Merida (Stimme: Nora Tschirner) ist eine sehr eigenwillige schottische Prinzessin. Ihre Mutter, Königin Elinor möchte sie auf die Pflichten einer traditionsbewussten Monarchin vorbereiten, dies ist jedoch einfacher gesagt als getan. Merida kommt nämlich mehr nach ihrem Vater und ihr steht der Sinn nach Abenteuern und ihre Fähigkeiten im Bogenschießen zu verfeinern. Das Königreich ist auf vier Clans aufgeteilt und um die Tradition fortsetzen zu können, muss natürlich königlich geheiratet werden. Zu diesem Anlass lässt Elinor einen Bogenschießwettbewerb veranstalten, dessen Sieger die Hand von Prinzessin Merida erhält. Als Erstgeborene tritt Merida jedoch selbst an und setzt damit etwas in Gang, was das gesamte Königreich an den Rand des Abgrunds führt.
Merida – Legende der Highlands ist nicht nur ein neues Abenteuer, sondern hat auch in Prinzessin Merida die erste weibliche Hauptrolle eines 'Disney/Pixar' -Films zu bieten. Dass Frauenpower im Moment IN ist, wurde schon mit den Filmen „Brautalarm“ und dem sehr erfolgreichen „Die Tribute von Panem“ eindrucksvoll bewiesen. Merida ist zwar eine Prinzessin, jedoch dermaßen frech und selbstbewusst, sodass man glaubt, sie kann gar kein blaues Blut haben, sondern stammt eher vom gewöhnlichen Pöbel ab. Wie es bei solchen Geschichten oft üblich ist, kommt die Prinzessin meist doch noch zur Besinnung und findet sich am Ende mit ihren königlichen Pflichten ab. Doch hier ist es anders und dadurch wird wunderbar von „Disney“ frischer Wind ins Genre gebracht.
Der Film beginnt wie ein guter Film eben beginnen sollte: Die Figuren werden ausreichend eingeführt und keine Szene wirkt zu viel. Das schottische Hochland ist dermaßen gut dargestellt und musikalisch untermalt, dass man eine gewisse Ehrfurcht verspürt, welche so oft nur in Realfilmen vorkommt. Besonders hervorzuheben ist der Ausritt von Merida mit ihrem Pferd Angus durch den Wald, welcher bis zu einem großen Wasserfall fortgesetzt wird. Die Details wie Sonnenstrahlen, Staubpartikel und das strömende Wasser sind zusammen mit dem durchgängig sehr starken 3D-Effekt eine wahre Augenweide. Nach gut 30 Minuten beginnt eine unvorhergesehene Wendung, womit die eigentliche Handlung des Films erst anfängt und die Spannung bis zum Ende hin aufrecht gehalten wird. Auch der Bösewicht des Films ist gut gelungen und sorgt durch sein bedrohliches Auftreten für spannende Momente und super Actionsequenzen. Somit gibt es keine langweiligen Momente in Merida – Legende der Highlands.
Auch für ausreichend Humor wird gesorgt, denn viele Charaktere bieten perfekte Möglichkeiten für Lacher. Meridas Vater sieht das Leben eher locker und spielt lieber mit seinen Hunden oder prügelt sich mit den Oberhäuptern der anderen Clans als seinen Pflichten nachzugehen und vor allem ernst und besonnen rüber zu kommen. Man merkt also sofort, woher Merida ihr Temperament hat. Auch ihre drei Brüder sind für einige lustige Momente gut und stehen total auf süße Sachen. Ebenfalls der Sohn von einem der schottischen Lords ist mit seinem unverständlichen Akzent ein wahrer Garant für Lacher. Der Kessel einer Hexe ist auch noch ein genialer Einfall der Filmemacher, aber was es mit ihm auf sich hat seht ihr am besten im Kino. Es scheint fast so, als wäre Königin Elinor die einzig normale in Schottland oder sind wohl doch eher die anderen die Normalen? Zwischenzeitlich gibt es natürlich auch emotionale Momente, wie eine Sequenz von Merida und ihrer Mutter, wo es um das Begreifen und Einsehen geht.Musikalisch kann der Film ebenfalls punkten und für jede Szene und jeden Moment gibt es das passende Lied. Der Oscar® -nominierte Filmkomponist Patrick Doyle („Sinn und Sinnlichkeit“, „Thor“) sorgt wunderbar für schottisches Flair und die 16-jährige Pop-Sängerin Birdy in Zusammenarbeit mit Mumford & Sons und ihrem Song „Learn Me Right“ leisten ebenfalls gute Arbeit.
Animationstechnisch haben sich die Damen und Herren von ‚Pixar‘ mal wieder selbst übertroffen. Jede einzelne Einstellung der schottischen Landschaft ist wunderbar anzusehen und die Details sind einfach toll. In Meridas Locken und den schottischen Kilts spiegelt sich die harte Arbeit besonders gut wieder. Merida hat eine ganze Menge an roten Locken und jede einzelne bewegt sich unabhängig von der anderen und sorgt so für eine sehr schöne Natürlichkeit. Die schottischen Kilts bestehen aus bis zu neun Lagen würden damit so manch anderes Animationsstudio (normalerweise hat man es mit zwei bis drei Lagen schon nicht leicht) vor einige Probleme stellen.Fazit:
'Disney/Pixar' haben es wieder einmal geschafft und bringen mit Merida – Legende der Highlands einen weiteren Animationshit in die Kinos, welcher sich vor den bisherigen in keiner Weise verstecken muss. Für tolle Bilder, emotionale Momente, schöne Musik und eine gehörige Portion Humor ist bestens gesorgt und es würde nicht verwunderlich sein, wenn Merida – Legende der Highlands der Animationsfilm des Jahres 2012 wird. Zum Schluss sollte noch erwähnt werden, dass es sich auch hier lohnt, bis zum Ende der Credits sitzen zu bleiben.



