Netflix - Alle koreanischen Filme und Serien (Korea-Special)

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  • Wie die Auswirkungen der Streaming-Anbieter auf den Kinomarkt und die Filmindustrie sind, wird seit einiger Zeit schon diskutiert. Allerdings ist und bleibt ein großer Vorteil der großen Streaming-Portale das reichhaltige Angebot an internationalen Produktion auch aus Ländern, aus denen es nur ein geringer Bruchteil auf den deutschen Kino- oder Heimkinomarkt schafft.
    Bei dem umfangreichen Angebot den Überblick zu behalten ist merklich schwierig, vor allem, da stets das Angebot erweitert wird.

    Aus diesem Grund haben wir uns erst einmal alle Titel, der in Deutschland auf Netflix verfügbaren koreanischen Filme und Serien vor Augen geführt und einen kleinen Überblick darüber erstellt.

    Die koreanische Filmindustrie gehört zu den respektabelstes der Welt und brachte in den vergangenen Jahren visionäre Regisseur wie Kim Ki-duk, Park Chan-wook oder Bong Joon-ho hervor, die nicht nur die südkoreanische Filmwelt nachhaltig beeinflussten. Letzterer lieferte mit dem viel gepriesenen Film Okja bereits seine erste Netflix-Produktion ab. Ein Grund für uns zu schauen, was Netflix noch von der koreanischen Halbinsel zu bieten hat.
    Bevor die Vorstellung beginnt, noch einige formelle Informationen.

    Da es sich selbst für Netflix oft nicht lohnt, stehen die koreanischen Titel in der Regel nur im Originalton mit optionalen deutschen Untertiteln zur Verfügung und nicht in deutsch synchronisierter Form. Falls eine deutsche Tonspur vorhanden ist, haben wir das jeweilige Werk entsprechend gekennzeichnet.

    Darüber hinaus haben wir Netflix Eigenproduktionen und Titeln mit eingekauften Vertriebsrechten ein "Netflix" beigefügt, da Werke, die nicht unter diese Kategorien fallen, nur für einen begrenzten Zeitraum zu sehen sein werden. Wir werden uns bemühen die Liste stets auf dem neusten Stand zu halten.

    Des Weiteren sind Titel, die besonders positiv auffielen mit einer Empfehlung ausgestattet, damit die Entscheidung, was man zuerst schauen möchte, vielleicht ein wenig leichter fällt.

    Zu manchen Werken existieren neben den Netflix-Namen auch Alternativtitel, die wir in den Fällen zusätzlich aufgeführt haben.

    Hier nun alle koreanischen Filme und Serien aus dem Netflix-Angebot:

    Filme

    Action/Thriller


    Telekinese
    (2018, Netflix, Atlernativtitel: Psychokinesis)

    Konnte Yeon Sang-ho mit seinem Horrorfilm Train to Busan durchaus neue Akzente in dem Genre setzen, bewegt er sich mit Telekinese auf neuem Terrain. Der übernatürliche und humorvolle Film handelt von einem Vater, der mit seinen plötzlich erlangten Superkräften, seiner in Schwierigkeiten geratene Tochter zu helfen versucht.
    Recht sparsam, aber optisch stets gelungen werden hier einige nette Actionszenen geboten. Der Humor bewegt sich allerdings auf typisch ostasiatisch überhöhtem Niveau, was definitiv nicht für jeden etwas ist. Ansonsten kann Yeons neuer Film leider kaum Akzente setzen. Sein zweiter Realfilm kann an die Stärken seines Debüts leider nicht anknüpfen. Konnte dieser zum Beispiel mit überraschend vielseitigen Figuren punkten, bewegt sich Telekinese in allen Belangen bestenfalls auf durchschnittlichem Niveau. Der recht ansehnliche Showdown kann das Werk dann noch so gerade im Durchschnitt festigen.

