Die zweite Fortsetzung der Horror Sci-Fi Kultreihe wurde diesmal von einem weiteren Ausnahmeregisseur inszeniert, nämlich David Fincher. Jedoch stand die Produktion des Films unter keinem guten Stern, denn Fincher hatte oft Probleme mit dem Studio. So lies 20th Century Fox das Drehbuch auch mal ganz gerne während der Drehphase umschreiben. Und auch wenn Fincher nicht alle seine Freiheiten hatte, bewies er Talent und das Ergebnis kann sich auch so durchaus sehen lassen.
Die Story ist wirklich interessant und knüpft nahtlos an die Vorgänger an, sodass er mit den ersten beiden Filmen eine sehr gute Trilogie hätte sein können, wenn da nicht das Studio gekommen wäre und unbedingt für einen miesen vierten Teil hätte sorgen müssen.
Die Story des dritten Films ist allerdings sehr stark an die des ersten Teils angelegt. So gibt es diesmal wieder nur ein einziges Alien, was jedoch nicht zu unterschätzen ist, zumal es auch keine Waffen auf dem Komplex gibt, um sich dagegen zur Wehr zu setzen. Durch diesen Umstand kommt besonders viel Spannung auf und die sowieso schon sehr dunkle Station wird zu einer einzigen Tödlichen Falle. Denn durch die Verwendung eines Hundes als Wirtskörper ist das Alien um ein vielfaches schneller, als der übliche Xenomorph. Von der ersten Minute bis zum furiosen Finale bleibt es stets spannend, auch die eine oder andere Überraschung bekommt man von der Story her geboten und selbst mit Shockmomenten wird hier nicht gegeizt.
Die Figur der Ripley wurde wieder einmal ordentlich ausgebaut. Sie bekommt einen tragischen Hintergrund, der wirklich Filmentscheidend ist und das nötige Drama mit reinbringt. Aber nicht nur das, sie hat auch diesmal eine tragische Liebesgeschichte mit einem der Insassen, nämlich dem Arzt Clemens. Diesmal ist sie sogar noch mehr mit dem Alien verbunden, denn in ihrem Körper reift eine Queen heran. Sigourney Weaver bringt die verschiedensten Paletten an Emotionen, die ihr Charakter mit sich bringt sehr überzeugend rüber und die reichen von Verliebt bzw. Vertrauensvoll, bis hin zu Verängstigt und Verzweifelt. Die Rolle der Ripley ist eindeutig eine ihrer Paraderollen, die ihr wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint.
Ripleys Freund, der Arzt Clemens, wird von Charles Dance verkörpert. Auch sein Charakter ist ziemlich undurchschaubar und man weiß zunächst nicht, was er wirklich denkt oder im Schilde führt. Seine ruhige Art wird von Charles Dance wirklich sehr gut gespielt, er bringt dieses Kühle und Intelligente wirklich gut rüber, so dass sein geheimnisvolles Denken und Handeln viel Neugier beim Zuschauer verursacht und man gerne mehr über ihn wissen möchte.
Ebenfalls eine interessante Rolle hat Charles S. Dutton als Dillon, dem Anführer der Sträflinge. Er wirkt zwar nicht als sei er der Stärkste, aber trotzdem haben alle anderen Häftlinge ungeheuren Respekt vor ihm. Sein Hintergrund wurde wahrscheinlich absichtlich nicht beleuchtet um auch seinen Charakter interessanter und geheimnisvoller zu machen und das ist auch wirklich gut gelungen. Immer wieder kommen Stellen auf, an denen man sich wirklich fragt wie und vor allem warum er auf diesem Planeten gelandet ist und was er angestellt haben mag. Charles S. Dutton weiß es ihn wirklich unglaublich charismatisch zu spielen, so dass der Zuschauer auch an diesem Charakter stets interessiert bleibt.
Diesmal auch wieder dabei ist der Android Bishop, diesmal jedoch das zweite Modell, dafür wieder gespielt von Lance Henriksen. Seit Teil 1 war er mit dabei, mal hat er den rücksichtslosen Roboter von Weyland-Yutani gespielt, mal hat er sich auf die Seite von Ripley geschlagen, aufgrund von Umprogrammierungen. Diesmal ist er wieder die Marionette von Weyland-Yutani und ist da um Ripley zu täuschen und einzulullen. Den Androiden spielt Lance Henriksen mittlerweile routiniert, seine eiskalten Eigenschaften und sein rationales Denken werden gut rübergebracht und es ist wieder durchaus interessant mit anzusehen wie er sein altes Verhalten wieder auslebt, da man ihn in „Aliens“ schon fast richtig liebgewonnen hatte.
