Altered Carbon - Staffel 1

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  • Einleitung

    Seit dem 2. Februar 2018 ist die neue Science-Fiction-Serie Altered Carbon aus dem Hause Netflix für Abonnenten zum Abruf bereit. Ob sich der Einstieg in die Serie lohnt, erfahrt ihr in den folgenden Abschnitten.



    Kritik

    Für ihre Cyberpunk Serie Altered Carbon, die auf den Romanen von Richard K. Morgan basiert hat Netflix tief in die Tasche gegriffen. Um die 7 Millionen US-Dollar soll der Streaminganbieter pro Folge ausgegeben haben. Und das sieht man der Serie definitiv an. Altered Carbon bietet sehr viele Schauwerte und ist audiovisuell sehr gelungen. Die Farben, die Ausstattung, das Design, sowie die futuristischen Städte, fremde Planeten oder andere Schauplätze sehen einfach großartig aus und können definitiv mit aktuellen Kinofilmen mithalten. Der große visuelle Einfluss von Blade Runner ist durchgehend zu erkennen. Dabei sieht die Welt von Altered Carbon deutlich gelungener und authentischer als im letztjährigen Ghost in the Shell aus. Auch die Soundkulisse kann überzeugen und fügt sich nahtlos ein. Aus der audiovisuellen Gestaltung ergibt sich auch eine schöne, düstere und dreckige Atmosphäre einer stark technologisierten Zukunft.

    Altered Carbon spielt im 25. Jahrhundert, wo es möglich ist, das menschliche Bewusstsein, das in sogenannten Stacks gespeichert ist, von Körper zu Körper zu übertragen. Dabei ist es praktisch möglich unendlich lange zu leben. Je nach Budget können sich Superreiche, die in Anlehnung an Methusalem Meths genannt werden, ihre eigenen Körper klonen und ewig leben. Wer nicht genug Geld hat, bekommt irgendeinen Körper nach dem Tod. So kann z.B. passieren, dass Kinder plötzlich im Körper eines alten Menschen „wiedergeboren“ werden.



    Das sehr ambitionierte Projekt behandelt eine Vielzahl von Themen wie Religion, Technologie, Ethik, die Existenz einer Seele oder den Wert eines Körpers jedoch geschieht dies oftmals zu oberflächlich. Infolgedessen verspielt Altered Carbon unheimlich viel Potenzial. Philosophische Fragen oder spannende Ansätze werden in, einer unfokussierten Haupthandlung, einer Fülle von Nebenhandlungen, Bombast und Action ertränkt. Netflix‘ Cyberpunk Serie nimmt viele gute Ideen und verfolgt sie leider nicht in der Tiefe weiter, wie es nötig gewesen wäre. Nur sporadisch werden die technologischen Errungenschaften und die ganze Mythologie behandelt. Diese bleiben zudem größtenteils sehr ungenau und werden nur knapp angerissen.

    Die Haupthandlung ist solide, ohne jedoch besondere Akzente zu setzen. Der Krimiplot wirkt zuweilen uninspiriert und plätschert gerade in der ersten Hälfte der Staffel etwas vor sich hin. Ohnehin bieten die Folgen 1-5 etwas Leerlauf, sodass die Geschichte ein wenig braucht, um in die Gänge zu kommen. Aber dafür kann die rasante zweite Hälfte mehr unterhalten, auch wenn die Geschichte weiterhin sehr konventionell und zum Teil auch vorhersehbar bleibt. Dennoch reicht es, dass der Zuschauer bei der Stange gehalten wird und gespannt die nächste Folge verfolgt. Woran natürlich auch die tollen Schauwerte und die exzellenten Actionszenen einen großen Anteil haben.

    Die Actionszenen in Altered Carbon sind sehr gut und vor allem sehr stylish inszeniert. Die Faustkämpfe und Schusswechsel sind toll choreographiert und spannend gestaltet. Außerdem bieten sie einen hohen Härtegrad, der auf Grund von viel Blut und zerstörten Körperteilen für zartbesaitete eher ungeeignet sein dürfte. Grundsätzlich ist Altered Carbon eine sehr brutale, blutige und teils mit Body-Horror angereicherte Serie. Generell wirkt die Serie mit ihrer Gewalt und Sex Attitüde wie ein futuristisches Game of Thrones, ohne jedoch dessen Qualität zu erreichen.

    Schauspielerisch ist Altered Carbon solide besetzt, ohne dass die Schauspieler jedoch besonders hervorstechen. Joel Kinnaman spielt Takeshi Kovacs, einen ehemaligen Elitesoldaten, der 200 Jahre später im Körper eines weißen Polizisten wiederbelebt wird. Kinnaman macht seine Sache solide und mimt den badass ordentlich. Jedoch ist die Rolle recht unsympathisch und stereotyp angelegt. Martha Higareda verkörpert die toughe und sexy Polizistin Kristin Ortega, die hin und wieder schön badass daherkommt und genügend Zeit bekommt, ihren Charakter ordentlich zu verkörpern. James Purefoy hat als Superreicher Laurence Bancroft zu wenig Screentime, macht seine Sache aber in Ordnung. Erwähnenswert sind noch Will Yun Lee als Kovacs‘ Geburtskörper und Chris Conner als KI-Hotelbesitzer. Beide hinterlassen einen bleibenden Eindruck und gerade Conner ist immer für einen witzigen Spruch gut.



    Fazit

    Auch wenn sich die Kritik teilweise negativer anhört, ist Altered Carbon eine sehr unterhaltsame und gelungene Science-Fiction-Serie geworden. Jedoch verspielt die Produktion das vorhandene Potenzial, sodass sie am Ende „nur“ solide und unterhaltsam ist. Altered Carbon hätte eine großartige und epische Serie werden können. Dennoch wird die Serie im besonderen Sci-Fi-Fans ansprechen. Die vorhandenen Schauwerte und exzellenten Actionsequenzen bieten einiges für das Auge. Eine höchstwahrscheinliche zweite Staffel kann gerne kommen und dann aber bitte das Potenzial besser nutzen.


    6,5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Altered Carbon
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Netflix
    Regie:
    Miguel Sapochnik, Uta Briesewitz, Alex Graves, Peter Hoar , Nick Hurran, Andy Goddard
    Produzent(en):
    Steve Blackman, Laeta Kalogridis, Nick Hurran, James Middleton, Mike Medavoy, Arnold Messer, Ralph Winter
    Drehbuch:
    Laeta Kalogridis
    Kamera:
    Martin Ahlgren, Neville Kidd
    Musik:
    Jeff Russo
    Genre:
    Science-Fiction, Drama, Action, Cyberpunk
    Darsteller:
    Joel Kinnaman, James Purefoy, Martha Higareda, Renee Elise Goldsberry, Dichen Lachman, Ato Essandoh, Chris Connor, Will Yun Lee, Kristin Lehman, Byron Mann

    Inhalt:
    Altered Carbon basiert auf dem gleichnamigen Roman von Richard Morgan und erzählt die Geschichte von Takeshi Kovacs (Joel Kinnaman), einem nach hunderten Jahren wieder zum Leben erweckten Envoy Soldaten, der den versuchten Mordanschlag auf den reichsten Mann der Welt, Laurens Bancroft (James Purefoy) untersuchen soll. Mit fortschreiten der Handlung, erkennt er, dass die Vergangenheit alles andere als begraben ist.
    Start (DE):
    02.02.2018
    Start (USA):
    02.02.2018
    Laufzeit:
    10 Folgen, 50 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Links
    deutsche Webseite:
    https://www.netflix.com/de/title/80097140

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