    Koreanischer Trailer zu Telekinese


    Train to Busan (2016, Deutsch) Empfehlung neu

    Yeon Sang-ho erzählt in seinem Realfilmdebüt, wie eine Gruppe von Überlebenden in einem Zug während einer Zombieapokalypse um ihr Leben kämpft. Train to Busan, der auf dem Filmfestival in Cannes seine Premiere feierte, ist dabei ein stark gefilmter Horrorstreifen mit beklemmender Atmosphäre. Die Darsteller, allen voran Sympathieträger Ma Dong-seok (Bad Guys), der in seiner Nebenrolle allen die Show stiehlt, liefern eine sehr gute Leistung ab und gerade die Figurenzeichnungen sind für dieses Genre überdurchschnittlich gut. Der Film überzeugt gerade durch seine Settings, wobei natürlich der Zug besonders heraussticht, kann ein immenses Tempo und eine nervenzerreißende Spannung aufbauen, sodass man kaum zum Durchatmen kommt. Darüber hinaus bietet Train to Busan einen guten Soundtrack, wunderbare Bilder, faszinierende Zombies und immer wieder ein paar berührende Momente. Alles in allem ein sehr begeisternder Horrorfilm, dessen Zombie-Apokalypse ein sehr guter Hintergrund ist, um ein Bild der Upper Class zu zeichnen. Yeons Werk ist definitiv einer der interessantesten Beiträge des so oft bedienten Zombiefilms.

    Deutscher Trailer zu Train to Busan


    Steel Rain
    (2017, Netflix) Empfehlung

    Der bereits dritte neue koreanische Film in diesem Jahr befasst sich mit einer erschreckend aktuellen Problematik - die atomare Bedrohung Nordkoreas. Aber anstatt in schwarz-weiß Malerei zu driften, zeigt Steel Rain die verschiedensten politischen Ansichten von Japan, China, Südkorea, Nordkorea und den USA auf und hinterfragt diese und den Umgang mit der atomaren Bedrohung. Denn so ist Nordkorea keinesfalls die einzige problematische Partei im Konflikt auf der koreanischen Insel. Um diese vielseitigen politischen Auseinandersetzungen erzählt das Werk von Yang Woo-seok auch über eine Freundschaft, die während dieser heiklen Phasen zwischen einem nordkoreanischen Spion und einem südkoreanischen Politiker entsteht. Bei all der ernsten Thematik wird ab und an ein wenig Humor eingestreut, der dank des großartigen Kwak Do-won auch immer zündet und dem Zuschauer ein wenig Luft zum Durchatmen schenkt. Wenn der Spion und der Politiker im Auto Musik des K-Pop Stars G-Dragon hören, brennt sich die amüsante Szene ebenso ins Gedächtnis wie die teilweise an den Nerven kratzende Spannung, während der zahlreichen militärischen Auseinandersetzungen.
    Bei einer Laufzeit von fast zweieinhalb Stunden ist es bemerkenswert wie intensiv der Regisseur den Zuschauer an die Geschichte bannt. Auch wenn die Handlung zum Ende hin ein zwei Wendungen zu viel hat und somit sich kleine Längen einschleichen, bleibt Steel Rain bis dahin unglaublich spannend. Das ist zum einen der sehr guten Handlung und ihren starken Figuren zuzuschreiben, zum anderen aber auch den imposanten Actionszenen und dem atmosphärischen Soundtrack. Die einzigen kleinen Kritikpunkte sind der teilweise etwas schwache Nebencast und die gerade zu Beginn mäßigen Computereffekte. Ansonsten bekommt man mit Steel Rain einen unglaublich spannenden Thriller geboten, der nicht nur dramaturgisch überaus gelungen ist, sondern auch gekonnt eine allzu aktuelle Problematik anspricht.

    Koreanischer Trailer zu Steel Rain


    Pandora
    (2016, Netflix, Deutsch)

    Mit dem Katastrophenfilm Pandora widmen sich die Südkoreaner einem weltweiten Problemthema: Atomkraft. Die koreanische Halbinsel gehört zu den Ländern mit der höchsten Dichte an Atomkraftweken. In Pandora wird erzählt, was eine irreparable Beschädigung und der daraus folgenden Kernschmelze für Auswirkungen haben kann. Trotz der spannenden und wichtigen Thematik und der eindrucksvollen Special Effects wird das Werk von den recht schwachen Darstellern und den viel zu langen melodramatischen und pathetischen Momenten ausgebremst. Allerdings schafft es Regisseur Park Jong-woo trotz der anstrengenden, teils nervigen Momente eine spannende Atmosphäre zu kreieren. Wer ein wenig über weinende und äußerst melodramatische Figuren hinwegsehen kann, dem wird mit Pandora ein gelungener Katastrophenfilm geboten.

