Erzählt wird die Geschichte von Mark (Kip Pardue), der in Kure Beach, North Carolina am Strand lebt, um die Loggerhead-Schildkröte zu retten. Er ist fasziniert von diesen Tieren, weil sie immer wieder ihren Weg im Leben finden. George (Michael Kelly) leitet ein Hotel und ist fasziniert von Mark. Er nimmt ihn auf und führt tiefgehende Gespräche mit ihm.Dann gibt es da Elisabeth (Tess Harper) und Pfarrer Robert Austin (Chris Sarandon), die Adoptiveltern von Mark. Als er von seiner Mutter erwischt wurde, wie er einen Nachbarsjungen geküsst hat, floh er nach einer Predigt in Form von "Du wirst in der Hölle schmoren" von zu Hause. Irgendwann möchte Elisabeth ihren Sohn wiedersehen. Die Tatsache, dass er HIV positiv ist, stellt ihre Gefühlswelt völlig auf den Kopf.
Weiter wird die Geschichte von Grace (Bonnie Hunt) erzählt, der leiblichen Mutter von Mark. Sie versucht alles, ihren Sohn, den sie im Alter von siebzehn bekam und weggeben "musste", wiederzufinden. Sie bekomomt jedoch keine Auskunft, weder über Mark, noch über die Adoptiveltern. Um ihn zu finden und zu erklären, was sie dazu getrieben hat, ihn wegzugeben, muss sie jemanden beauftragen, Mark zu finden.Diese drei Geschichten erzählen von Personen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, die aber trotzdem miteinander verwoben sind und schließlich im Finale aufeinander treffen... Jedoch nicht so, wie man es aus so manch einem Hollywood-Film kennt. Der Film ist sehr ruhig gehalten, ist über Längen recht melancholisch, fesselt dadurch aber die Zuschauer. Man ist mittendrin in der Geschichte und hofft, dass alles sich zum guten wendet. Mehr als zu sagen, dass das Ende ein Schockmoment bietet, braucht man nicht. Zu Beginn des Films wird der Zuschauer darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Hauptcharaktere an drei verschiedenen Orten in North Carolina in drei verschiedenen Zeiten befinden, im Jahr 1999, 2000 und 2001. Das vergisst man jedoch schnell und ist am Ende um so überraschter, wie der Film endet.
Loggerheads ist eine Familiengeschichte der anderen Art. Ein junger Mann, der seine leiblische Mutter nicht kennt und von seinen Adoptiveltern geflohen ist auf der Suche nach mehr im Leben. Das Thema AIDS und Homosexualität ist zwar stehts präsent, hier steht aber die Familiengeschichte (neben den Schildkröten, natürlich!) im Vordergrund, und das ist auch gut so. So ist aus Loggerheads ein interessantes Familiendrama geworden, welches man nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt.Auch schauspielerisch gibt der Film einiges her. Kip Pardue spielt sehr überzeugend, besonders in seinen Dialogen zusammen mit Michael Kelly, der auch eine überzeugende Leistung abliefert. Die größte Entwicklung macht der Charakter von Tess Harper durch, was sie wirklich ausgezeichnet meistert. Bonnie Hunt legt jedoch die beste Darstellung im gesammten Film hin, in manchen Szenen rührt sie zu Tränen und kann sogar für eine Gänsehaut sorgen. Fantastische Darstellung eines tollen Charakters.
Die Dialoge und Monologe sind fantastisch, berührend und tiefsinnig. Genau das macht den ruhigen Film sehr intensiv. Das verstärkt auch der fantastische Score von Mark Geary und die Musikstücke, die wirklich herausragen. Dazu gibt es tolle Bilder zu sehen, die das Gesamtbild abrunden. Negative Aspekte sucht man hier vergebens!Fazit:
Loggerheads ist eine Independent-Filmperle. Ein ruhiges Familiendrama mit berührender Story, einem fantastischen Soundtrack und tollen Schauspielern!



