The Disaster Artist

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  • Einleitung

    I did naht hit her. It’s naht true. It’s bullshit. I did naht hit her. I did naaaaht…. Oh hai Mark! Dieser berühmt berüchtigte Satz dürfte vielen Filmkennern bekannt sein. Tommy Wiseau’s The Room aus dem Jahr 2004, mittlerweile ein Kultfilm, ist für viele der schlechteste Film aller Zeiten. Viele Kritiker bezeichnen The Room sogar als Citizen Kane des schlechten Films. Dennoch genießt dieses unfreiwillig komische, größtenteils abstruse Werk Kultstatus. Über die Jahre konnte sich The Room eine treue Fangemeinde aufbauen, die jede Zeile mitsprechen kann. Bis heute werden in den großen Städten wie New York, Los Angeles oder London ausverkaufte Vorstellungen gezeigt.
    Nun hat sich James Franco aufgemacht die Entstehungsgeschichte des Kultfilms basierend auf dem Buch The Disaster Artist zu verfilmen. The Disaster Artist von und mit James Franco ist ab dem 1. Februar 2018 in den Lichtspielhäusern zu sehen.

    Greg (Dave Franco) ist ein 19-jähriger Schauspieler, der auf seinen Durchbruch wartet. Jedoch ist er kein besonders guter Schauspieler, sodass die Jobs ausbleiben. Eines Tages lernt er den absolut talentlosen, aber von sich sehr überzeugten Tommy Wiseau (James Franco) kennen und die beiden Außenseiter freunden sich schnell an. Irgendwann kommt Tommy auf die absurde Idee seinen eigenen Film zu drehen und engagiert Greg für die Hauptrolle. Das Chaos nimmt seinen Lauf und die Klappe für den schlechtesten Film aller Zeiten schlägt.




    Kritik

    Es wäre sehr einfach für James Franco gewesen, sich über Tommy Wiseau lustig zu machen und ihn als die perfekte Witzfigur darzustellen. Wiseaus Auftreten, seine Art zu sprechen und seine Attitüde ein großer Künstler zu sein, laden gerade dazu ein. Glücklicherweise hat sich Franco dagegen entschieden und respektiert Tommy Wiseau und alle anderen Menschen, die an The Room mitgewirkt haben zu jedem Zeitpunkt, auch wenn er sich hin und wieder einen Witz auf Wiseaus Kosten nicht verkneifen kann.
    Im Kern ist The Disaster Artist ein Film über Träumer, die ihren Traum von der Schauspielkarriere leben. Nach dem Tommy (gespielt von James Franco) und Greg (gespielt von Dave Franco) überall abgelehnt werden und auch in Schauspielkursen nicht überzeugen können, entscheiden sich die beiden wenig talentierten Schauspieler, die Sache selber in die Hand zu nehmen und ihren eigenen Film zu drehen. Ähnlich wie in La La Land, der ein Film über Träumer ist, trifft dies auf eine etwas andere Weise auch auf The Disaster Artist zu.

    Mit Scott Neustadter und Michael H. Weber (500 Days of Summer, The Spectacular Now), Autoren, die nicht aus dem Komödien Genre stammen zu engagieren, erweist sich für The Disaster Artist als Segen. Auf diese Weise bekommt der Film eine menschliche Note und hangelt sich nicht nur von Witz zu Witz. Auch wenn der Film als Comedy einzustufen ist, besitzt er viele sehr gelungene Charaktermomente, die Tommy und Greg sehr menschlich erscheinen lassen. Dies macht es dem Zuschauer leichter, sich in die Figuren hineinzuversetzen.
    Ein weiterer Pluspunkt ist, dass das Drehbuch gar nicht erst versucht, das Mysterium Tommy Wiseau zu ergründen. Denn niemand weiß wirklich woher Wiseau ursprünglich stammt, wie alt er ist oder woher er die 6 Millionen Dollar für die Produktion von The Room aufgebracht hat.