    Koreanischer Trailer zu Pandora



    Lucid Dream
    (2017, Netflix, Deutsch)

    Der Actionfilm, der sich mit der verzweifelten Suche eines Vaters nach seinem entführten Sohn befasst, kann vor allem mit sehenswerten Special Effects punkten. Nach jahrelangen erfolglosen Ermittlungen greift der verzweifelte Vater auf eine neue Methode zurück: Klarträume. Mithilfe dieser, versucht er in seinen eigenen Erinnerungen neue relevante Details von dem Entführungstag seines Sohnes zu entdecken. Die Begehung der Traumwelt wird visuell stets gekonnt in Szene gesetzt. Leider macht es sich Regisseur und Drehbuchautor bei Erklärungen und Logik oft zu einfach, wodurch nur eine oberflächliche Auseinandersetzung mit den Klarträumen entsteht, die einige Logiklöcher nach sich zieht. Trotz der recht aufwendigen visuellen Umsetzung verliert Lucid Dream dadurch einiges an Potential, wodurch am Ende nur ein unauffälliger Action-Thriller bleibt.

    Koreanischer Trailer zu Lucid Dream


    Forgotten (2017, Netflix)

    Der Mystery-Thriller verbindet gekonnt übernatürliche Elemente mit denen eines klassischen Thrillers. Ebenso wie die Hauptfigur tappt man lange Zeit im Ungewissen, nachdem der Bruder spurlos verschwindet und ohne jegliche Erinnerungen nach einiger Zeit wieder auftaucht. Doch scheint die Entführung nicht das einzige merkwürdige im Leben des Protagonisten zu sein. Kim Mu-yeol als Bruder der Hauptperson bietet eine starke und ambivalente Leistung, wodurch seine Figur nur sehr schwer einzuschätzen ist und somit das Interesse des Zuschauers stets aufrechterhält. Darüber hinaus kann der Thriller von Zhang Hang-jun mit einer dichten Atmosphäre überzeugen. Allerdings schleichen sich auch einige Ungereimtheiten in den Verlauf der Geschichte und man hat das Gefühl, dass man alles irgendwie schon einmal gesehen hat. Trotzdem ist Forgotten ein spannender Vertreter des Genres geworden, der zwar wenig neue Akzente setzt, aber über seine Laufzeit durchaus zu fesseln weiß.

    Koreanischer Trailer zu Forgotten



    Okja
    (2017, Netflix, Deutsch) Empfehlung

    Bong Joon-hos Werk ist vermutlich der bekannteste Titel in dieser Liste und für die wenigsten ein Geheimtipp.
    Regisseur Bong hat in der Vergangenheit bereits mehrfach sein herausragendes Talent als Regisseur und Drehbuchautor bewiesen. Mit seiner Netflix-Produktion Okja genoss er viele Freiheiten und nahm sich der Massentierhaltung als Thema an und erschuf einen unglaublich berührenden Film, in dessen Zentrum die innige Beziehung eines Mädchens und ihres tierischen Freundes steht. Gerade diese Beziehung wird bemerkenswert liebevoll gezeichnet, was letztendlich auch das Herz des Werks ist. Gerade die erste Hälfte in Korea kann inszenatorisch beeindrucken. Dafür ist die zweite Hälfte emotional fordernder und hinterlässt am Ende auch einen unangenehmen Beigeschmack. Allerdings ist die Message mehr als lobenswert und sehr emotional verpackt. Ein äußerst berührendes Werk mit starker Aussagekraft.

