Jurassic World

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  • Einleitung


    22 Jahre nach "Jurassic Park" und immer noch stolze 14 Jahre nach "Jurassic Park III" kommt nun doch noch die schon damals geplante Eröffnung der Jurassic World zustande. Wurde damals noch mit vielen Animatronics gearbeitet, da CGI-Effekte noch teurer waren, hat sich der Stand der Dinge gewendet. CGI ist wesentlich günstiger geworden, was fast schon einen Kannibalismus gegenüber den echt aussehenden Robotern/Maschinen zur Folge hatte. Viele Studios setzen vermehrt auf Effekte aus dem Computer und das mal mehr und mal weniger gut. Allerdings sind hierdurch die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Einigen Leuten waren die Trailer zu CGI-lastig, es sah künstlich aus und man befürchtete, dass das auch im Endprodukt nicht besser sein könnte. Das wäre fatal, zumal die Story nach einem leichten Aufguss des ersten Teils klingt. Doch ist Jurassic World wirklich so mies geworden, wie es manch einer für möglich gehalten hätte oder können die Dinos dennoch überzeugen?


    Kritik


    'Universal Pictures' hüllte sich ja in großem Schweigen, was den offiziellen Inhalt angbelangt. Hier und dort kam zwar mal ein Leak zum Vorschein, doch bestätigen wollte man nichts, um ja nicht Gefahr zu laufen, zu viel verraten zu können. Doch reden wir mal Tacheles: Die Jurassic World ist ein Park mit vielen Dinosauriern in einer wahnsinnigen Vielfalt, doch ganz so viele unterschiedliche Dinos bekommt man leider nicht zu sehen. Es gibt dort sogar einen Hybriden, der in guter alter T-Rex-Manier ausbricht. Zwei Kinder sind auch dabei... Klingt doch alles irgendwie nach Teil 1, oder? Völlig richtig! Wer jetzt also mit der Erwartung ins Kino geht, eine innovative Geschichte erzählt zu bekommen, der ist völlig fehl am Platz. Jurassic World legt seinen Fokus aber deutlich auf die Action, die überraschenderweise ziemlich früh beginnt. Das ist ein klares Plus, das der Film ergattern kann, denn seien wir mal ehrlich: Wer will denn einen Film sehen, bei dem er weiß, was passieren wird (Dino bricht aus), bekommt aber von den 120 Minuten Laufzeit eine ganze Stunde lang Vorlauf präsentiert? Niemand. Der Ausbruch an sich ist sehr gelungen und zeigt die Intelligenz und Gefahr, die der Hybrid Indominus Rex ausstrahlt. Er verfügt über mehrere Eigenschaften unterschiedlicher Dinos und hat also einiges auf dem Kasten... oder sagen wir lieber, sollte er zumindest. Leider zeigt er davon nur sehr wenig, aber es stellt sich vielmehr die Frage, warum man denn einen solch intelligenten Hybriden entwickelt, ohne sich über dessen Gefahren sicher zu sein. Vor allem bringt das ja auch gar nichts. Man möchte dem Publikum des Parks eine neue Attraktion bieten, und das ist ja auch noch okay. Warum die aber so extrem gefährlich sein muss, wo sie doch eigentlich nur fies aussehen soll, erschließt sich nicht ganz. Der mitunter vorgebrachte Zeitdruck ist nur bedingt nachvollziehbar, scheint der Park doch auch ohne Hybriden ganz gut zu laufen. Mehr soll an dieser Stelle aber natürlich nicht verraten werden.

