A Taxi Driver - Ein Blick auf den vielfach ausgezeichneten Film

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    A Taxi Driver von Hun Jang war 2017 in seinem Heimatland einer der erfolgreichsten Filme des Jahres und ist mit insgesamt über 12 Millionen Kinobesuchern auf Platz 10 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten in Korea. Nach seinem koreanischen Kinostart am 02. August 2017 wurde er von Kritikern wie von den Zuschauern gelobt und folglich ließen die ausländischen Märkte nicht lange auf sich warten. Bisher wurde A Taxi Driver in zahlreichen Ländern wie Japan, Kanada, Frankreich, Brasilien, Taiwan und den USA in den Kinos gezeigt. Aber eine Auswertung für die Lichtspielhäuser oder den Heimkinomarkt lässt in Deutschland noch auf sich warten. Ein wenig verwunderlich, da eine der beiden Hauptfiguren von dem deutschen Schauspieler Thomas Kretschmann (King Kong) verkörpert wurde. Dessen Figur, ein deutscher Reporter, der in den 1980er Jahren als einziger Bilder von den Gwangju-Demonstrationen, dem damit verbundenen Aufstand und den daraus folgenden Massakern einfing. Seine Bilder gingen um den Globus und richteten die Augen der Welt auf die vom koreanischen Militär verübten Gräueltaten, die unter anderem von den USA geduldet wurden. Der somit auf wahren Begebenheiten beruhende Film war auch der offizielle koreanische Beitrag für die Academy Awards 2018, auch wenn es für eine Nominierung nicht gereicht hat.

    Wir wollen einen kleinen Fokus auf das noch nicht erschienene Werk werfen, um den Horizont auch für Filme, die den Deutschen bisher größten Teils vorenthalten wurden, zu erweitern.


    HandlungA Taxi Driver dreht sich um einen deutschen Reporter, der bei seinem Japanaufenthalt von Unruhen in einer koreanischen Provinz hört. Auf eigene Faust reist er nach Südkorea. Dort engagiert er einen Taxifahrer, der ihn in dem für ihn noch unbekannten Land begleiten soll. Der Taxifahrer, der seinem Beruf den Rücken kehren möchte, aber noch ein wenig Geld für seine zukünftigen Pläne benötigt, bringt dem Deutschen nebenbei das Land, seine Menschen und Traditionen näher. Als die beiden in Gwangju ankommen, der Gegend, in der die Demonstrationen stattfinden sollen, stoßen sie gleich auf studentische Demonstranten und werden schon bald Zeugen von dem gewaltsamen Vorgehen des koreanischen Militärs gegen die zum größten Teil friedlichen Studenten.


    Der historische HintergrundDer deutsche Reporter Jürgen Hinzpeter, im Film von Thomas Kretschmann dargestellt, war der einzige Reporter, der das Militärmassaker in Gwangju filmte. Seine Bilder wurden folglich auf der ganzen Welt ausgestrahlt und hatten einen großen Einfluss auf die Demokratisierung von Südkorea. Ihm ist ein Denkmal in Gwangju gewidmet und er wurde 2003 mit dem südkoreanischen Pressepreis Song Kun-Ho ausgezeichnet.
    Über den Taxifahrer ist leider nur sehr wenig bekannt und so ist seine Geschichte in dem Film zum größten Teil fiktional.

    Der Gwangju-Aufstand, oder auch die 18. Mai Gwangju Demokratiebewegung genannt, war eine Bewegung gegen die herrschende Militärdiktatur, das verhängte Kriegsrecht und für die Demokratisierung des Landes. Sie entstand nachdem die Militärführung die Herrschaft des Landes übernommen hatte, da auf den regierenden Diktator ein Anschlag verübt wurde. Die zu Beginn friedlichen Demonstrationen wurden durch das gewaltsame Eingreifen des Militärs beendet, was zum Aufstand von Studenten und dem einfachen Volk führte. Am 20. und 21 Mai reagierte das Militär brutal auf den Aufstand und beendete ihn letztendlich mit einem Massaker am 27 Mai.
    Bei den Auseinandersetzungen sollen offiziell insgesamt über 150 Menschen gestorben und über 4000 verletzt worden sein. Gut 70 Menschen sind als vermisst gemeldet. Die Zahlen sind aber nur sehr wage und bewegen sich hoch bis zu weit über 1000 Todesopfer, je nach Quelle. Wahrscheinlich haben sich viele aus Angst vor Verfolgung nicht ärztlich Versorgen lassen und ihre Angehörigen heimlich begraben, wodurch eine genaue Angabe unmöglich ist.
    Grundsätzlich weichen die Informationen bezüglich der Ereignisse in Gwangju oft ab, daher ist eine genaue Rekonstruktion der Geschehnisse äußerst schwierig.

    Der Gwangju-Aufstand ist mittlerweile ein Sinnbild für die Unterdrückung der Demokratiebewegung Südkoreas der 1980er Jahre.


    Der RegisseurHun Jang feierte 2008 sein Spielfilmdebüt. Seitdem kann er auf insgesamt 4 Langfilme zurückblicken, wovon allerdings nur The Front Line bisher in Deutschland veröffentlicht wurde. Der Kriegsfilm war wie A Taxi Driver der offizielle koreanische Beitrag bei den Academy Awards, konnte aber ebenfalls keine Nominierung erhalten. Darüber hinaus wurden beide Filme auf zahlreichen asiatischen Festivals ausgezeichnet.


    Die HauptdarstellerAls liebenswerter Taxifahrer ist die koreanische Schauspielgröße Song Kang-ho zu sehen, der mit Regisseur Jung bereits 2010 zusammenarbeitete. Generell ist Song nicht nur ein vielbeschäftigter Mann, sondern kann auch auf zahlreiche Auszeichnungen zurückblicken. Er war Teil von einigen der einflussreichsten koreanischen Filme der letzten 20 Jahre. So arbeitete er mit visionären Regisseuren wie Bong Joon-ho (Memories of Murder), Kim Jee-woon (The Age of Shadows) oder Park Chan-wook (JSA - Joint Security Area) zusammen. Was von seiner enormen Qualität zeugt, ist auch die Tatsache, dass er mit allen drei Regisseuren bereits mehrfach zusammenarbeitete.
    Was ihn so besonders macht, ist sein weites Spektrum an Facetten. Er überzeugt in aufgedrehten Komödien wie The Good, the Bad, the Weird oder The Quiet Family ebenso wie in minimalistischen und emotionalen Rollen wie in Sympathy for Mr. Vengeance oder dem eindrucksvollen Historienfilm The Throne, der es bisher auch noch nicht nach Deutschland geschafft hat. Nuanciert haucht er jeder Figur Leben ein und bringt sie überzeugend zum Ausdruck. Seine emotionale Vielseitigkeit sucht seinesgleichen.

    Ihm zur Seite steht der deutsche Exportschlager Thomas Kretschmann, der mit Roman Polanskis Der Pianist der internationalen Filmwelt bekannt wurde. Es folgten zahlreiche Auftritte in amerikanischen Produktionen wie King Kong, Wanted, Blade II, Jungle oder The Avengers 2: Age of Ultron. Vermehrt wird er, wie bei deutschen Schauspielern üblich, als Bösewicht besetzt. Seine ruhige und mysteriöse Art prädestiniert ihn auch dafür.
    Aber auch deutschen Produktionen bleibt er nicht vollends fern. So kehrte er in den letzten Jahren für unter anderem What a Man und Dschungelkind zurück in die deutsche Filmwelt.


    Original Trailer


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    Nachrichtenbild: A Taxi Driver © 2018 Showbox

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