Was die Schauspieler angeht kann man also sagen, dass David Fincher ein gutes Händchen dafür gehabt hat und ihm kein Fehlgriff unterlaufen ist und so gut wie jeder mit seiner Rolle gut bedient worden ist.
Auch die Optik und die Effekte sind sehr stimmig. Da der dritte Teil näher an den ersten der Reihe angelehnt ist, d.h. keine „richtigen“ Waffen und nur ein Alien, werden die Insassen wieder durch dunkle Gänge gnadenlos gejagt. Hier dominiert nicht die Action, sondern die Spannung und der Grusel. Kameramann Alex Thomson lässt die sowieso schon unheimlichen dunklen Gänge nämlich überaus bedrohlich wirken, sodass die sowieso schon enorme Gefahr nochmal um einiges hervorgehoben wird. Die dunklen tristen Gänge sind wirklich sehr gut in Szene gesetzt und erzeugen ein Gefühl von Einsamkeit und Hilflosigkeit, denn überwiegend spielt der Film in den eher dunkleren Gängen und Zimmern der Einrichtung, richtig hell ist es nur selten und auch diese Helligkeit ist nur von kurzer Dauer. Fincher weiß wie man einen Ort so richtig trostlos, dunkel und vor allem, mit so einer Bedrohung in sich, überaus unheimlich wirken lässt.
Wenn es jedoch zur Action kommt, dann wirds noch spannender, denn der Xenomorph ist nicht nur erbarmungslos, da er sich von Natur aus perfekt an jede Umgebung anpassen kann, ist er in dieser für die Menschen, taktisch gesehen, eher nachteiligen Einrichtung, ein höchstgefährlicher Gegner. Jedoch ist er diesmal nicht immer astrein in Szene gesetzt worden. Da ein Hund sein Wirt war, ist er noch agiler als wenn er einen Menschlichen Wirt hatte und wenn er rennt hat man oft auch mal auf CGI Effekte zurückgegriffen, die zwar nicht besonders gut aussehen, aber die Schnelligkeit hat einiges kaschiert. Immerhin entschied man sich dazu ihn nicht ausschließlich so darzustellen, denn an der Suitmotion Darstellung ist mal wieder serientypisch wirklich nichts dran zu bemängeln. Sein Design ist wieder unglaublich bedrohlich, es ist wirklich ein sehr unheimliches Lebewesen, dem wirklich niemand gerne begegnen würde.
Elliot Goldenthal sorgte für die musikalische Untermalung und seine stimmigen und düsteren Stücke sind durchaus gelungen. Wie es nämlich für einen Fincher Film üblich ist, unterstreichen sie perfekt die bedrückende Stimmung und erzeugen somit eine ganz besonders beklemmende Atmosphäre. Sie passt perfekt zum Film und spiegelt immer die Stimmung der aktuellen Situation mehr als angemessen wieder.
Alles in Allem kann man sagen, dass Fincher Beitrag zur Alien Reihe ein wirklich interessantes Filmchen mit seiner unverkennbaren Handschrift geworden ist. Er ist zwar nicht besser als seine beiden Vorgänger, aber dennoch stellt er zufrieden und erinnert stark an den spannenden Erstling der Kultreihe. Obwohl das Studio Fincher das Drehbuch vor der Nase, während des Drehs immer umgeschrieben hat ist Alien³ ein wirklich sehr spannender Sci Fi Horrorfilm mit undurchschaubaren, interessanten Charakteren und einer wirklich düsteren und beklemmenden Atmosphäre geworden ist. Wenn Fincher nicht so unter Druck gesetzt worden wäre und seien Freiheiten gehabt hätte, sähe das Ergebnis möglicherweise noch besser aus, aber Fincher hat wirklich das beste draus gemacht und auch so kann sich sein Werk, was natürlich auch in Sachen Optik und musikalische Untermalung punktet, durchaus sehen lassen. Alien³ ist ein sehr guter Film geworden und hätte ein angemessener Abschluss werden können, nur schade, dass es dabei nicht blieb.