    Deutscher Trailer zu Okja



    Komödie/Drama


    Red Carpet (2014) Empfehlung

    Red Carpet dreht sich um einen Porno-Regisseur, der seinem großen Traum nacheifert ein angesehener Filmemacher zu werden. Mit liebevollen und vor allem liebenswerten Figuren, die von sympathischen Darstellern verkörpert werden und einer angenehm lockeren und lustigen Umgangsform, gelingt es dem Werk von der ersten bis zur letzten Minute wunderbar zu unterhalten. Eine süße Liebesgeschichte, die die Handlung begleitet, rundet das Wohlfühlpaket hervorragend ab. Red Carpet erfindet das Rad nicht neu, kann aber trotzdem einwandfrei unterhalten.

    Koreanischer Trailer zu Red Carpet



    Seoul Searching
    (2015) Empfehlung

    In den 80er Jahren entstand in Südkorea ein Projekt, welches jugendlichen Kindern von koreanischen Auswanderern ermöglichte in einer Sommerschule das Land und dessen Kultur kennenzulernen. Allerdings bot die Kulturclash auch reichlich Reibungspotential. Und genau damit befasst sich Benson Lees Seoul Searching. Der Drehbuchautor und Regisseur geht dabei gekonnt locker mit der Thematik um, was einen enormen Unterhaltungswert garantiert, wenn die Jugendlichen aus Mexiko, den USA, Großbritannien oder Deutschland aufeinandertreffen. Doch wird die Thematik nie ins Lächerliche gezogen. So wart Lee trotz seiner amüsanten Erzählung den Respekt vor den Gründen und den Geschichten, die hinter den Jugendlichen und deren ausgewanderten Eltern stehen. Somit bietet das Werk neben dem hohen Unterhaltungsfaktor auch eine große Anzahl an berührenden und hintergründigen Momenten, die die damalige Situation beleuchten. Mit Seoul Searching ist Regisseur Benson Lee ein informativer, interessanter und spassiger Film gelungen, der eine schwierige Phase in der noch recht nahen koreanischen Geschichte behandelt.

    Englischer Trailer zu Seoul Searching



    Die folgenden Filme sind leider nicht mehr im Programm:


    Eungyo (2012, Alternativtitel: A Muse)

    Mit Eungyo wird ein Drama geliefert, dessen Figuren durch ihre Eifersucht immer mehr zu fragwürdigen Taten getrieben werden. Im Mittelpunkt steht ein berühmter siebzigjähriger Poet, dessen Schützling seinen ersten großen Erfolg feiert. Als Folge findet sein Schüler deutlich weniger Zeit für seinen Lehrer, wodurch er eine siebzehnjährige Haushaltshilfe engagiert. Zwischen dem ruhigen Poeten und der jungen Halbtagskraft entsteht eine intensive Bindung, womit der eigentliche Schützling nicht einverstanden ist. Gute Darsteller, allen voran die bezaubernde Kim Go-eun, agieren in einem schön gefilmten Drama, was die teils etwas unklug handelnden Figuren entschädigt. Eungyo ist ein berührendes Drama, dass nicht ganz ohne Schwächen auskommt aber einfühlsam mit vielen spannenden Themen umgeht.

    Englischer Trailer zu Eungyo



    Exklusiv: Die Morde von Liang Chen
    (2015, Alternativtitel: Journalist / The Exklusive: Beat The Devil's Tattoo)

    Der Thriller über einen Reporter, dessen Exlusiv-Story sich als Falschmeldung entpuppt, anstelle dafür gerade zu stehen aber ein immer umfangreicheres Lügennetz spinnt, bietet eine durchaus interessante Prämisse, womit man viele moralische Fragen abhandeln könnte. Diese werden in dem Thriller zum größten Teil allerdings nur gestreift. Leider fehlt es dem Werk darüber hinaus etwas an Schwung und sympathischen Figuren, wodurch sich in den gut zwei Stunden einige Längen einschleichen. Aufgrund von einigen starken Momenten, einer interessanten Grundidee bleibt der Film ein solider Thriller, der viele gute Ansätze bietet.

    Koreanischer Trailer zu Exklusiv



    Königin der Nacht
    (2013)

    In Königin der Nacht muss ein Mann herausfinden, dass seine Verlobte eine vom seouler Nachtleben geprägte Vergangenheit hat, dessen Hintergründe er versucht auf die Spur zu kommen. Unauffällige Darsteller, unsympathische Figuren und eine phantasielose Inszenierung erschweren den Einstieg in den Film ungemein, wodurch es dem Werk einfach nicht gelingt einen abzuholen.

