Hello, My Twenties - Staffel 2

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  • Einleitung


    In Hello, My Twenties dreht sich alles um die fünf Bewohnerinnen eines wunderschönen Hauses namens Belle Epoque in Seoul. Im Zentrum stehen die alltäglichen Probleme, die das Uni- beziehungsweise Arbeitsleben mit sich bringen, ebenso wie schwerwiegende Themen des Lebens.

    Was nach einem schon vielfach gesehenen Prinzip klingt, stellt sich als eine große Überraschung heraus.

    Kritik


    Auch wenn man erst bei der zweiten Staffel der Serie einsteigt, findet man sehr schnell ins Geschehen und schließt auch die fünf Hauptfiguren direkt ins Herz.
    Die Auftaktfolge ist zwar in den ersten zehn Minuten recht belanglos, allerdings ändert sich das rapide und die Gagdichte steigt immens an. Mit einer etwas übertriebenen aber überaus spaßigen ersten Folge wird einem auch die humorvollste Folge der Staffel präsentiert. Denn auch wenn die Startfolge etwas anderes suggeriert, so bekommt man im weiteren Verlauf der Serie viel Dramatisches geboten. Und dabei konzentriert man sich nicht nur auf die üblichen, oberflächlichen Beziehungsprobleme, die zwar auch zu Hauf vorhanden sind, sondern auch auf wesentlich schwierigere Themen wie Gewalt in der Beziehung, komplizierte Familienverhältnisse auf verschiedenste Art, Missbrauch oder Essstörungen. Und bei all dem Spaß, den die Serie immer wieder kreiert, werden solche Themen durchgehend ernst genommen und respektvoll integriert, ohne dabei die Tragweite auch nur einen Hauch zu schmälern.



    © 2018 Netflix

    Gelungene Dialoge, abwechslungsreiche und interessante Handlungsstränge, liebenswürdige Figuren und viele kleine und liebevolle Details in Darstellung und Inszenierung attestieren die hohe technische und dramaturgische Qualität.
    Neben der großartigen Dramaturgie ist allerdings die größte Stärke der Serie das Schauspielerensemble, allen voran die wunderbaren fünf Hauptdarstellerinnen. Sie verkörpern in Perfektion einen der Gründe, warum man bei Südkorea auch von der "Republic of Cuteness" spricht. Herrlich knuffig meistern die fünf ihren Alltag, die ihren Höhepunkt erreicht, wenn in einer Folge eine der fünf den anderen versucht beizubringen, wie man besonders süß ist.
    Im gesamten Verlauf der Serie bleiben die fünf Schauspielerinnen durchweg glaubhaft. Selbst die aufgedrehte Song Ji-won wird von Park Eun-bin so natürlich dargestellt, dass sie niemals anstrengend wirkt. Ihrem großen Herzen verzeiht man auch gerne den ein oder anderen ruppigen Fehltritt. Aber auch die anderen vier bieten herausragende Leistungen, wenn sie ihre liebevoll geschriebenen Figuren zum Leben erwecken. Dabei herrscht eine großartige Dynamik zwischen den Charakteren, da sie alle etwas verschieden sind. Neben der eben erwähnten lauten Ji-won steht Han Ye-ris Figur ganz im Zeichen der Vernunft und bietet einen wunderbaren Ruhepol. Jung Ye-eun ist mit Han Seung-yeon überragend besetzt, da man sie durch ihre niedlich Art nur lieben kann. Darüber hinaus vervollständigen die unsichere und sehr emotionale Jüngste, verkörpert von Ji Woo, und die Grießgrämige, von Ara Choi dargestellt, die Konstallation.
    Dabei wirken die Schauspielerinnen durchweg natürlich, was bei den teilweise überhöhten Situationen und Darstellungen alles andere als selbstverständlich ist.

    Aber so einfach die Figuren beschrieben wurden so überraschender ist es, wenn sich nach und nach andere Seiten bei den Protagonistinnen auftun und ihnen starke Hintergründe zugeschrieben werden.
    Neben den fünf Hauptdarstellern brilliert aber auch der Nebencast und ihre Charaktere. Zwischen Ji-won und ihrem Unifreund wird eine wunderbare Freundschaft erzählt, bei der ein wenig mehr stets mitschwingt, ohne dabei permanent auf das große Geständnis zuzusteuern.
    Daneben taucht ein K-Pop Artist auf, der auf seinen großen Durchbruch wartet. Über seine Figur werden wunderbar die Schwierigkeiten dieses Business erzählt und dass nicht immer alles so schillernd ist wie es scheint. Und vor allem, dass auch nicht jeder zum Star wird.
    Ein sympathischer Hausbewohner ergänzt die Figurenkonstallation auf angenehme Weise. Der einzige Schwachpunkt ist ein etwas plakativ dargestellter Streber, der zu Beginn seiner Einführung etwas anstrengend ist, aber im zunehmenden Verlauf der Serie angenehmer wird.