    The Disaster Artist ist zudem ein verdammt witziger Film geworden, der seinen Humor aus der absurden Figur des Tommy Wiseau und den verrückten Situationen herauszieht. Die Witze und die komischen Situationen sind gut geschrieben und fühlen sich niemals aufgesetzt an. Alleine die Szenen in denen der Dreh zu The Room nachgestellt werden, sind brüllend komisch. Da wird sicherlich kein Auge trocken bleiben. Franco und sein Team stellen die beliebtesten Szenen aus dem Kultfilm mit der größten Präzision nach und sorgen dabei immer für einen Lacher.

    James Franco zeigt in der Rolle als Tommy Wiseau eine großartige Performance. Er spielt ihn nicht nur, es scheint als hätte sich Franco diesen Charakter perfekt einverleibt. Dabei sieht Franco mit Hilfe der Maske und den langen schwarzen Haaren, nicht nur genauso aus wie Wiseau. Er bewegt sich, redet und verhält sich exakt gleich. Franco schafft es dabei den skurrilen Akzent und die seltsame Sprechweise von Wiseau perfekt zu imitieren. In The Disaster Artist zeigt James Franco seine vielleicht beste schauspielerische Leistung.
    Auch sein Bruder Dave Franco spielt als Greg Sestero wirklich gut und glaubwürdig. Er hat den Vorteil eine zurückhaltendere Rolle zu spielen, sodass sich die beiden Figuren ausgleichen können.



    Fazit


    James Franco gelingt mit The Disaster Artist ein brüllend komischer, aber zugleich menschlicher Film über Tommy Wiseau und sein abstruses Werk The Room. The Disaster Artist in einer der gelungensten Comedy-Filme seit langem und für Kenner von The Room ohnehin ein Pflichttitel.The Disaster Artist ist ein sehr gelungener Film, der durch Francos großartige Leistung abgerundet wird und über seine gesamte Laufzeit unheimlich viel Spaß macht.
    Wer die Möglichkeit hat, sollte den Film unbedingt in der original Version sehen, sonst geht vermutlich viel von dem Charme und dem Witz verloren. Für The Disaster Artist gibt es die volle Empfehlung!


    8/10

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    Infos
    Originaltitel:
    The Disaster Artist
    Land:
    USA
    Jahr:
    2017
    Studio/Verleih:
    Warner Bros.
    Regie:
    James Franco
    Produzent(en):
    James Franco, Evan Goldberg, Vince Jolivette, Seth Rogen, James Weaver.
    Drehbuch:
    Scott Neustadter, Michael H. Weber
    Kamera:
    Brandon Trost
    Musik:
    Dave Porter
    Genre:
    Comedy, Drama, Biography
    Darsteller:
    James Franco, Dave Franco, Alison Brie, Seth Rogen, Josh Hutcherson, Sugar Lyn Beard, Zoey Deutch, Zac Efron, Bryan Cranston, Christopher Mintz-Plasse, Ari Graynor, Melanie Griffith, Sharon Stone, Megan Mullally, Zach Braff, Judd Apatow, Jacki Weaver
    Inhalt:
    Greg (Dave Franco) ist ein 19-jähriger Schauspieler, der auf seinen Durchbruch wartet. Jedoch ist er kein besonders guter Schauspieler, sodass er keine Jobs bekommt. Eines Tages lernt er den absolut talentlosen, aber von sich sehr überzeugten Tommy Wiseau (James Franco) kennen und die beiden Außenseiter freunden sich schnell an. Eines Tages kommt Tommy auf die absurde Idee seinen eigenen Film zu drehen und engagiert Greg für die Hauptrolle. Das Chaos nimmt seinen Lauf und die Klappe für den schlechtesten Film aller Zeiten schlägt.
    Start (DE):
    1. Februar 2018
    Start (USA):
    8. Dezember 2017
    Laufzeit:
    104 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://disasterartist.movie

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