
Wie kann man dem Tod entrinnen? Genau das war auch die Frage der Nachfolger, die gemacht wurden, weil alleine der erste Teil das Fünffache seines Budgets einspielte. Nach einem Unglück auf einer Autobahn im zweiten Teil und einer entgleisten Achterbahn im dritten Teil folgte im Jahr 2009 mit "The Final Destination" der geplant letzte Teil der Reihe. Dieser entwickelte sich aber durch die 3D-Technik, die zu dem Zeitpunkt noch jedermann interessierte und ins Kino lockte, zu einem großen Erfolg. Somit wurde der Film, auch wenn er der schlechteste Teil ist, zum erfolgreichsten der Reihe und ließ schnell die Nachricht zu einem fünften Teil aufkommen. Und dieser entpuppt sich nun als ein wirklich guter Film, der sich nicht einmal hinter den ersten Filmen verstecken muss.
Gab es in "Final Destination 4" ein Unglück bei einem Autorennen zu bestaunen, in dem es zwar viel Splatter und Krach-Peng-Bumm gab, aber die Intensität der anderen Teile nicht erreicht wurde, haben sich die Macher für Final Destination 5 etwas wirklich großes ausgedacht. Eric Heisserer, der sich nach dem Drehbuch vom "Nightmare On Elm Street" Remake an die Arbeit zum neuen Ableger von "Final Destination" machte, ließ eine riesige Verkehrsbrücke einstürzen. Dieses Mal hat Sam (Nicholas D`Agosto ) eine Vision, als er mit seinen Kollegen in einem Bus sitzt um zu einem Betriebsausflug zu fahren. Wie auch in den anderen Filmen zuvor kann er einige retten, doch der Tod lässt sich nicht austricksen und so müssen die Überlebenden um ihr Leben fürchten.
Die "Final Destination" Reihe zeichnete sich schon immer durch ausgefallene Todesszenen aus, aber bei Teil drei und vier gab es im Grunde gar nichts anderes mehr. Man wartete regelrecht darauf, welcher Charakter als nächstes stirbt und noch schlimmer: Wie er oder sie das Zeitliche segnet. Zwar wartet der Zuschauer in Final Destination 5 ebenfalls darauf, aber es gibt auch ein paar Neuerungen. Die erste dürfte sein: Es gibt eine Story! Zwar keine große und tiefgehende, aber es ist eine Story, die den Zuschauern die Charaktere vorstellt, sodass es einem nicht egal ist, wenn sie den Löffel abgeben. Ebenfalls neu ist, dass dieses Mal nicht der, der auch die Vision vom Unglück hatte, Vorahnungen hat, wer als nächstes stirbt und wie, so wie in allen anderen Teilen. Hier merken die Opfer selbst, kurz bevor sie das Zeitliche segnen, dass irgendwas nicht stimmt. Auch das bringt etwas frischen Wind in die Reihe.
Eine weitere Neuerung ist, dass die Todgeweihten dem Tod nicht nur entkommen können, indem sie gerettet werden (auch wenn die letzten Teile gezeigt haben, dass das nicht immer klappt), sondern indem sie eine unschuldige Person umbringen. Durch einen Mord würden sie das Leben des Opfers überschrieben bekommen und noch die Zeit leben, die die getötete Person noch auf Erden verbracht hätte. Das bringt neuen Schwung in die Reihe und sorgt für etwas, was man in den letzten Teilen komplett vermisst hat: Charakterentwicklung.Aber allgemein entwickeln sich die Charaktere im Film, was von den Schauspielern gut dargestellt wird. Die größte Entwicklung macht der Charakter von Miles Fisher durch, der nach dem Tod seiner Freundin trauert und alles dafür tun würde, zu überleben und Ungerechtigkeit bei Seite zu schaffen. Ein interessanter Charakter und eine tolle Darstellung. Ebenfalls gut spielt Emma Bell, die auch eine Entwicklung erlebt, weil sie ihrem geliebten Freund nicht im Weg stehen und seine Zukunft zerstören möchte.