    Von den Effekten her sehen Hybrid und ¾ der Dinosaurier super aus. Das liegt daran, dass teilweise eben doch mit Animatronics gearbeitet wurde und nicht der komplette Film per CGI aufgehübscht wurde. Vor allem die Nahaufnahmen sind klasse, besonders die der Raptoren. Jedoch zeigen sich hin und wieder dann doch Schwächen in der Animation, was zum Beispiel in Form der Flugsaurier oder des Unterwasserdinos zu sehen ist. Man muss den Machern aber zugute halten, dass man hier etwas gewagt hat. Man wollte dem Kinopublikum neue Dinosaurier präsentieren und das ist durchaus gelungen. Doch nicht nur die uralten Erdbewohner wissen zu gefallen, sondern auch einiges drumherum. So sehen die Kugeln, in denen man sitzt und Dinos aus nächster Nähe beobachten kann, deutlich besser aus, als es der Trailer noch befürchten ließ. Doch nicht selten erkennt das cineastische Auge eines Durchschnittskinobesuchers, dass im Hintergrund einige unecht ist. Das ist auf der einen Seite verständlich, denn sonst wäre das Budget weit über den kolportierten 150 Millionen US-Dollar gelandet. Aber es ändert leider nichts an der Tatsache, dass es für den einen oder anderen Zuschauer störend sein könnte. Das 3D ist ebenfalls eher zwiespältig zu betrachten. In einigen Einstellungen gibt es eine schöne Tiefenwirkung, in anderen jedoch könnte man meinen, dass die 3D-Brille das verschwommene Bild bloß scharf macht und es ist dann fast gar kein Effekt zu bemerken. Popouts gibt es leider nur ganz, ganz selten und dann kommt ein Dinosaurier nicht mal richtig aus der Leinwand heraus. Wer die Chance haben sollte, den Film in 2D sehen zu können, sollte sich diese Option zumindest offen lassen. Schade, denn dass man einen Film sehr gut in 3D konvertieren kann, hat die Restaurierung von "Jurassic Park" erst kürzlich gezeigt.


    Die Darsteller machen insgesamt einen guten Job. Chris Pratt überzeugt auf ganzer Linie und trägt den Film. Er ist authentisch, sympathisch und irgendwie wurde seine Figur auch etwas übertrieben gezeichnet. Unpassend ist das glücklicherweise nicht, was nicht nur dafür sorgt, dass sein Charakter unglaublich cool erscheint, sondern stellenweise auch noch super witzig. Die anderen spielen solide bis gut, aber herausheben kann man eigentlich niemanden. Lediglich Bryce Dallas Howard wirkt manchmal ein wenig unbeholfen. Die Kinder sind manchmal nett, manchmal nervig. Aber das ist ein Problem, mit dem viele Filme zu kämpfen haben. Vor allem Ty Simpkins kann einem als Gray manchmal echt auf die Nerven gehen. Er scheint alles zu wissen und selbst sein Bruder Zach (Nick Robinson) scheint ein Auto mit wenig Werkzeug tadellos reparieren zu können. Doch nicht nur hier hat man ein paar Fragezeichen auf der Stirn. Warum beispielsweise Judy Greer als Karen, die Mutter der beiden Jungs, anfängt zu weinen, nur weil ihre Tante die Kids von einer Sekretärin durch den Park begleiten lässt, ist sehr fragwürdig. Und auch, warum geschultes Sicherheitspersonal einen sehr großen und überaus gefährlichen Dinosaurier mit ein paar Elektrowaffen fangen will, ist völlig schleierhaft.

    Atmosphärisch gesehen bietet Jurassic World jetzt auch keine Überraschungen. Spannung kommt fast nie auf und man bleibt ziemlich vorhersehbar. Der Endfight hingegen, bei dem jeder kleine Dino-Fan vor Freude in die Hände klatschen wird, ist Gänsehaut pur! Einfach nur wow!! Blöd ist nur, dass es auch hier wieder einen Moment gibt, bei dem man sich am liebsten fest mit der Hand auf die Stirn schlagen möchte, denn das erinnert schon ein wenig an einen schlechten Actionfilm, bei dem der Bösewicht... Nun ja, ihr werdet sehen. Glücklicherweise ist der Kampf nicht so schnell geschnitten, dass man immerhin sehr viel erkennen kann. Genau so hat man sich diesen Film vorgestellt. Absoluter Höhepunkt! Schön ist aber auch das Jurassic-Park-Theme, das seinen Einsatz findet. Leider wird es zu oft gespielt, so dass man den Eindruck gewinnt, man wollte es auf Biegen und Brechen in den Film integrieren. Beim ersten Mal funktioniert das noch richtig gut, aber danach gibt es immer mal wieder die eine oder andere Szene, in der es deplatziert wirkt.


