Jumanji: Willkommen im Dschungel

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  • Einleitung


    Es ist bereits ganze 22 Jahre her, als "Jumanji" 1995 erschien. Damals spielte Robin Williams die Hauptrolle des Alan Parrish, der für ganze 26 Jahre in dem Brettspiel Jumanji verschwand und dort im Dschungel leben musste. Bei seiner Rückkehr muss er das Spiel nochmal spielen und holte den Dschungel in die Stadt, mit all seinen Gefahren. Nun, im Jahre 2017, kehrt mit Jumanji: Willkommen im Dschungel das Abenteuer mit seiner waschechten Fortsetzung auf die Leinwände zurück und zeigt dem geneigten Kinogänger, was sich in dem Dschungel befindet, in den es Alan Parrish einst verschlug.

    Statt Robin Williams, Bonnie Hunt, Kirsten Dunst und Bradley Pierce, gibt es dieses Mal Dwayne Johnson, Kevin Hart, Jack Black und Karen Gillan zu sehen. Aus dem Brettspiel wurde ein Videospiel, welches die Protagonisten in die Welt von Jumanji saugt und sie dort im Ebenbild ihrer Avatare ein großes Abenteuer im Dschungel erleben lässt.



    Kritik


    Doch wie schlägt sich das 2.0 Update für "Jumanji"? Gleich zu Beginn merkt man, dass hier versucht wurde nicht nur einen billigen Abklatsch des Klassikers zu kreieren, sondern das bestehende Universum sinnvoll zu erweitern. So gibt es auch einen direkten Bezug zum Original von 1995, das zwar recht simpel, aber durchaus schätzenswert ist. Auch das allseits bekannte Trommeln aus dem Originalfilm ist wieder mit dabei und sorgt für angenehmes Gefühl der Nostalgie.



    Jumanji: Willkommen im Dschungel fängt stark an und kann einige witzige Akzente setzen. Nach der ausführlichen Einführung in die Welt des Sequels durch die vier Teenager, die während einer Nachsitzenstunde das Jumanji-Videospiel entdecken, es starten und schließlich in dessen Welt gesogen werden, gibt es einiges zu lachen. Ihre Ankunft im Dschungel ist witzig gestaltet, beispielsweise Spencer der Dwayne Johnson als Avatar hat und seine Muskeln und somit verbundene Stärke entdeckt. Oder auch Bethany, die im Körper von Jack Black steckt und sich erst mal damit abfinden muss, dass sie übergewichtiger Mann mittleren Alters ist, ihr Smartphone verloren hat und trotzdem ihr divenhaftes Verhalten nicht abstellen kann. All das macht tierisch Spaß und verspricht einen amüsanten Film.

    Doch leider macht der Film einen großen Fehler. Nach der ersten wirklich überaus spaßigen halben Stunde, verrennt sich der Film leider in eine ewige Wiederholung dieser lustigen Szenen. Immer wieder ist Spencer (Dwayne Johnson) über seine Kraft verwundert, Fridge (Kevin Hart) beschwert sich 119 Minuten lang über seinen kleinen Körper und dass er nicht mehr über die Fähigkeiten seines vorherigen Football-Ichs verfügt. Und so hangelt sich Jumanji: Willkommen im Dschungel von einer selben Szene zur nächsten, wiederholt die immer selben Gags und das aller schlimmste: Es kommt kaum Atmosphäre auf.