Der Freund wird dargestellt von Nicholas D`Agosto, dem man sein Alter von 31 absolut nicht ansieht. Er hat die Vison vom Einsturz auf der Brücke und tut alles für seine Freundin. Er ist der Sympathieträger schlechthin und spielt überzeugend. Ebenfalls überaus sympathisch ist Jacqueline MacInnes Wood, die nicht nur toll aussieht, sondern auch für die meisten witzigen Szenen verantwortlich ist, zumindest für die, die nicht aufgesetzt wirken. Und nach den ersten zwei Teilen wieder mit dabei: Tony Todd als Bludworth, der viel über den Tod weiß und die Todgeweihten über deren Situation aufklärt. Seine Rolle ist jedoch ziemlich klein, er ist jedoch häufiger zu sehen als im Original und der ersten Fortsetzung. Die anderen Nebendarsteller spielen ebenfalls gut und agieren nicht lediglich als Futter für eine Splatterorgie.Damit sei nicht gesagt, dass es kein Blut zu sehen gibt. Final Destination 5 ist nämlich ziemlich brutal, es gibt Gedärme, offene Wunden und viele spitze Dinge in den Körpern der Opfer und immer wird schön draufgehalten. Drehbuchautor Eric Heisserer und Regisseur Steven Quale, der bei "True Lies", "Terminator 2", "Abyss" und "Titanic" mit James Cameron gearbeitet hat, zusammen mit ihm Regie bei der Dokumentation "Aliens of the Deep" geführt hat und bereits als Second unit director und Verantwortlicher für die Visuellen Effekte bei "Avatar" 3D-Erfahrung gesammelt hat, setzten bei vielen brutalen Szenen auf den 3D-Effekt, der hier wirklich gut rüberkommt und nicht so aufgesetzt wirkt wie im vierten Teil.
Der 3D-Effekt ist besonders im Vor- und Abspann hervorragend eingesetzt. Während der Vorspann etwas für das Auge ist, gibt es im Nachspann einige Todesszenen von den vier Vorgängern umgewandelt mit Effekten in der dritten Dimension zu sehen, was einfach toll anzuschauen ist. Unterstützt werden Vor- und Abspann von einem tollen Score, für den sich Brian Tyler verantwortlich zeigt. Dieser kann sogar während der fantastischen Eröffnungsszene und dem absolut genialen und schockierenden Ende für eine Gänsehaut sorgen.Auch der Humor kommt im neuen Teil der erfolgreichen Reihe nicht zu kurz. Jacqueline MacInnes Wood sorgt da mit witzigen Kommentaren für einige heitere Szenen, die sie noch sympathischer machen. Wenn P.J. Byrne aber zur Massage geht, dann wirkt das alles schon ein wenig übertrieben, bis auf einen Satz, der die Untertitel betrifft. Sonst sind es eher ein paar Todesszenen, die den Zuschauern noch ein Schmunzeln entlocken, denn die Macher verstehen es, immer noch einen drauf zu setzen.
Wie bereits geschrieben sind die Todesszenen das Aushängeschild von "Final Destination" und auch hier sind sie gut, wobei Szene eins und drei herausstechen und allein durch die Kettenreaktionen gelungen sind. Beim Rest geht das entweder alles zu schnell oder es wirkt ein wenig aufgesetzt. Bevor der Film jedoch zu Ende geht, haben wir ein bisschen Psychothriller, was untypisch für diese Reihe ist. Es ist neu, weiß aber zu gefallen und es kommt sogar wirklich Spannung auf, bevor der Film ein Ende nimmt, das für große Augen sorgen wird.Fazit:
So ist Final Destination 5 ein guter Film geworden, der besser ist als die letzten zwei Vorgänger und der sich auch nicht hinter dem ersten Teil verstecken muss. Eine Story, gute Neuerungen und Charaktere, die einem nicht egal sind, machen den Film neben der grandiosen Eröffnungsszene und dem genialen und schockierenden Ende mit zu dem Besten, was die Reihe zu bieten hat.