    Hope (2013, Alternativtitel: Wish) Empfehlung

    Hope behandelt ein Thema, das wenn überhaupt nur äußerst schwer zu ertragen ist. So steht im Mittelpunkt der Handlung eine Familie, die mit dem schweren Missbrauch an ihrer kleinen Tochter umgehen muss. Doch anstatt dass der Regisseur und Drehbuchautor den Fokus auf die Tat legt, wird sich mit den Nachwirkungen dieser beschäftigt. So entsteht ein vielleicht etwas sentimentales, aber auch überaus berührendes Werk, dass zwar harsche Kritik an Tat und Justiz äußert, aber in erster Linie Hoffnung schenkt. Denn stets konzentriert sich Lee Joon-ik (The King an The Clown) darauf zu erzählen, wie das alltägliche Leben danach weitergeht und mit welchen unvorstellbaren Hürden man emotional, gesellschaftlich und finanziell zu kämpfen hat. Doch zeigt er auch, wie man sich genau diesen Schwierigkeiten stellen kann. Hope ist ein Plädoyer für Zusammenhalt und Hoffnung. Es bestärkt den Mut nach Hilfe zu fragen und diese auch anzunehmen und erzählt auf unglaublich berührende und so absurd es in diesem Zusammenhang klingen mag, schöne Weise, wie viel der Mensch gemeinsam erreichen kann, wenn man nur das nötige Einfühlungsvermögen und die Geduld an den Tag legt. Hope ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die bei einem sämtliche Gefühle hervorholt. Man kann Lachen, vor Freude und vor Trauer weinen, man wird wütend und enttäuscht und manchmal fühlt man sich einfach hilflos. Und doch zeigt Lee trotz der grausamen Tat eine Bandbreite von berührender Menschlichkeit in kleinen wie großen Gesten.
    Regisseur Lee geht unglaublich einfühlsam mit einer der grausamsten und unverzeihlichsten Taten um, die wir Menschen einander antun können und erschafft mit einem starken, teils herzzerreißenden Darstellerensemble einen Beitrag zu dem Thema, wie man ihn so noch nicht gesehen hat.

    Englischer Trailer zu Hope



    High Heels
    (2014, Alternativtitel: Man on High Heels)

    Der etwas ungünstige Titel lässt alles andere vermuten, als das, was man bei diesem Film geboten bekommt. Im Zentrum steht ein transgender Polizist, der seit Jahren mit seiner inneren Frau zu kämpfen hat. Was die Grundlage für ein Drama oder eine Komödie sein könnte, entpuppt sich als hartes Thriller-Drama, denn der Mann, der im Innern eine Frau ist, legt alles daran diese vor der Außenwelt zu verstecken und so geht der von Narben übersäte, bis in die kleinste Faser durchtrainierte Polizist bei der Verbrecherjagd stets mit äußerster Brutalität vor. Überraschend blutig entfaltet sich ein Thriller in der Nebenhandlung, bei dem es um Rivalitäten und Machtkämpfe innerhalb der Mafia wie Rachetaten gegenüber der Polizei geht. Doch im Fokus bleibt die feinfühlige und gut gespielte Auseinandersetzung der Hauptfigur mit seinem schwierigen Wunsch seinem Leben den Rücken zu kehren und sich vollständig zur Frau zu transformieren. In Rückblenden werden die ersten aufkommenden Gefühle und die erste große Liebe verarbeitet. Dabei bleibt man stets berührend ohne dem Kitsch zu verfallen.
    High Heels ist eine interessante Auseinandersetzung mit einem selten gewählten und schwierigen Thema, dass nebenbei noch eine gelungene und vor allem überraschend blutige Crime-Geschichte erzählt.