    Während "Jumanji" vor 22 Jahren nur so vor Atmosphäre strotze und mit der coolen Idee wirklich gute spielte, kann man dies beim Sequel leider nicht mehr sagen. Atmosphärisch ruht sich der Film etwas zu sehr auf seinem gelungenen Cast aus, aber drumherum spürt man so gut wie gar nichts von der Gefahr, die von dem Dschungel ausgehen sollte. Zum einen gibt es sehr wenige Tiere, die eine echte Gefahr für die vier Helden darstellen. So sieht man zwar zwischendurch mal ein paar Nilpferde, Nashörner oder auch einen Elefanten und Mücken, aber die Gefahr, die sie darstellen sollen ist ganz einfach nicht spürbar. Das liegt zum einen daran, dass sie nicht allzu gut in Szene gesetzt sind und eher einen witzigen Einschlag haben, statt des gefährlichen. Und zum anderen sehen die CGI-Tiere einfach nicht gut aus. In Zeiten von "Planet der Affen: Survival" sollte man meinen, dass die Darstellung von lebensechten Tieren kein Problem ist. Doch Jumanji: Willkommen im Dschungel gelingt dies nicht und so sehen die Nashörner oder Geparden extrem unecht aus. Dies ist zwar beim ersten "Jumanji" mittlerweile nicht anders, allerdings ist dieser auch schon satte 22 Jahre alt und kann trotz dessen eine dichte und packende Atmosphäre erzeugen, die einen mit den Protagonisten mitfiebern lässt. Und hier kommt auch die Ironie ins Spiel, denn wirklich so etwas wie Atmosphäre kann der neue Film nur dann aufbauen, wenn er den Score des Originals benutzt – das bekannte Trommeln des Spiels.

    Es ist zwar in keiner Weise schlimm, wenn die Fortsetzung versucht sich komplett auf den Humor zu konzentrieren, statt eine gesunde Mischung aus Spannung und Humor zu suchen. Doch wenn dieser sich dann ständig wiederholt, ist dies nicht sonderlich von Vorteil. Punkten kann der Film allerdings durchaus mit dem Cast, der äußerst gelungen ist. Die Chemie zwischen Dwayne Johnson, Kevin Hart, Karen Gillan und Jack Black ist wirklich großartig, sie harmonieren wunderbar und sind das ganz große Highlight dieses Films. Nur leider vermag Jumanji: Willkommen im Dschungel diesen Cast nicht richtig einzusetzen und lässt ihn durch ein CGI-Abenteuer laufen, das von einer Actionsequenz zur nächsten hüpft und dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Bobby Cannavale als Gegenspieler bleibt blass, seine Motivation hinter seinen Taten bleibt ungewiss und wird nur äußerst grob angeschnitten.



    Fazit


    Jumanji: Willkommen im Dschungel ist kein schlechter Film. Allerdings ist auch nicht wirklich gut. Die erste halbe Stunde des Films ist grandios, äußerst witzig und liebenswert. Dann beginnen allerdings die Wiederholung und es ist fraglich, ob der Film wirklich 119 Minuten hätte lang sein müssen. Der größte Pluspunkt des Films ist der Cast, dem man sehr gerne zuschaut und das Highlight des Films ist. Regisseur Jake Kasdan hat mit Jumanji: Willkommen im Dschungel eine solide Comedy der Mittelklasse auf die Leinwand gebracht, die dem Original nicht wirklich gerecht wird, aber für einen entspannten Sonntagabend durchaus geeignet ist und niemandem weh tut.



    5,5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Jumanji: Welcome to the Jungle
    Land:
    USA
    Jahr:
    2017
    Studio/Verleih:
    Sony Pictures
    Regie:
    Jake Kasdan
    Produzent(en):
    Ted Field, Dany Garcia
    Drehbuch:
    Chris McKenna, Erik Sommers, Scott Rosenberg, Jeff Pinkner
    Kamera:
    Gyula Pados
    Musik:
    Henry Jackman
    Genre:
    Action, Fantasy, Comedy
    Darsteller:
    Dwayne Johnson, Kevin Hart, Jack Black, Karen Gillan, Bobby Cannavale, Rhys Darby, Nick Jonas, Alex Wolff, Ser'Darius Blain, Madison Iseman, Morgan Turner
    Inhalt:
    In dem brandneuen Abenteuer JUMANJI: WILLKOMMEN IM DSCHUNGEL mit den Schauspielstars Dwayne Johnson, Jack Black, Kevin Hart und Karen Gillan werden vier ungleiche Teenager in die gefährliche Welt von Jumanji hineingezogen und in Avatare mit einzigartigen Fähigkeiten verwandelt. Dort müssen sie das waghalsigste Abenteuer ihres Lebens bestehen – andernfalls bleiben sie für immer im Spiel gefangen…
    Start (DE):
    21. Dezember 2017
    Start (USA):
    20. Dezember 2017
    Laufzeit:
    119 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    deutsche Webseite:
    http://www.jumanji-film.de/site/

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