In Moonrise Kingdom, der neuen Komödie von Wes Anderson, spielt Bruce Willis den etwas begriffsstutzigen Sheriff einer kleinen beschaulichen Inselgemeinde, irgendwo vor der Küste Neuenglands, der bei einer chaotischen Suchaktion nach zwei 12-jährigen Turteltauben einen desorientierten Oberpfadfinder (Edward Norton), aufgeschreckte Eltern (Bill Murray & Frances McDormand) und das Jugendamt (Tilda Swinton) am Hals hat.
Für den 57-jährigen Superstar ist es der erste Auftritt in einem Anderson Film, doch mit seinem trockenen Humor und der Fähigkeit, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, passt Willis hervorragend in die wundersame und skurrile Filmwelt des Kultregisseurs. Und tatsächlich würde der bekannte Actionstar gern viel häufiger in Komödien spielen wollen: „Ich würde immer Komödien machen“, sagte Willis kürzlich in einem Interview. „Es ist die anspruchsvollste und zugleich dankbarste Sache jemanden zum Lachen zu bringen. Um lustig zu sein, muss man die erzählte Geschichte ernst nehmen, auch wenn es die Verrückteste ist, die man je gehört hat.“
Doch als ältestes von vier Kindern, war Willis nicht immer zum Lachen zu Mute. 1955 als Sohn eines Amerikaners und einer Deutschen in Idar-Oberstein geboren, verbrachte er die ersten zwei Jahre seines Lebens in Deutschland, ehe seine Familie nach New Jersey übersiedelte. In der Schule prügelte Bruce sich mit seinen Mitschülern, die ihn wegen seines Stotterns aufzogen, bis er eines Tages bemerkte, dass er beim Schauspielen in der Theatergruppe seine Sprachhemmungen besiegen konnte.
Nach der High School verdiente Willis zunächst mit einigen Gelegenheitsjobs als Türsteher, Lastwagenfahrer und Barkeeper seine Brötchen. Selbst als Privatdetektiv heuerte er an, was ihm später bei der Rollenwahl noch von Nutzen sein sollte. Doch sein Herz schlug für die Schauspielerei und so absolvierte er sein Studium an der renommierten Theaterfakultät der Montclair State University und zog anschließend nach New York, um dort als Schüler der bedeutenden Schauspiellehrerin Stella Adler seine Karriere aufzubauen. „Ich hatte Glück, denn sie mochte Jungs“, erzählte Willis der Daily Mail. „Sie war gnadenlos mit den Mädchen, aber mich ließ sie umsonst an dem Unterricht teilhaben.“ Was in Anbetracht seines damaligen Lebensstandards – mit nur 20$ für 3 Tage auszukommen – ein wirkliches Entgegenkommen war: „Ich lebte ausschließlich von Pizza und Bier!“ Nach einigen Bühnenrollen und Werbespots wurden die Kritiker auf den jungen Wilden aufmerksam, als er 1983 in Sam Shepards Theaterstück „Fool for Love“ die Hauptrolle übernahm. Vom ersten Gehalt löste er gleich das One-Way-Ticket nach Los Angeles, um sein Glück in der Traumfabrik zu versuchen.
Der internationale Durchbruch gelang Willis durch die Hauptrolle des respektlosen Privatschnüfflers David Addison in der ebenso innovativen wie erfolgreichen TV-Serie „Moonlighting“ („Das Model und der Schnüffler“). Er wurde unter 3000 Kandidaten ausgewählt und der Part brachte ihm unter anderem den Emmy und einen Golden Globe ein. Heute zählt er zu den beliebtesten und bekanntesten Schauspielern der Welt und seine großen Publikumserfolge sind schon lange nicht mehr an einer Hand abzählbar. Auszeichnungen regnete es unter anderem für seine Darstellung als mitfühlender Kinderpsychologe in „The Sixth Sense“ (1999) oder für seine Rolle als traumatisierter Vietnamveteran in „Zurück aus der Hölle“ (1989).
Auch wenn ein Großteil seiner Fans ihn eher als den immer währenden Actionhelden sieht, bekannt aus Filmen wie „Stirb langsam 1-4“ oder die jüngste Zusammenkunft aller in die Jahre gekommenen Actionstars in „The Expendables“ (2010), so wagt er doch auch immer den Ausbruch ins Charakterfach und bleibt nebenbei der Theaterbühne treu. In Moonrise Kingdom stellt Bruce Willis sein komödiantisches Talent an der Seite großer Hollywoodkollegen wie Edward Norton, Bill Murray, Tilda Swinton und Frances McDormand unter Beweis.
Moonrise Kingdom – Jetzt im Kino! Mehr Infos unter www.MoonriseKingdom.de.


