The Amazing Spider-Man erzählt die Geschichte von Peter Parker (Andrew Garfield), einem High School Schüler und Außenseiter, der als kleiner Junge von seinen Eltern verlassen worden ist und seitdem von seinem Onkel Ben (Martin Sheen) und Tante May (Sally Field) aufgezogen wird. Wie die meisten Teenager, versucht Peter herauszufinden, wer er ist und wie er zu der Person geworden ist, die er heute ist. Außerdem findet er seine erste High School Liebe, Gwen Stacy (Emma Stone). Gemeinsam kämpfen die beiden um Liebe, Hingabe und Geheimnisse. Als Peter einen mysteriösen Aktenkoffer entdeckt, der einst seinem Vater gehört hat, fängt er damit an, Nachforschungen anzustellen, weil er verstehen will, warum seine Eltern damals so plötzlich verschwunden sind. Seine Recherchen führen ihn direkt zu Oscorp und dem Labor von Dr. Curt Connors (Rhys Ifans), dem ehemaligen Partner seines Vaters. Nachdem Spider-Man sich auf einen Kollisionskurs mit Connors Alter Ego The Lizard begeben hat, muss Peter einige lebensverändernde Entscheidungen treffen, wie er seine Kräfte einsetzt. Und er formt sein Schicksal, ein Held zu sein.
Regisseur Marc Webb bekam den Auftrag, die Spinne neu auf die Leinwand zu zaubern. Nicht frei von Risiko war die Verpflichtung des Regisseurs dennoch, auch wenn er mit „(500) Days of Summer“ für einen echten Überraschungshit sorgte. Schließlich ist The Amazing Spider-Man erst sein zweiter Kinofilm. Die Generalüberholung der alten Filme von Sam Raimi ist ihm aber mit Bravour gelungen. Das Reboot überzeugt mit guten Schauspielern und einer tollen Story. Dabei werden auch die Weichen für weitere Spider-Man-Filme gelegt, denn es gibt viele Details, die auf weitere Teile schließen lassen. Die Geschichte von Peter Parker beinhaltet einiges, was auch in Raimis erstem Teil vorkam. Doch das ist kein billiger Abklatsch, sondern einfach nur die Handlung aus den Comics. Spannung kommt dabei zwar wenig auf, aber der Film weiß trotzdem zu unterhalten, auch wenn vieles nach Schema F verläuft. Die 136 Minuten vergehen dennoch fast wie im Flug. Es stellt sich aber die Frage: Warum kommt fast niemand darauf, dass Peter Parker Spider-Man ist? Das ist in einigen Szenen nämlich viel zu offensichtlich, vor allem was seine Schulkameraden anbelangt. Das sorgt zwar für einige Lacher, aber es regt auch zum Kopf schütteln an. Humor ist demnach auch vorhanden, doch dieser kommt nicht allzu oft vor.
Das liegt einfach daran, dass The Amazing Spider-Man eine weitaus ernstere Schiene fährt als der Film 2002. Und genau das hebt ihn ab und macht ihn aus subjektiver Sicht zu einem besseren Film. Dabei jetzt aber bitte nicht falsch verstehen: Auch die alten Filme waren gut, natürlich auf ihre ganz spezielle Weise. Aber es tut einfach gut, den Spinnenmann auch mal leiden zu sehen. Wunden von Kämpfen sind hier nämlich an der Tagesordnung. Desweiteren kommt dem Film zugute, dass er sehr emotional ist. Das liegt zum einen an den tollen Schauspielern, zum anderen aber auch am Score von James Horner. Aber nicht nur die ruhigen Szenen sind musikalisch klasse untermalt, auch die Action wird von tollen Klängen begleitet. Und wenn wir schon mal bei der Action sind: Die Effekte sind – bis auf platzende Scheiben – grandios! Highlight ist hierbei sicherlich die Darstellung der Echse inklusive des vorhergehenden Verwandlungsprozesses. Optisch macht The Amazing Spider-Man richtig was her.
Das 3D jedoch zahlt sich in den ersten beiden Dritteln kaum aus. Lediglich die Tiefe unterscheidet sich zu einer 2D-Vorführung. Und wenn man mal die Brille zwischendurch abnimmt, dann kann man den Film fast schon normal schauen. Doch spätestens zum Showdown sollten die Brillen wieder auf der Nase sitzen, denn die Aufnahmen sind sehr gut gelungen, die Choreographien der Kämpfe haben es in sich und auch der 3D-Effekt macht sich endlich bezahlt. Das liegt wohl auch daran, dass auf eine Wackelkamera verzichtet wurde. Und spätestens wenn Spidey gegen Ende aus der Leinwand schwingt, fragt man sich, warum dieser Effekt nicht schon viel eher zum Tragen kam. Einzig und allein die wenigen Ego-Perspektiven, die bereits im Trailer zu sehen waren, überzeugen den ganzen Film über.Fazit:
Der Spinnenmann ist wieder da, und wie! The Amazing Spider-Man ist nicht nur Unterhaltung, sondern auch Emotion. Wer für 25 Minuten angemessenes 3D nicht mehr Geld bezahlen möchte, der sollte nach Möglichkeit die 2D-Vorstellung besuchen. Aber auch hier gilt: Abspann abwarten, da kommt noch was!



