Die Tribute von Panem - Mockingjay: Teil 2

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    Kritik



    Das Ende eines Franchises. Die Tribute von Panem finden mit Mockingjay: Teil 2 ihr Ende. Vier Filme haben die drei Romane von Suzanne Collins hervorgebracht und die Kinokassen glühen lassen. Das große Finale ist wahrlich groß, düster und bildet einen runden Abschluss.



    Nachdem Peeta (Josh Hutcherson) nach einer Gehirnwäsche aus den Fängen des Kapitols befreit wurde und Katniss (Jennifer Lawrence) umbringen wollte, ist das Vertrauen gering, der Hass gegen President Snow (Donald Sutherland) jedoch umso größer. Als Gesicht der Rebellion entschließt Katniss, ihrem Wiedersacher Auge in Auge gegenüberzutreten... Doch bis dahin ist es ein beschwerlicher sowie gefährlicher Weg, voller Fallen, die einigen ihrer Begleiter das Leben kostet...

    Es ist eine Tatsache: "Mockingjay 1" war ein Brückenfilm, der lediglich als Einleitung zum großen Finale diente. Ein schlechter Film war er dennoch nicht, aber im Nachhinein hätte es auch ein dreistündiger Film getan. So bekommen wir mit Mockingjay 2 lediglich die letzten 230 Seiten des Romans auf die Leinwand gezaubert. Dass in diesen doch wenigen Seiten wenig Stoff ist, dürfte klar sein, positiv dabei ist jedoch, dass wirklich alles in den Film gebracht und nahezu 1:1 verfilmt wurde, sogar einige Dialoge und Passagen könnte man im Roman während des Films mitlesen. Das ist als Kenner der Bücher natürlich sehr erfreulich.

    Die Panem-Reihe war im Grunde nie etwas für Kinder, aber die Tatsache, dass das Finale ebenfalls FSK (freiwillige Selbstkontrolle) ab 12 ist und somit von Kindern ab 6 Jahren in Begleitung ihrer Eltern gesehen werden kann, ist doch erschreckend. Hier sind einige Szenen enthalten (alleine Stichwort Mutanten), die einfach nichts für Kinder sind. Der Film ist sehr düster und für die Zielgruppe überaus brutal. Das ist kein Kritikpunkt am Film, ganz im Gegenteil, aber Eltern sollten keinesfalls mit ihren Kindern unter 12 in den Film gehen (Wobei selbst die Freigabe ab 12 sehr großzügig ist, ab 16 jedoch zu hart wäre).

    Das Finale ist das reinste Actionfeuerwerk. Hier reiht sich eine actiongeladene Szene an die nächste, es gibt Verluste, die mal kurz und schmerzlos inszeniert sind, andere wiederum etwas dramatischer. Hier gibt es wieder einige gute Ideen sowie Überraschungen, besonders die letzten 20 Minuten sind voller Überraschungen für die Zuschauer, die den Roman nicht gelesen haben.



    Auch optisch ist der Film sehr ansprechend. Die Kulissen entspringen zwar alle dem Computer, sind aber allesamt sehr gelungen. Die Effekte sind allesamt sehr gut, die Köstüme wieder so over the top, dass es einfach passt. Auch der Soundtrack von James Newton Howard weiß wieder zu gefallen, bietet jedoch mit abgewandelten Versionen von "Rue's Farewell" aus dem ersten Teil sowie einem instrumentalisierten "Hanging Tree" bekannte Muster, die sich jedoch perfekt in jede Szene einfügen. Und auch in Richtung Gesellschafts- sowie Medienkritik gibt es bekanntes zu sehen: Hier wird über den Fernseher gehetzt und verfolgt, jedoch nicht zur Belustigung der Bevölkerung des Kapitols, wie noch in den ersten zwei Teilen, sondern als Schutz vor der Rebellion. Im Vordergrund steht in Mockingjay 2 die Frage, wie weit die Politik geht im Kampf um die Macht; Ein Grund für die düsteren und allesamt spannend umgesetzten Kriegsideen.

    Schauspielerisch gesehen ist der Film wieder einmal eine Wucht. Das ist nicht Liam Hemsworth geschuldet, der eine solide Leistung abliefert, aber gegen den restlichen Hauptcast keine Chance hat. Woody Harrelson in der genialen Rolle des Haymitch ist leider zu selten zu sehen, Elizabeth Banks ist leider zu einer halben Statisten-Rolle degradiert und darf lediglich in den letzten 15 Minuten mal etwas sagen, Willow Shields hat nur knapp zwei Szenen, wie viele der anderen Nebendarsteller; Philip Seymour Hoffman, Sam Claflin, Jena Malone, Wes Chatham... Diese gibt es zu Genüge und dienen als Kanonenfutter. Positiv fallen da nur noch Elden Henson als Pollux sowie Natalie Dormer, Donald Sutherland und Julianne Moore als kalte und berechnende Präsidentin Coin auf. Hauptaugenmerk liegt natürlich auf Josh Hutcherson und besonders auf Jennifer Lawrence. Hutcherson, der zum ersten Mal in den Panem Teilen eine richtig gute Leistung abliefert spielt authentisch: Er ist psychisch am Ende, weiß nicht, was Realität und Fiktion ist. Und natürlich Jennifer Lawrence als Katniss, die wieder einmal beweißt, dass sie es einfach draufhat.

    Fazit


    Die Tribute von Panem - Mockingjay:Teil 2 ist das große Finale der Panem-Reihe und ist nicht nur der düsterste und brutalste Teil der Reihe, sondern eine actiongeladene Achterbahnfahr, die die 137 Minuten wie im Flug vergehen lassen. Die letzte Reise nach Panem geht nicht ohne Verluste einher, ist aber eine runde Sache und als Buchverfilmung top.

    9/10
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    Infos
    Originaltitel:
    The Hunger Games - Mockingjay: Part 2
    Land:
    USA
    Jahr:
    2015
    Studio/Verleih:
    Studiocanal
    Regie:
    Francis Lawrence
    Produzent(en):
    Jan Foster, Suzanne Collins
    Drehbuch:
    Peter Craig, Danny Strong, Suzanne Collins
    Kamera:
    Jo Willems
    Musik:
    James Newton Howard
    Genre:
    Sci-Fi
    Darsteller:
    Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Donald Sutherland, Julianne Moore, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Willow Shields, Philip Seymour Hoffman, Sam Claflin, Jena Malone, Wes Chatham, Elden Henson, Natalie Dormer
    Inhalt:
    Nachdem sie zum Gesicht der Rebellion erklärt wurde, führt Katniss Everdeen die einzelnen Distrikte von Panem in den Kampf gegen das tyrannische System. Nur wenn der Aufstand gegen das Kapitol gelingt, kann es eine Zukunft für Katniss und Peeta geben.
    Start (DE):
    19. November 2015
    Start (USA):
    20. November 2015
    Laufzeit:
    136 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren

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