    Die Serie ist sich auch stets ihrer großartigen Darsteller, ihrer starken Figuren und deren Beziehungen zu einander bewusst und schneidet die Inszenierung ganz darauf zu. Ob es die tollen Outfits sind, die großartig gewählten Requisiten, die unterstützenden Nebenfiguren oder die in jedem Moment passend ausgesuchte Musik, all diese Aspekte liefern einen guten Beitrag zur wunderschönen Atmosphäre dieser Serie. Nette kleine Einfälle wie das Durchbrechen der vierten Wand, die gelungene Einbindung von Koreas beliebtesten Messenger KakaoTalk und dessen einmaligen Emoticons oder die unaufdringlichen Gastauftritte einer sich zu Beginn der zweiten Staffel verabschiedenden Hauptdarstellerin aus der ersten heitern die Serie immer wieder angenehm auf.

    Perfektioniert wird die Stimmung stets durch die liebevollen Gesten, die die fünf Mitbewohnerinnen für einander parat haben. Ob es eine Feier zur ersten großen Trennung oder nur das Abholen von der Bushaltestelle in einer schwierigen Zeit ist. All das festigt die Beziehung, die Freundschaft zwischen den Protagonistinnen und überträgt sich unweigerlich auf den Zuschauer. Gekonnt wird auch durchgehend erzählt, dass die Bewohnerinnen der Belle Epoque keineswegs nur ein Leben füreinander haben. Alle haben auch Freunde, sogar beste Freunde außerhalb der WG und Leben, die sich nicht unbedingt permanent überschneiden. So gewinnt die Serie an Glaubwürdigkeit und punktet zusätzlich mit abwechslungsreichen Handlungssträngen, die sich dadurch eröffnen.
    Aber letztendlich ist ihre Wohnung immer der Ort zum Ankommen und genau dieses Gefühl breitet sich auch schnell beim Zuschauer aus. Egal wie dramatisch ein Konflikt ist, da ist stets ein Ort, zu dem man immer nach Hause kommen kann.



    © 2018 Netflix

    So bietet Hello, My Twenties ein großes Spektrum an Emotionen. Mit gelungener Situationskomik bekommt man hier viel zu lachen und durch die schwierigen Themen auch zu weinen. Darüber hinaus durchlebt man mit den Hauptfiguren Wut, Enttäuschung, Schuld, Vergebung, Geborgenheit und Glück, sodass man stets emotional eingebunden ist und eine innige Bindung zu den Hauptfiguren aufbaut.
    Somit ist Hello, My Twenties eine wunderschöne Überraschung, da sie neben dem üblichen Kitsch eine große Bandbreite an Qualitäten aufweisen kann, wodurch auch eine bewundernswerte Balance zwischen Komödie und Drama entsteht.


    Fazit


    Mit Hello, My Twenties bekommt man eine liebevolle, lustige, unterhaltsame, berührende und dramaturgisch eindrucksvolle Serie geboten, die von ihren starken und glaubwürdigen Hauptdarstellerinnen noch zusätzlich getragen wird. Der überwältigend süße Charme macht die Serie zu etwas ganz Besonderem. Aegyo.


    9/10

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    Infos
    Originaltitel:
    청춘시대 (Cheongchunsidae) / Age of Youth (englischer Titel)
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2017
    Studio/Verleih:
    Celltrion Entertainment / JTBC / Netflix
    Produzent(en):
    Ham Young-hoon, Park Jae-sam, Park Jun-seo
    Genre:
    Drama, Komödie
    Darsteller:
    Park Eun-bin, Han Ye-ri, Han Seung-yeon, Ji Woo, Ara Choi
    Inhalt:
    In Hello, My Twenties dreht sich alles um die fünf Bewohnerinnen eines wunderschönen Hauses namens Belle Epoque in Seoul. Im Zentrum stehen die alltäglichen Probleme, die das Uni- beziehungsweise Arbeitsleben mit sich bringen, ebenso wie schwerwiegende Themen des Lebens.
    Laufzeit:
    ca. 60 Minuten pro Folge (14 Folgen)
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://www.netflix.com/search?q=hello%20my%20twenties

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