Ferdinand

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  • Einleitung


    Ferdinand ist der neueste Streich des Animationsstudios Blue Sky, das hinter Hits wie "Ice Age", "Rio" und "Der Peanuts Film" steht. Nachdem sich zuletzt vermehrt um die "Ice Age" Reihe gekümmert wurde, steht nun mit Ferdinand erstmals seit 2013 eine neue Idee des Studios im Vordergrund.

    In Ferdinand geht es um den titelgebenden Stier, der alles andere als ein gewöhnlicher Stier ist. Er schnuppert lieber an Blumen, statt in der Arena gegen einen Matador anzutreten. Und generell will er viel lieber in Freiheit leben, als ständig mit anderen Stieren um die Vorherrschaft auf dem Platz zu buhlen. Eines Tages gerät er durch diverse unglückliche Zufälle dann doch in die Fänge des Stierkampfes.



    Kritik


    Nach den stupiden nach Schema F ablaufenden "Ice Age" Filmen versucht sich Blue Sky nun an etwas Ernsterem und will das Thema der Tierquälerei im Zusammenhang mit den Stierkämpfen in Spanien behandeln. Um das Ganze abzukürzen: So ganz gelingen will es dem Film nicht. Ferdinand geht mit dem Thema zwar ziemlich angenehm um, kann den Ernst des Themas aber nicht vollends transportieren. Nach den recht ernsten Szenen, die genau dieses Thema behandeln, sei es in Form von Horntrophäen oder wirklichen Kämpfen in der Arena, schiebt der Film viel zu schnell einen Witz hinterher. Das wäre im Grunde nicht schlimm, wären die Gags dann nicht so flach und vor allem unpassend. So bekommt das Thema zwar halbwegs Gewichtung, läuft aber Gefahr beim jüngeren Publikum den Eindruck zu hinterlassen, dass das alles zwar nicht so toll ist, aber auch halb so schlimm, denn bis auf eine einzige Szene, zeigt der Film keinerlei Konsequenzen auf – und wenn es dann doch nochmal versucht wird, scheitert es leider immer am schlecht getimten Gag danach.

    Das alles liest sich jetzt nicht allzu gut, doch wenn man die Behandlung dieses Themas – was der Film sich aber durchaus selbst auf die Fahne geschrieben hat und somit gefallen lassen muss – mal außen vorlässt, dann ist Ferdinand für das junge Publikum sicherlich gut geeignet. Dank der der Ziege Elvira gibt es einiges zu lachen, auch der irische Bulle Angus weiß humortechnisch zu überzeugen, auch wenn sein Running Gag sich schnell abnutzt. Etwas peinlich fallen hingegen die Pferde Klaus, Hans und Greta aus, die ziemlich klischeebeladen daherkommen.

    Handlungstechnisch bietet Ferdinand absolut bekannte Animationskost, das Ende kann man sich nach wenigen Minuten selbst zusammenreimen, wie welche Charaktere entwickelt werden ist vorhersehbar und entspricht dem gängigen Animationsstandard. Das alles ist aber vor allem für die Jüngeren im Kino sicherlich kein Kritikpunkt, da sie garantiert ihren Spaß haben werden.

    Auf technischer Seite befindet sich der Film im grünen Bereich, auch wenn man sich nicht auf dem Niveau vergangener Pixar-Filme bewegt. Einige Animationen wirken bei Ansichten aus weiter Ferne jedoch etwas steif, was den eigentlich guten Eindruck etwas trübt.



    Fazit


    Insgesamt ist Ferdinand sicher kein schlechter Film, die Zielgruppe wird wahrscheinlich ihren Spaß an dem Film haben, nur ist es wirklich schade, dass das ernste Thema so mit Samthandschuhen angefasst wurde, dass fast schon der Eindruck entsteht, als wüssten die Macher nicht so ganz, wie sie es anstellen sollen. Die Konkurrenz aus dem Hause Pixar macht es mit dem noch ernsteren Thema Tod in "Coco" aktuell um einiges besser und bringt das Thema geschickt und mit den richtigen Tönen auf die Leinwand.

    Ferdinand ist durchaus ein recht unterhaltsamer Animationsfilm geworden, bewegt sich aber auch exakt auf dem Durchschnitt, da er viel zu sehr den Standards im Animationsbereich folgt und sich nur äußerst selten traut diese zu durchbrechen und etwas Neues zu wagen.



    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Ferdinand
    Land:
    USA
    Jahr:
    2017
    Studio/Verleih:
    20th Century Fox
    Regie:
    Carlos Saldanha
    Produzent(en):
    Bruce Anderson, John Davis
    Drehbuch:
    Brad Copeland
    Kamera:
    Renato Falcao
    Musik:
    John Powell
    Genre:
    Animation
    Darsteller:
    Kate McKinnon, David Tennant, Bobby Cannavale, John Cena, Gina Rodriguez, Daveed Diggs
    Inhalt:
    FERDINAND erzählt die Geschichte eines riesigen Stiers mit einem großen Herzen. Nachdem man Ferdinand irrtümlich für ein wildes Tier hält, wird er gefangen genommen und von zuhause weggeschafft. Fest entschlossen zu seiner Familie zurückzukehren, trommelt er ein Team von Außenseitern für das ultimative Abenteuer zusammen. Ferdinand beweist bei der in Spanien angesiedelten Geschichte, dass man einen Stier nicht nach seinen Hörnern beurteilen kann.
    Start (DE):
    14. Dezember 2017
    Start (USA):
    15. Dezember 2017
    Laufzeit:
    106 Minuten
    FSK:
    ohne Altersbeschränkung
    Links
    deutsche Webseite:
    http://www.fox.de/ferdinand-geht-stierisch-ab

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