
Stacee Jaxx (Tom Cruise) ist ein Stern am Rockhimmel, unerreichbar für alle. Ein Mythos. Alle wollen so sein wie er, doch keiner kann ihm das Wasser reichen. So dreht sich die eigentliche Geschichte auch nicht um ihn, sondern um das Kleinstadtküken Sherrie (Julianne Hough), die genau wie Drew (Diego Boneta) ihr Glück in Hollywood sucht. Dort entdeckt sie nicht nur den Sunset Strip Club für sich, sondern auch ihre große Liebe - die in Zeiten von großen Rockstars, Groupies und dem richtigen 'Rock'n Roll' schwer unter Beschuss steht.
Was haben alle Musicals gemeinsam? Eine bescheidene Story, gute Musik, gute Laune, etwas Humor und ein Happy End, bei dem alle nochmal gemeinsam singen dürfen. Rock of Ages schlägt in nahezu dieselbe Kerbe. Ein paar Unterschiede gibt es dann aber doch. Ok, die Geschichte ist auch hier in zwei Minuten erzählt, aber die Umsetzung ist sehr gut gelungen und hebt sich leicht von der Konkurrenz ab. Die Tanz- und Gesangseinlagen sind sehr gut choreographiert und stimmlich bewegen sich alle auf einem hohen Niveau. Mary J. Blige steckt den restlichen Cast dennoch locker in die Tasche, auch wenn ihre Stimme nicht immer perfekt mit denen der Gesangspartner harmoniert.
Dazu kommt, dass Rock of Ages einen guten Eimer voll mit Humor hat. Alle paar Minuten darf heiter gelacht werden. Für die größten Lacher sorgen Russell Brand und Alec Baldwin, der wohl in keinem Musical fehlen darf. Aber – und wer hätte das gedacht – das alles sind nicht diejenigen, die sich mit ihren Leistungen ins Gedächtnis brennen. Nein, es ist Tom Cruise als Stacee Jaxx. Sobald er auftaucht, sitzt man wie gebannt in seinem Sessel und verfolgt die Szenen aufmerksam. Sexy, witzig und restlos überzeugend ist seine Darbietung. Man kann ihn hassen oder auch einfach nur nicht mögen – mit seinen schauspielerischen Leistungen haut er in letzter Zeit immer wieder einen raus, zuletzt geschehen in „Tropic Thunder“. In Rock of Ages macht Tom Cruise Stacee Jaxx zu einer lebenden Legende. Er verkörpert seine Figur so gut, dass man fast meinen könnte, er würde privat genauso leben – wüsste man es nicht besser. Desweiteren bietet der Film einige durchaus anstößige Szenen und Tanzeinlagen, die aber auch für einige Muskelkrämpfe im Zwerchfell sorgen.
Der Soundtrack verbreitet ebenfalls von Anfang bis Ende gute Laune und die Songs fügen sich nahtlos in die Geschichte ein und erzählen sie sogar ein wenig mit. Die 80er blühen hier so richtig auf. Wer da nicht nostalgisch wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Das gilt insbesondere für das Publikum aufwärts der 30 Jahre. Rock wird nicht nur gesungen und getanzt, sondern auch gelebt. Rock of Ages kommt sogar nicht einmal darum, auf die nächste Generation hinzuweisen. Das gelingt durchaus kritisch und zeitgleich amüsant, fast schon den Zeigefinger erhebend. Ja, die 80er waren mit ihren Rock-Songs wirklich eine tolle Zeit. Fazit:
Für die Älteren ein Blick in die Vergangenheit und für die Jüngeren eine Erklärung, wie die vorhergehende Generation tickt. Nostalgie wohin das Auge blickt, dazu ein hervorragend aufgelegter Tom Cruise. Für Musical-Liebhaber ein Muss und auch für die Nicht-Tanzbären unter uns eine echte Empfehlung. Rundum ein gelungener Film mit endlos strahlenden Gesichtern. Nur die Story kommt mal wieder zu banal daher. Die Umsetzung ist dennoch sehr gut gelungen.