    Koreanischer Trailer zu High Heels


    Enemies In-Law (2015)

    Die Komödie rund um den Sohn eines berüchtigten Verbrecherpaares, der aufgrund seiner großen Liebe die Seiten wechselt und Polizist wird, spricht in erster Linie Fans von aufgedrehten, asiatischen Komödien an. Alle anderen werden sich mit der überhöhten Inszenierung wie den überdrehten Figuren schwer tun. Zwar bietet der Film einige nette Momente, doch erlangen die nicht zünden wollenden Witze klar die Oberhand, wenn man nicht gerade auf diese Art von Humor steht. Ein Blick kann bei der harmlosen Komödie nicht schaden, denn wenn man nach 20 Minuten keinen Zugang dazu findet, dann wird man es auch in der restlichen Zeit nicht schaffen. Für alle anderen kann Enemies In-Law eine nette Unterhaltung für zwischendurch sein.

    Englischer Trailer zu Enemies In-Law



    Tazza
    (2014, Alternativtitel: Tazza: The Hidden Card) Empfehlung

    Hauptdarsteller Choi Seung-hyun, auch bekannt als T.O.P. und Mitglied der Erfolgsband Bigbang, beweist mit seiner Leistung in Tazza einmal mehr sein großartiges Schauspieltalent. Gerade seine eindrucksvolle Stimme macht im Originalton besonders viel Spaß. Der Gaunerfilm rund um Kartentrickser kann mit einer stattlichen Laufzeit von gut 140 Minuten über die volle Länge wunderbar unterhalten. Interessante Figuren führen einander immer wieder hinters Licht, wodurch eine wendungs- und abwechslungsreiche Handlung präsentiert wird, bei der man nie genau weiß, was wer eigentlich im Schilde führt. Inszenatorisch lässt sich Regisseur Kang Hyeong-cheol darüber hinaus einige eindrucksvolle Ideen einfallen, wodurch das Werk auch visuell stets beeindruckend ist. Ein von Kwak Do-won großartig dargestellter Bösewicht rundet das Gesamtwerk noch zusätzlich ab. Selbst wenn man das typisch koreanische Kartenspiel, welches hier im Zentrum steht, nicht kennt oder versteht, gelingt es dem Werk den Zuschauer trotzdem zu fesseln. Tazza ist ein spannender, sich nicht zu ernst nehmender Film geworden, der immer wieder zu überraschen weiß.

    Englischer Trailer zu Tazza



    Manhole
    (2014)

    In Manhole verschleppt ein Serienmörder seine Opfer in die seouler Kanalisation. Als eines Tages die kleine, stumme Schwester von Jung Yu-mis (Train to Busan) Figur spurlos verschwindet, macht sich die besorgte Schwester auf die Suche. Schon bald entdeckt sie das Geheimnis, welches sich in der Kanalisation verbirgt. Mit guten Darstellern verrennt sich die routinierte aber solide Handlung in der Mitte zunehmend, wodurch die Spannung recht zügig zu sinken beginnt. Allerdings bietet das stets gut gefilmte Werk interessante Figuren, die einfach in einem zu lang geratenen Film versuchen die Spannung aufrechtzuerhalten. Trotzdem bleibt am Ende ein netter, wenn auch nur durchschnittlicher Horror-Thriller.

    Englischer Trailer zu Manhole



    Das Internat
    (2015, Alternativtitel: The Silenced)

    Mit dem Horrordrama Das Internat erzählt Regisseur Lee Hae-yeong angenehm ruhig und in schönen Bildern die Geschichte von einem abgeschiedenen Mädcheninternat und den merkwürdigen Vorkommnissen dort. Erinnert das Werk in der ersten Hälfte noch an starke Vorbilder wie A Tale of two Sisters, verkommt es leider im zweiten Teil zu durchschnittlicher Horrorkost mit einer etwas uninspirierten Auflösung. Trotzdem ist der Film durchweg schön gefilmt, bietet eine glaubhafte Ausstattung, gute Jungdarsteller und in der ersten Hälfte ein schön schauriges Drama.

    Englischer Trailer zu Das Internat



    Die Konkubine
    (2012)

    Das Historienepos stellt die niedrigsten Triebe des menschlichen Daseins in den Vordergrund. Hier geht es um Verrat, Manipulation, Sex, Mord und Verschwörung. So toll das Werk auch optisch mit seiner Ausstattung punkten kann, so schwer ist es den Vorkommnissen am Königshof etwas Schönes abzugewinnen. Hier bewegen sich die Figuren stets fernab von jeglichen bewundernswerten Taten, denn wirklich gute Menschen scheinen hier nicht zu existieren. Dadurch geht ein wenig die Spannung verloren, da eine Identifikation mit den Charakteren merklich schwer fällt. Aber souveräne darstellerische Leistungen und ein tolles Setting bieten zumindest für das Auge durchweg Unterhaltung.

