Tomb Raider

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  • Einleitung


    Für den neusten Versuch die beliebte Videospielheldin Lara Croft auf die Leinwand zu bringen wurde der skandinavische Regisseur Roar Uthaug verpflichtet, der in seinem Horrorfilm Cold Prey bereits für reichlich Spannung sorgte. Aber auch sein Katastrophenfilm The Wave - Die Todeswelle zeigte, dass er nicht nur mit Horror für Nervenkitzel sorgen kann, sondern auch im Actionbereich.
    Für sein amerikanisches Debüt konnte er Oscarpreisträgerin Alicia Vikander (The Danish Girl) gewinnen, die in die Fußstapfen von Angelina Jolie tritt.

    Als Ausgangspunkt wurde im Gegensatz zu den Jolie-Filmen ein Ansatz gewählt, der Lara Croft noch nicht als Abenteuerin zeigt. Nachdem ihr Vater sieben Jahre spurlos verschwunden ist, beginnt sie aufgrund eines mysteriösen Artefakts die Suche nach ihm. Die noch unerfahrene Croft stellt sich in der Wildnis einer japanischen Insel ihren ersten Abenteuern und muss schnell lernen über sich hinauszuwachsen.



    © 2018 Warner Bros.

    Kritik


    Mit Alicia Vikander in Rolle der Lara Croft hat man eine sehr gute Wahl getroffen und so stellt sich die Oscarpreisträgerin auch als größte Stärke des Films heraus. Denn so facettenreich die junge Schauspielerin ihre Rolle füllt, so einfallslos zeigt sich die Handlung des neusten Versuchs die beliebte Videospielfigur auf die Leinwand zu bringen. Simpel erzählt der Abenteuerfilm von einer jungen Lara Croft, wie sie nach dem Verschwinden ihres Vaters, dessen Vermächtnisses den Rücken gekehrt hat, aber durch einen Gegenstand die letzte Spur ihres Vaters entdeckt und dieser beschließt zu folgen.
    Die Suche nach ihrem Vater im fernen Osten bietet wenig spektakuläre Handlungsstränge und auch die Settings geben nicht allzu viele Schauwerte her, die man nicht schon abermals gesehen hat. In dieser einfach gehaltenen Story agieren oberflächliche Charaktere, die von soliden Darstellern verkörpert werden. Ob ein Daniel Wu, ein Dominic West oder ein Walton Goggins, sie können durch ihre charakterlosen Figuren kaum Akzente setzten. Der auf unsympathische Figuren patentierte Goggins kann da noch am ehesten auffallen, wenn auch seiner Anthagonistenrolle jegliche interessante Motivation fehlt. Selbst der Hauptfigur Lara Croft wird kaum charakterliche Tiefe zugeschrieben. Allerdings schafft es eine überaus überzeugende Alicia Vikander ihrer Figur überraschend viele Facetten abzugewinnen.

    © 2018 Warner Bros.

    Regisseur Roar Uthaug versucht optisch viel aus dem schwachen Drehbuch rauszuholen. Auch wenn einige Actionsequenzen durch die oft sichtbaren Computereffekten wie aus einem Videospiel übernommen aussehen, können vermehrt gut gewählte Kamerafahrten und -einstellungen für ordentliche Unterhaltung sorgen. Allerdings zeigt sich neben den für die heutige Zeit recht schwachen CGI-Elementen noch ein weiterer Schwachpunkt bei den Actionszenen auf - ihre Relevanz. Einige actiongeladene Momente sind nur ihrer selbst wegen in Tomb Raider untergebracht und erzählen weder über die Figuren noch über die Handlung etwas brauchbares, wodurch merkbar Ermüdungserscheinungen auftreten. Die Geschichte dient in diesen Momenten nicht der Action und die Action nicht der Handlung. Es folgen trotz der rasanten Erzählweise einige Durchhänger, da man weder intellektuell noch emotional mitgerissen wird.
    Gerade im Abenteurgenre greift man meist auf das beliebte Hilfsmittel des Humors zurück, um den Zuschauer trotz dramaturgischer Schwächen an die Geschehenisse zu bannen. Aber darauf wurde in der aktuellen Videospielverfilmung weitestgehend verzichtet. Auf der einen Seite ist es angenehm nicht permanent von One Linern beschossen zu werden, auf der anderen Seite hätte es dem schwachen Drehbuch vermutlich gut getan. Denn weder ein hoher Gewaltgrad, noch eine dramaturgisch vielschichtige Handlung, noch spektakuläre Actionszenen, noch interessante Figuren fügen sich in Tomb Raiders ernsthafte Erzählweise ein.

