftreten der Soldaten rund um den Zwischenfall an der Brücke ohne Wiederkehr zweifellos legt.

    Auch wenn der Film technisch noch nicht die Perfektion von Parks späteren Arbeiten erreicht, so überzeugt Joint Security Area vor allem durch seine stets aktuelle und überaus mitreißende Thematik. Die Gefühle der Einzelnen, die einer größeren Macht untergeordnet werden und trotzdem den nötigen Raum für eine berührende und vor allem menschliche Begegnung einnehmen. Dass sich daraus etwas Größeres entwickelt, was fernab von jeglichen Grenzen und Ideologien steht, ist das Besondere am menschlichen Dasein. Und das zeigt der Film großartig auf.

    Fazit


    Mit seinem ersten großen Erfolg gelang Park Chan-wook eine starke Geschichte mit inszenatorischer Raffinesse zu erzählen. Sympathische Figuren und eine große und leider aktuelle Problematik führen zu einem intensiven filmischen Erlebnis. Somit war das finanzielle Ergebnis mehr als berechtigt. Gerade die Art und Weise, wie der Regisseur und Drehbuchautor mit einer schwierigen Thematik umgeht, verdient große Anerkennung.



    9/10
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    Infos
    Originaltitel:
    공동경비구역 JSA (Gongdong gyeongbi guyeok JSA) / JSA - Joint Security Area
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2000
    Studio/Verleih:
    Rapid Eye Movies
    Regie:
    Park Chan-wook
    Produzent(en):
    Lee Eun-soo
    Drehbuch:
    Jeon Seong-san, Kim Hyun-seok, Lee Mu-yeong, Park Chan-wook, Park Sang-yeon (Buch)
    Kamera:
    Kim Sung-bok
    Musik:
    Bang Jun-seok, Jo Yeong-wook
    Genre:
    Thriller, Drama
    Darsteller:
    Song King-ho, Lee Byung-hun, Shin Ha-kyun, Lee Yeong-ae, Kim Tae-woo
    Inhalt:
    Die Joint Security Area (Gemeinsame Sicherheitszone) ist ein Gebiet, was sich an der Grenze zwischen dem Norden und Süden Koreas entlangzieht. Es ist ein demilitarisierter Bereich, wo sich auch die berüchtigte Brücke ohne Wiederkehr befindet, auf der viele Gefangenenaustausche stattgefunden haben. Genau diese Brücke steht auch im Zentrum von Parks Filmbeitrag, als es dort zu einem tödlichen Zwischenfall kommt. Um diesen aufzuklären wird eine Ermittlerin der Aufsichtsbehörde der neutralen Nationen (Schweden und Schweiz) in das Gebiet geschickt. Zwischen den verschiedenen Staaten, ihren Ideologien und den unterschiedlichen Aussagen der beiden Seiten, versucht sie die Wahrheit aufzuklären. Immer mehr stellt sich heraus, dass der Süden und der Norden mehr Gemeinsamkeiten aufweisen, als sie zugeben möchten.
    Start (DE):
    04.07.2002
    Laufzeit:
    110
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Links
    deutsche Webseite:
    http://rapideyemovies.de/joint-security-area-gongdong-gyeongbi-guyeok-jsa/

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