    Englischer Trailer zu Die Konkubine


    War of the Arrows (2011, Deutsch) Empfehlung

    Kim Han-mins Film ist ein gut erzähltes, schön gefilmtes und vor allem spannendes Werk geworden. Die Darsteller agieren glaubwürdig und vor allem Bösewicht Ryu Seung-ryong zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Das Setting des historischen Machwerks wird stets gut in Szene gesetzt und von einem einwandfreien Soundtrack begleitet. Leider hinterlässt das Ende mit seinen fragwürdig agierenden Figuren einen etwas faden Beigeschmack. Ansonsten ist mit War of the Arrows Kim ein wirklich mitreißender Actionfilm gelungen.

    Deutscher Trailer zu War of the Arrows




    Serien

    Action/Thriller


    Bad Guys (2014) Empfehlung

    Um einen Serienmörder zu fassen greift ein skrupelloser Polizist auf eine unkonventionelle Methode zurück, indem er drei Schwerverbrecher aus dem Gefängnis holt und diese auf die Jagd schickt. Mit dem Versprechen auf eine Strafmilderung prügeln sich diese auf eher unkonventionelle Weise durch die seouler Unterwelt. Die Ausgangslage ist schon eine hervorragende und diese wird mit meist interessanten und nicht unbrutalen Geschichten durchweg spannend gehalten. Doch ist die große Stärke der Serie die Besetzung. Gerade der unglaublich sympathische Ma Dong-seok macht als ehemaliger Mafia-Schläger tierisch viel Spaß. Bereits im Zombie-Epos Train to Busan konnte er seinen Kollegen die Show stehlen und gehört mittlerweile berechtigt zu den gefragtesten Schauspielern in Korea. Aber auch neben Ma kann der Rest des Hauptcasts glänzen. Park Hae-jin als Serienmörder und Cho Dong-hyuk als Auftragskiller verleihen ihren Figuren emotionale Tiefe, wodurch sie stets greifbar und sympathisch sind. Kim Sang-jung als heruntergekommener Polizist spielt und spricht zwar streckenweise etwas aufgesetzt, kann aber durch sein starkes Charisma trotzdem überzeugen. Begleitet von einem gelungenen Soundtrack ist Bad Guys eine durchweg spannende und unterhaltende Serie geworden, die gerade durch ihre hervorragende Besetzung und Figurenzeichnung sich deutlich von den meisten anderen Serien des Genres abheben kann.

    © 2018 Netflix/OCN


    Bad Guys - Vile City (Staffel 2, 2017, Netflix)

    Die zweite Staffel arbeitet mit einer komplett neuen Besetzung und neuen Figuren. Auch wenn ein kurzer nicht unwichtiger Bezug zur ersten Staffel gezogen wird, kann die zweite durchaus für sich stehen. Somit ist eine Kenntnis über die Vorgängerstaffel nicht zwingend notwendig. Was man der Fortsetzung deutlich anmerkt, ist, dass sie noch aufwendiger und teurer produziert wurde. Ebenso wurde dramaturgisch komplexer gearbeitet. Allerdings schwächelt die Figurenzeichnung ein wenig. Auch darstellerisch bleibt man weit hinter der ersten Staffel zurück, allerdings war diese, wie oben schon erwähnt, in den Hauptrollen großartig besetzt. Konnte man dort trotz der kriminellen Hintergründe schnell eine große Sympathie für die Protagonisten aufbauen, tut sich die zweite damit deutlich schwerer. Man nimmt sich hier schon in der Auftaktfolge viel mehr Zeit, um die Haupthandlung zu positionieren, wodurch allerdings das Interesse für die Charaktere ein wenig auf Distanz gehalten wird, was eine gewisse Langatmigkeit zur Folge hat. Auch wenn sich die zweite Staffel ein wenig zieht, bleibt sie dennoch interessant und bietet mit den Kriminellen, die mit nicht gerade legalen Mitteln auf Verbrecherjagd gehen, eine unterhaltsame, oft brutale Grundprämisse, die in eine gelungene Thriller-Handlung eingearbeitet wurde.