    © 2018 Warner Bros.

    Eigentlich sollte bei dem Genre die Logik nicht unbedingt die größte Rolle spielen, doch fallen durch die teilweise aufkommende Langatmigkeit auch diesbezüglich einige Ungereimtheiten auf, die zumindest kleines Kopfschütteln verursachen. Dem gleich kommen auch die liebevollen Gesten zwischen Lara und ihrem Vater, die im Verlauf des Films zunehmend unfreiwillig komisch wirken.

    Aber bei all der Kritik gibt es dennoch auch einige positive Aspekte. Neben der charismatischen Hauptdarstellerin hinterlässt einmal mehr der stimmungsvolle Soundtrack von Tom Holkenborg einen bleibenden Eindruck. Durch die Wahl von dröhnenden Sounds und rhythmischen Trommeln gelingt es dem Komponisten gekonnt in einzelnen Szenen Spannung aufzubauen und sie bedeutsam zu untermalen, die sonst vollends in Belanglosigkeit untergegangen wären.
    Darüber hinaus ist es schön zu sehen, dass Lara Croft als Mensch dargestellt wird, der blutet, versagt, verliert und Fehler macht. Es wird größtenteils auf übermenschliche Aktionen verzichtet, was ihre Figur glaubhaft und greifbar macht. Auf der anderen Seite ist es aber auch schade, dass sie im direkten Zweikampf trotz ihrer Kampfsporterfahrung ihren männlichen Kollegen stets unterliegt und nur mit Hilfsmitteln oder glücklichen Zufällen obsiegt.

    Man muss aber sagen, dass Tomb Raider trotz der vielen Kritikpunkte überraschend unterhaltsam geworden ist. Zwar schleichen sich einige Längen ein, doch können Uthaugs rasante Erzählweise, der stimmungsvolle Soundtrack und die charismatische Hauptdarstellerin zumindest einige Schwächen des Films ein wenig kaschieren.

    © 2018 Warner Bros.

    Fazit


    Trotz spürbarer Schwächen kann Tomb Raider gut unterhalten, was vor allem dem hohen Tempo und der Hauptdarstellerin zu verdanken ist. Trotzdem kann das Werk von Roar Uthaug kaum Akzente setzen und bleibt somit nur einer von vielen netten Abenteuerfilmen.


    6/10

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    Tomb Raider
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Warner Bros.
    Regie:
    Roar Uthaug
    Produzent(en):
    Noah Hughes, Graham King, Patrick McCormick, Denis O‘Sullivan
    Drehbuch:
    Geneva Robertson-Dworet, Alastair Siddons, Evan Daugherty
    Kamera:
    George Richmond
    Musik:
    Tom Holkenborg
    Genre:
    Action, Abenteuer
    Darsteller:
    Alicia Vikander, Daniel Wu, Walton Goggins, Dominic West, Kristin Scott Thomas
    Inhalt:
    Tomb Raider dreht sich um die Anfänge von Lara Croft, wie sie zur Abenteurerin wird. Nachdem ihr Vater vor sieben Jahren spurlos verschwunden ist, hat Lara das Vermächtnis ihres Vaters den Rücken zugekehrt, da sie seinen vermeintlichen Tod nicht akzeptieren möchte. Doch eines Tages fällt ihr ein mysteriöser Gegenstand in die Hände, der gleichzeitig die letzte Spur ihres Vaters offenbart. Lara beschließt dieser zu einer mystischen japanischen Insel zu folgen, auf dessen Weg sie bereits mit einigen Herausforderungen konfrontiert wird.
    Start (DE):
    14.03.2018
    Start (USA):
    15.03.2018
    Laufzeit:
    118 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://www.tombraidermovie.com
    deutsche Webseite:
    http://www.warnerbros.de/kino/tomb_raider.html

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Kommentare 3

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    ManWithTheGun -

    WTF ... Ich hatte allein schon wegen der Vikander eine niedrigere Wertung erwartet... Der Rest war aber klar.

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      Baldur -

      Was stört dich an Vikander. Die passt doch sehr gut als neue/moderne Lara - so wie die neue Trilogie!

    • Benutzer-Avatarbild

      ManWithTheGun -

      Öhm.... Nein. Für mich passt sie absolut gar nicht in die Rolle...