Sympathy for Mr. Vengeance

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  • Einleitung


    Nachdem Regisseur Park Chan-wook mit JSA - Joint Security Area einen beachtlichen Erfolg feiern konnte, standen ihm alle Türen im koreanischen Filmgeschäft offen. Somit griff er auf ein Drehbuch zurück, woran er schon viele Jahre zuvor arbeitete. Lange Zeit wagte sich niemand an die kontroverse und harte Geschichte. Doch nach Parks beachtlichem kommerziellen Erfolg wurden ihm große künstlerische Freiheiten garantiert. Somit leitete er mit Sympathy for Mr. Vengeance seine viel geachtete Vengeance-Trilogie ein.

    Im ersten Teil liegt der Fokus auf dem taubstummen Ryu, der seinen Job verloren hat und nun mit der Entführung der Tochter seines Bosses Park Dong-jin die nötige Summe erpressen möchte, um eine illegale Nierentransplantation für seine Schwester zu bezahlen. Als die Entführung allerdings schiefläuft sinnt Dong-jin auf Rache und die Grenzen zwischen Gut und Böse verlaufen zunehmend, während jeder sich im Recht fühlt.

    © 2017 3L Vertriebs GmbH & Co. KG


    Kritik


    Mit Sympathy for Mr. Vengeance präsentierte uns Regisseur Park Chan-wook sein bisher kühlstes Werk. Auch wenn seine Bildersprache wie immer unglaublich stark ist, so kann man nie von wirklicher Schönheit sprechen. Ebenso fehlt dem Werk die für Park übliche verträumte Erzählstruktur. Hier bleibt alles schonungslos und rau. Und so entsteht auch in diesem Fall eine bedrückende Intensität. Auch wenn der Einstieg etwas schwerfällig ist und sich mit der Geschichte zu Beginn vielleicht ein wenig zu viel Zeit gelassen wird, so wird die Geduld doch mehr als belohnt. Denn nach und nach baut der Film einen Sog auf, der von Minute zu Minute intensiver wird und dem man sich nicht entziehen kann. Gerade wenn Park sich für unkonventionelle Einstellungen entscheidet und man zum Beispiel bei der Autopsie von Dong-jins Tochter fast durchgehend das Gesicht des Vaters sieht, schnürt es einem förmlich die Kehle zu. Der darauf folgende Rachefeldzug lässt Dong-jin mehr und mehr in die menschlichen Abgründe steigen. Dabei verliert man nie die Sympathie für den Entführer, der eigentlich ein guter Mensch ist, doch die falschen Entscheidungen getroffen hat. Der Tod von Dong-jins Tochter, der ein Unfall war, nagt fast so sehr an Ryu, wie an Dong-jin. Der Regisseur zeigt beide Seiten ausführlich auf, ohne Stellung zu beziehen, wodurch dem Zuschauer Verständnis für beide Parteien entlockt wird. Und so kommt es am Ende zu einem Aufeinandertreffen der beiden Hauptfiguren, was in seiner Emphase kaum zu ertragen ist.

    Die Gewalt wird schonungslos dargestellt ohne sich im Selbstzweck zu verlieren. Sie unterstreicht stets das Gesamtbild und wird hervorragend gesetzt.

    Stilistisch wählt Regisseur Park beeindruckende Bilder, die dem Klima der Erzählung entsprechen und verzichtet im Gegensatz zu den beiden folgenden Teilen der Vengeance-Trilogie auf bedeutungsschwere Bildkompositionen. Auch der Soundtrack ist für einen Park Chan-wook Film überraschend zurückhaltend, unterstreicht allerdings die unbehagliche Atmosphäre gekonnt. In dieser schon fast bedächtigen Inszenierung agieren die beiden Hauptdarsteller ebenso nuanciert, wie ihr künstlerischer Leiter. Shin Ha-kyun stellt den taubstummen Entführer gekonnt liebenswürdig dar, sodass eine Identifikation mit ihm nicht sonderlich schwer fällt. Sein Gegenpart wird vom starken Song Kang-ho verkörpert, der einmal mehr sein Können für emotional vielschichtige Figuren beweist. Gerade in der oben erwähnten Autopsiesequenz ist Song atemberaubend. Unterstützt werden die beiden Hauptdarsteller von Doona Bae, die gerade durch die Serie Sense8 zu internationaler Bekanntheit gelang.


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    Auch wenn Sympathy for Mr. Vengeance Park Chan-wooks inszenatorisch unspektakulärstes Werk ist, so muss es sich trotzdem hinter keinem seiner Filme verstecken. Trotz der kühlen Stimmung entfaltet Parks Schöpfung eine unglaubliche Intensität, die zum Ende hin kaum noch zu ertragen ist.

    Fazit


    Sympathy for Mr. Vengeance ist ein starkes und vor allem äußerst intensives Werk, mit dem Regisseur Park Chan-wook gekonnt seine Rache-Trilogie einleitet. Auch wenn die Geschichte sich zu Beginn etwas verläuft, so wird man im zunehmenden Verlauf schnell dafür entschädigt. Ein kompromissloser und brutaler Streifen, der einen emotional noch lange nach dem Ende der Laufzeit beschäftigt.


    9/10

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    Infos
    Originaltitel:
    복수는 나의 것 (Boksuneun Naui Geot) / Sympathy for Mr. Vengeance
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2002
    Studio/Verleih:
    3L Vertriebs GmbH & Co. KG
    Regie:
    Park Chan-wook
    Produzent(en):
    Lee Jae-sun, Lee Kang-bok, Lim Jin-gyu, Seok Dong-jun
    Drehbuch:
    Park Chan-wook, Lee Jae-sun, Lee Jong-yong, Lee Mu-yeong
    Kamera:
    Kim Byeong-il
    Musik:
    Baek Hyeon-jin, Jang Young-gyu, Lee Byung-hoon
    Genre:
    Thriller
    Darsteller:
    Song Kang-ho, Shin Ha-kyun, Doona Bae
    Inhalt:
    In Sympathy for Mr. Vengeance liegt der Fokus auf dem taubstummen Ryu, der seinen Job verloren hat und nun mit der Entführung der Tochter seines Bosses Park Dong-jin die nötige Summe erpressen möchte, um eine illegale Nierentransplantation für seine Schwester zu bezahlen. Als die Entführung allerdings schiefläuft sinnt Dong-jin auf Rache und die Grenzen zwischen Gut und Böse verlaufen zunehmend, während jeder sich im Recht fühlt.
    Start (DE):
    15.02.2003 (Festival)
    Start (USA):
    14.06.2002 (Festival)
    Laufzeit:
    129
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Links
    deutsche Webseite:
    http://www.3l-homevideo.de/detail.php?ID=367

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