Der Wissenschaftler Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor) wird mit einem irrwitzigen Projekt beauftragt. Er soll britische Lachse in den Jemen bringen. Er ist zunächst nicht der Überzeugung, dass dies funktionieren kann, aber mit etwas Druck von Patricia Maxwell (Kristin Scott Thomas), der Beraterin des britischen Premierministers und Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt), die für Scheich Muhammad (Amr Waked) arbeitet, der diesen Plan finanziert, willigt er ein. Da ihn auch zu Hause wenig hält, da seine Frau sehr distanziert ist und mehrere Wochen in Genf arbeiten muss, macht er sich an die Arbeit, den Plan umzusetzen. Zwischen Alfred und Harriet, deren Freund im Krieg vermisst wird, bahnt sich eine kleine Liebesgeschichte an, während die religiöse Bevölkerung des Jemen versucht, das Vorhaben zu beenden, da sie die westlichen Werte nicht in den Jemen bringen möchten... Und dafür schrecken sie nicht einmal vor Mord zurück!
Lachsfischen im Jemen ist ein schöner Film geworden, der es gekonnt schafft, alle Genres miteinander zu verbinden. Egal ob Komödie, Tragödie, Liebesgeschichte oder Thriller, alles wird miteinander verwoben und wirkt zu keiner Zeit aufgesetzt. Das ist nicht zuletzt den sympathischen Hauptdarstellern zu verdanken, angefangen bei Emily Blunt und Ewan McGregor, die beide gut spielen und alle Sympathien auf ihrer Seite haben. Der absolute Oberknaller ist jedoch Kristin Scott Thomas, der die komödiantische Seite des Films zu verdanken ist, denn sie spielt nicht nur unglaublich gut, nein, sie ist auch absolut witzig.
Und da kommen wir auch schon zum Humor, welcher - ganz besonders im englischen Original - sehr britisch ist und manchmal sogar satirische Züge annimmt. Dieser ist, wie gesagt, Kristin Scott Thomas zu verdanken, die als Beraterin des Premierministers laut und bissig ist und gerne mal rumflucht. Doch trotz all des Humor, der besonders in der ersten Hälfte zur Geltung kommt, wird es auch ernst. So ist der Freund von Harriet im Krieg vermisst. Sie ist verzeifelt, weint und es wird traurig. Hier wird einem der Grund für diese Aktion immer wieder vor Augen gehalten, denn das Projekt "Lachsfischen im Jemen" soll lediglich positive Presse aus dem Nahen Osten bringen. Ebenfalls ernst wird es, wenn Anschläge verübt werden, um den Plan zunichte zu machen. Der Spagat zwischen Komödie, Drama und Thriller ist sehr gut gelungen und wirkt zu keiner Sekunde aufgesetz.
Die Landschaften sind beeindruckend in Szene gesetzt. Besonders Schottland bietet tolle Bilder, die Lust auf den nächsten Urlaub machen. Die Landschaften im Jemen (welche jedoch in Marokko gefilmt wurden) zeigen Schönheit und Tristess des Landes. In einer Szene haben wir die trockene Wüste, in der nächsten einen kleinen Fluss und wiederum in der nächsten Szene einen riesigen Staudamm mit einem unendlichen Wasserreservoir dahinter. Hier zeigt sich schön der Gegensatz, das, was das Land wirklich ist und das, was versucht wird, daraus zu machen. Fazit:
Regisseur Lasse Hallström ist zwar mit Lachsfischen im Jemen kein Meisterwerk gelungen, aber eine schöne Literaturverfilmung, die gekonnt Humor mit Drama verbindet. Manchmal vielleicht etwas zu seicht schaffen es aber die Hauptdarsteller in jeder Szene zu überzeugen. Trotz ernstem Hintergrund ein Film zum Wohlfühlen!