    Fazit


    Ihr merkt sicherlich: Wer sich von dem Film lediglich berieseln lassen möchte und ihn als Zugabe sieht, also quasi mit freudigen Augen den Kinosaal betreten wird, weil er mal wieder Dinosaurier auf der großen Leinwand sehen möchte, der wird an Jurassic World seinen Gefallen finden und lächelnd den Kinosaal wieder verlassen, denn der Film ist durchgängig unterhaltsam und oft auch lustig - okay, an manchen Stellen sogar unfreiwillig komisch, Stichwort: Klischees. Sobald man aber mehr darüber nachdenkt und damit beginnt, einiges zu hinterfragen oder eine tolle Story erwartet, der geht zwar etwas enttäuscht aus dem Saal, wirklich schrecklich wird aber auch derjenige den Film nicht finden. Ein Meilenstein ist Jurassic World sicherlich nicht, unterhaltsam aber auf alle Fälle.

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    Bewertung: 7/10
    Infos
    Originaltitel:
    Jurassic World
    Land:
    USA
    Jahr:
    2015
    Studio/Verleih:
    Universal Pictures
    Regie:
    Colin Trevorrow
    Produzent(en):
    Patrick Crowley, Frank Marshall
    Drehbuch:
    Rick Jaffa, Amanda Silver, Colin Trevorrow, Derek Connolly
    Kamera:
    John Schwartzman
    Musik:
    Michael Giacchino
    Genre:
    Abenteuer
    Darsteller:
    Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Irrfan Khan, Vincent D'Onofrio, Ty Simpkins, Nick Robinson, Jake Johnson, Omar Sy, BD Wong, Judy Greer, Lauren Lapkus
    Inhalt:
    22 Jahre nach den Ereignissen von "Jurassic Park" verfügt die Insel Isla Nublar nun über einen voll funktionsfähigen Dinosaurier-Themenpark. Doch auch dieser scheint nicht sicher vor der Gefahr, falls ein Dino mal ausbrechen sollte...
    Start (DE):
    11. Juni 2015
    Start (USA):
    12. Juni 2015
    Laufzeit:
    124 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://de.jurassicworldintl.com/
    deutsche Webseite:
    http://www.jurassicworld3d-film.de/

    4.418 mal gelesen

Kommentare 5

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    vincevega73 -

    Teil 1 & 2 & 3 brauch man auch nicht mit Logik kommen...Story ? gerne... schreibt alle mal ein Drehbuch und dann sehen wir weiter :)

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      patri-x -

      Ganz ehrlich? Kann ich nicht. Trotzdem darf man etwas höhere Ansprüche haben, wenn man viele Filme konsumiert, denn dann bekommt man langsam ein Gefühl für Drehbücher. Ist wie Fußball. Ich bin noch lange nicht so gut, kann dir aber sagen, wann ein Spielzug sehr gut war und wann nicht. ;)

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      vincevega73 -

      Schon klar wer kann es schon :). Von uns..aber gerade wenn man vieles schaut sollte man ja wissen wie schwer das ganze ist. Ich hab diesen noch nicht gesehen...kann mir jedoch nicht vorstellen das es unlogischer sein soll als die 3 Vorgänger...Habe selber eine Sammlung von ca 1940 bis heute mit über 6000. Man hat defintiv alles gesehen. Wir sollten die Maßstäbe einfach anpassen...ein paar Dinos ein paar Effekte ein paar lacher..und gut ist.Freilich kann das jeder anders sehen oder bewerten :)

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    HardBeat -

    Na wer hat denn hier einen Meilenstein erwartet? Ist doch alles schon 3x dagewesen und kann halt nur noch technisch besser und spektakulärer präsentiert werden.

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      patri-x -

      Meilenstein absolut nicht, aber teilweise war mir das zu flach und ich musste mir einige Male an den Kopf greifen. Die Bewertung ist dafür doch sogar noch ganz gut, immerhin ist der Film durchgängig unterhaltsam. ;)