Burning Secret - Verschollenes Stanley Kubrick-Drehbuch gefunden

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    Nathan Abrams, Filmprofessor an der Bangor Universität in Wales, ist auf ein verschollenes Drehbuch von Stanley Kubrick gestoßen. "Ich konnte es nicht glauben, so Abrams, "es ist so aufregend. Man ging davon aus, dass es verschollen sei." Gefunden hat Abrams das Script von Burning Secret bei seinen Recherchen zu seinem nächsten Buch, "Eyes Wide Shut: Stanley Kubrick and the Making of His Final Film", welches nächstes Jahr erscheinen soll.

    Besonders erstaunlich sei, dass das Drehbuch nahezu fertiggestellt sei. Damit würde es Filmemachern erlauben, den Stoff zu verfilmen.

    Das Drehbuch ist eine Adaption der gleichnamigen Novelle (Originaltitel: "Brennendes Geheimnis") des österreichischen Autors Stefan Zweig. Es geht inhaltlich um einen charmanten Geschäftsmann, der sich mit einem zehnjährigen Jungen in einem Kurort anfreundet, was ihn befähigt, die verheiratete Mutter des Jungen zu verführen. Also ein bisschen wie "Lolita", nur umgedreht.

    In der Vorlage von Zweig sind der Junge und seine Mutter jüdisch und der Kurort ist in Österreich, jedoch soll Kubricks Adaption die Geschichte in die USA verfrachtet haben, auch die Charaktere sollen sehr US-amerikanische Namen haben.

    Kubrick hat Burning Secret 1956 mit dem Schriftsteller Calder Willingham verfasst, mit dem er auch das folgende Jahr an "Wege zum Ruhm" gearbeitet hat.

    Das gefundene Drehbuch habe sogar einen Stempel von 'MGM'. Dieser trägt das Datum des 24. Oktobers 1956, also zu einer Zeit, als Kubrick noch relativ unbekannt war. Man geht davon aus, dass 'MGM' das bereits freigegebene Projekt wieder verworfen hat, nachdem das Studio herausgefunden hat, dass Kubrick gleichzeitig an "Wege zum Ruhm" arbeitet. Eine andere Erklärung ist, dass Kubricks Produzentenpartner James B. Harris den Stoff als nicht filmtauglich empfunden hat.

    Abrams hingegen glaubt, dass die anrüchige Geschichte, welche ein Kind involviert, als zu kritisch betrachtet wurde. Man darf nicht vergessen, dass zu der Zeit auf viel Moral in Filmen geachtet wurde.

    Schon 1988 wurde Zweigs Novelle verfilmt: Basierend auf einem anderen Drehbuch hat Kubricks vorheriger Assistent Andrew Birkin den Stoff inszeniert.

    Ob Kubricks Drehbuch von Burning Secret nun doch noch den Sprung auf die große Leinwand schaffen wird, wird man sehen.


    Quelle: The Guardian

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