    © 2018 Netflix


    Gottes Quiz (2014)

    In Gottes Quiz steht ein Team aus Kriminaltechnikern und -medizinern im Mittelpunkt, das stark an amerikanische Vorbilder wie CSI oder Bones erinnert. Allerdings kann die gerade für koreanische Verhältnisse schwach inszenierte Serie mit den amerikanischen Pendants kaum mithalten. Generell ist die Umsetzung sehr einfach gehalten, bietet visuell kaum Highlights, ebensowenig können Darsteller und Figuren überzeugen. Eine etwas blutarme Serie, die sich bei der Vielzahl an guten Alternativen kaum durchzusetzen kann beziehungsweise zu überzeugen weiß.

    Gab-dong (2014)

    Um den Namen seines Vaters reinzuwaschen, versucht ein Ermittler zu beweisen, dass dieser nicht der berüchtigte Serienmörder Gab-dong war. Nach siebzehn Jahren taucht der brutale Verbrecher wieder auf. Die beste Chance für den Ermittler sein langersehntes Ziel zu erreichen, falls es sich nicht um einen Nachahmer handelt. Spannend, psychologisch abgründig entsteht ein perfides Katz und Maus Spiel, in dem der Protagonist auch gegen Vorurteile in seinen eigenen Reihen kämpfen muss. Gab-dong ist eine starke Thriller-Serie, die einmal mehr zeigt, wie gut die Koreaner dieses Genre beherrschen.

    Stranger (2017, Netflix) Empfehlung

    Stranger ist eine anspruchsvolle und gut geschriebene Thriller-Serie, in der ein hochintelligenter Staatsanwalt und eine Ermittlerin bei einem Mordfall auf ein verworrenes Netz aus Korruption stoßen. Wenn auch die mittlerweile international bekannte Bae Doo-na (Sense8) als Polizisten recht blass bleibt, so kann allerdings der Rest der Besetzung überzeugen. Gerade Hauptdarsteller Cho Seung-woo macht als eigensinniger und berechnender Staatsanwalt eine sehr gute Figur. Darüber hinaus bietet Stranger eine optisch überzeugende Inszenierung, die der starken Dramaturgie die nötige Klasse verleiht. Der stets spannungsgeladene Soundtrack lässt einem dazu kaum Luft zum Atmen. So bieten die gut einstündigen Folgen eine ausführliche Verbrecherjagd, die inhaltlich wie technisch überzeugen kann.

    © 2018 Netflix


    Man to Man (2017, Netflix)

    Die Action-Comedy, in der ein Geheimagent verdeckt als Bodyguard eines schwierigen Filmstars arbeitet, setzt seinen Fokus ganz auf Unterhaltung. Konflikte werden kaum ernstzunehmend behandelt und die Figuren wie die Dramaturgie bleiben oberflächlich. Ebenso verhält es sich mit dem Humor. Die Witze sind simpel und risikolos, wodurch sie genauso schnell wieder vergessen sind, wie sie erzählt wurden. Die Action ist ebenfalls eher einfach gehalten und bietet kaum Schauwerte. Darsteller und Soundtrack verhalten sich ebenso unauffällig wie der Rest der Inszenierung. So ist Man to Man eine harmlose Action-Comedy, die sich durch ihre Belanglosigkeit teilweise über die Zeit schleppt. Sehr seichte Unterhaltung, die niemandem auf die Füße tritt, aber leider auch nicht wirklich zu begeistern weiß.

    © 2018 Netflix


    Mystery/Horror

    Cheo-yong (2015)

    Die titelgebende Hauptfigur löst mit Hilfe von Geistern Fälle, an denen die meisten anderen Ermittler scheitern. Seine Gabe die Toten sehen zu können ist Fluch und Segen zugleich. In streckenweise düsteren Bildern wird eine Kriminalserie aufgrund der übernatürlichen Phänomene zu einer interessanten Mystery-Serie. