
Die Öresundbrücke ist mit 7845 Metern eine der längsten Brücken der Welt und verbidet Malmö in Schweden und die dänische Hauptstadt Kopenhagen miteinander. Und genau diese Brücke wird Ort eines Verbrechens, welches merkwürdiger nicht sein könnte. Auf ihr wird eine durchtrennte Leiche gefunden, doch es handelt sich nicht nur um eine Leiche, sondern um zwei; Eine Hälfte des Körpers gehört zu einer schwedischen Politikerin, die andere zu einer dänischen Prostituierten. Somit muss die dänische Polizei mit der schwedischen zusammenarbeiten, um das Verbrechen aufzuklären! Martin, eher ein Familienmensch und Saga, Single, wenig empathisch und mit ihrem Job verheiratet, bilden das neue Ermittlerduo.
Doch der Doppelmord ist nur der Anfang der Geschichte. Der Täter, ein moralisch motivierter Terrorist, will auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen, macht vor nichts halt. So ermordet er Obdachlose um darauf hinzuweisen, dass die Zahl an Obdachlosen in den letzten Jahren gestiegen ist und entführt Kinder um auf Firmen aufmerksam zu machen, die mit Kinderarbeit in Verbindung gebracht werden. Doch hinter all dem steckt noch viel viel mehr! Es beginnt eine packende Verfolgungsjagd, da der Täter der Polizei immer einen Schritt voraus ist.Die Geschichte ist überaus interessant und verzwickt. Bereits in der ersten Folge tauchen viele Charaktere auf, bei denen man nicht weiß, was sie überhaupt mit dem Fall zu tun haben. Sobald es eine Aufklärung gibt, kommen neue Charaktere, doch man muss der Serie zu Gute halten, dass sie nie überladen wirkt. Sie lädt sogar zum mitraten und -grübeln ein bis hin zum Ende, welches zwar nach der vierten Folge keine große Überraschung mehr ist, aber dennoch gekonnt inszeniert ist.
Die Brücke baut von der ersten Folge an kontinuierlich Spannung auf und versteht es, den Zuschauer bis zu einem gewissen Grad im Dunkeln zu lassen, das ist toll und wohl den guten Drehbuchschreibern zu verdanken. Lediglich gegen Ende wurde es etwas zu offensichtlich, aber das macht kaum etwas, da davon der Unterhaltungswert in keinster Weise beeinträchtigt wurde.Die Hauptcharaktere sind interessant, aber nicht nur der Charakter Saga Norén ist tausend Mal besser und interessanter als Martin Rohde, auch wird Kim Bodnia von Sofia Helin gnadenlos an die Wand gespielt. Damit soll nicht gesagt werden, dass Kim Bodnia schlecht spielt, nein! Er spielt gut, hat nur im Verlauf der Serie das Problem, dass seinem Charakter einige Handlungsstränge nicht gerade viele Sympathiepunkte einbringen. Anders ist das bei Sofia Helin, die ihren Charakter grandios verkörpert und mit ihrer Mimik und Ausdrucksweise, der direkten Art mit fast schon ein bisschen autistischen Zügen sogar für den ein oder anderen Schmunzler und Lacher sorgt.
Die Nebendarsteller sind da kaum der Rede wert, wobei Puk Scharbau als Martins Ehefrau und Emil Birk Hartmann als sein Sohn sehr sympathisch agieren, Christian Hillborg als Journalist Daniel Ferbé das arrogante Arschloch gut rüberbringt und Maria Sundbom als Sonja Lindberg, die es wahrlich nicht einfach im Leben hatte, überzeugen kann.War auch schon die letzte Serie in der Reihe ZDF-Krimis recht schonungslos, geht es hier weiter. Es gibt wenig Klischees, dafür aber einige Überraschungen, die unerwartet kommen und schocken. Das ist wahrlich positiv anzumerken, denn man hat hier eine Serie, bei der man sich nicht sicher sein kann, was als nächstes passiert, wer überleben und wer sterben wird.
Fazit:
Die Brücke: Transit in den Tod ist wieder einmal ein gelungener Krimi-Beitrag aus Skandinavien, der mit einer interessanten Geschichte, spannender und kompromissloser Unterhaltung sowie einer etwas anderen Ermittlerin punkten kann!




