Red Sparrow

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Einleitung



    Mit Red Sparrow versucht sich Francis Lawrence an einem Spionage-Agenten-Thriller, der vor allem die russische Seite beleuchtet und einen besonderen Blick auf die Rekrutierung und Ausbildung der sogenannten Spatzen wirft – besonders hübsche Männer und Frauen, die die Zielperson verführen sollen, um somit an Informationen zu kommen, die der russischen Regierung zu Gute kommen und gegen ihre Feinde einsetzen kann. Auch vor Mord dürfen die Sparrows nicht zurückschrecken.

    Jennifer Lawrence spielt die russische Nachwuchsagentin Dominika Egorova und wird auf den CIA-Agenten Nathaniel Nash angesetzt um herauszufinden wer der amerikanische Maulwurf in der russischen Regierung ist.

    Kritik


    Red Sparrow beginnt äußerst gemütlich und langsam, zeigt Egorova in ihrem alten Leben, als sie noch als Primaballerina über russische Bühnen hüpft, bis ihr durch einen Unfall die Möglichkeit des Tanzens genommen wird und sie von ihrem Onkel in die geheimen Machenschaften der Spione des SWR eingeführt wird – dem russischen Auslandsnachrichtendienst.

    Gleich darauf wird sie ins Ausbildungszentrum gebracht, wo ihr eingetrichtert wird, dass sie alles ablegen muss, was man ihr bisher beibrachte, was für allem für die Scham gilt, da ihr Job sehr viel körperbetonten Einsatz benötigt. Dieser Teil des Films wird auch gut dargestellt und die harten Anforderungen weitestgehend gut an den Zuseher überbracht. Allerdings geht der Wandel von der Ballerina zur kalten Agentin gefühlt etwas zu schnell über die Bühne, was bei einer Laufzeit von ganzen 143 Minuten eigentlich nicht sein müsste. Für diesen interessanten Aspekt hat sich Red Sparrow leider etwas zu wenig Zeit genommen und das Ganze teilweise etwas gehetzt abgehandelt, während der Film sich für den Rest etwas zu viel Zeit nimmt.

    So kommen in einigen Szenen ziemliche Längen auf und es wird gefühlt ewig darauf gewartet, dass es weitergeht. Eine langsame Erzählweise würde einem Film dieser Art an sich nicht schaden, doch hier wird sich in vielen Momenten etwas zu viel Zeit genommen, so, dass der Eindruck entsteht, der Film hätte die lange Laufzeit als Vorgabe gehabt und müsse diese jetzt irgendwie füllen.

    Die seltenen, aber gut dosierten Actionsequenzen sind auf den Punkt und versprühen Authentizität, denn gerade in diesen Szenen spielt Red Sparrow seine ganze Stärke aus und zeigt, dass es sich hier nicht um einen Hochglanz-Agentenfilm handelt. Dies gilt insbesondere für die Folterszenen, in denen nicht zimperlich vorgegangen wird und niemand als Held, dem das alles nichts ausmacht und womöglich sogar noch einen coolen Spruch auf den Lippen hat, dargestellt. Coole Sprüche oder Humor sucht man in Red Sparrow aber auch abseits dieser Szenen vergebens, ist der Film die komplette Laufzeit über ernst, düster und äußerst direkt.

    Auf Seiten der Darsteller wurde einige gute Schauspieler versammelt, allen voran Jennifer Lawrence und Joel Edgerton, die ihre Rollen souverän spielen und das nötige Etwas mitbringen. Vor allem Jennifer Lawrence kann lobend erwähnt werden, kann sie diese eisige Kälte einer SWR-Agentin gut verkörpern und in allen Szenen überzeugen. Auch Edgerton ist gewohnt gut, kann sein Können aber nicht komplett ausreizen, da seine Figur hierfür nicht genug hergibt. Der Nebencast ist unter anderem mit Ciarán Hinds und Jeremy Irons passend besetzt. Auch wenn man anmerken muss, dass in Red Sparrow alle wichtigen russischen Rollen von Amerikanern verkörpert werden, was man sicher hätte besser lösen können, auch wenn man so auf große Namen wie Lawrence und Edgerton hätte verzichten müssen.



    Fazit


    Sieht man von den Längen einmal ab, dann ist Red Sparrow ein durchaus interessanter Agenten-Thriller geworden, der vor allem durch seine Optik und Authentizität zu überzeugen weiß, sich aber mit erzählerischen Schwächen herumschlagen muss und eine etwas kürzere Laufzeit sehr gut vertragen hätte. Als Kontrastprogramm zu den herkömmlichen Filmen á la "Mission Impossible" oder "James Bond", bietet Red Sparrow allerdings eine gute Alternative für den geneigten Kinogänger.


    6,5/10

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: :stern2: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    Red Sparrow
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    20th Century Fox
    Regie:
    Francis Lawrence
    Produzent(en):
    Garrett Basch, Peter Chernin, David Ready
    Drehbuch:
    Justin Haythe
    Kamera:
    Jo Willems
    Musik:
    James Newton Howard
    Genre:
    Drama, Thriller
    Darsteller:
    Jennifer Lawrence, Joel Edgerton, Matthias Schoenaerts, Charlotte Rampling, Mary-Louise Parker, Ciarán Hinds, Joely Richardson, Bill Camp, Jeremy Irons
    Inhalt:
    Als eine Verletzung ihrer Karriere ein Ende setzt, sehen Dominika (Jennifer Lawrence) und ihre Mutter einer trostlosen und unsicheren Zukunft entgegen. Daher lässt sie sich schnell dazu überreden, eine der neusten Rekruten der Sparrow School zu werden, einem Geheimdienst, der außergewöhnliche junge Menschen wie sie trainiert, ihren Körper und Verstand als Waffe einzusetzen. Nachdem sie den abartigen und brutalen Trainingsprozess überstanden hat, entwickelt sie sich zum gefährlichsten Sparrow, den das Programm je hervorgebracht hat. Dominika muss ihr Leben auf ihre neue machtvolle Situation abstimmen und das betrifft auch alle ihr nahestehenden Menschen, die sich durch sie in Gefahr befinden - darunter auch ein amerikanischer CIA Agent (Joel Edgerton), der versucht, sie davon zu überzeugen, dass er die einzige Person ist, der sie trauen kann.
    Start (DE):
    01. März 2018
    Start (USA):
    02. März 2018
    Laufzeit:
    143 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://www.foxmovies.com/movies/red-sparrow
    deutsche Webseite:
    http://www.fox.de/red-sparrow

    1.187 mal gelesen