Die Taschendiebin - Park Chan-wooks Adaption gewinnt als erster koreanischer Film einen BAFTA

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    Die letzten großen Awards vor der Verleihung der Academy Awards am 5. März 2018 sind vergeben. Dazu zählen auch die British Academy Film Awards (BAFTA). Als Gewinner des Abends stellte sich Martin McDonaghs Three Billboards Outside Ebbing, Missouri mit insgesamt fünf gewonnenen Trophäen heraus. Darunter fielen die Ehrungen als Bester Film, Bester britischer Film, Beste Hauptdarstellerin, Bester Nebendarsteller und Bestes Drehbuch. Der Preis für die beste Regie ging hingegen an Guillermo del Toro und sein dreizehnfach oscarnominiertes Werk Shape of Water.
    Allerdings hielt die Preisverleihung auch eine Premiere bereit. So war Die Taschendiebin, Park Chan-wooks bildgewaltige Adaption von Sarah Waters' Bestseller Fingersmith, nicht nur als erster koreanischer Film aller Zeiten bei den BAFTAs nominiert, sondern konnte nun auch als erstes Werk von der koreanischen Halbinsel den British Academy Film Award für den besten ausländischen Film gewinnen. Mit Paul Verhoevens gefeiertem Comeback Elle (Frankreich), Angelina Jolies Der weite Weg der Hoffnung (Kambodscha), Andrey Zvyagintsevs Loveless (Russland) und Asghar Farhadis The Salesman (Iran) war die Konkurrenz nicht von der Hand zu weisen. Schließlich finden sich unter den viel gepriesenen fremdsprachigen Filmen auch Loveless, der bei den diesjährigen Academy Awards nominiert ist und The Salesman, der es im vergangenen Jahr war.

    Leider konnte Regisseur Park Chan-wook den Preis nicht selbst entgegennehmen, da er momentan zeitlich stark in die BBC-Produktion The Little Drummer Girl involviert ist.

    Mit Die Taschendiebin erschuf der Oldboy-Regisseur eine faszinierende Version von Waters' Roman, indem er die Handlung in das von den Japanern besetzten Korea der 1930er Jahre umsiedelte. Dort tritt die junge Sook-hee die Arbeit als Hausmädchen für die reiche japanische Erbin Hideko an - allerdings im Auftrag eines hinterlistigen Betrügers. Ihre Aufgabe ist es, die hübsche Erbin dahin zu manipulieren, dass sie den als Grafen getarnten Betrüger Fujiwara heiratet und nicht ihren Onkel. Die beiden Frauen verlieben sich ineinander, trotzdem scheint der Plan aufzugehen, bis das ganze Geschehen eine unerwartete Wendung nimmt.

    Mit einem starken Schauspielerensemble, allen voran eine faszinierende Kim Min-hee (On the Beach at Night Alone), den verträumten Bildern von Kameramann Chung Chung-hoon, dem märchenhafte Soundtrack von Jo Yeong-wook und einer beeindruckenden Ausstattung konstruierte Regisseur und Drehbuchautor Park ein schwer zu durchhauendes Liebesspiel, was zu berühren und zu begeistern weiß.


    Quelle: BAFTA


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    Nachrichtenbild: Die Taschendiebin © 2018 Koch Media

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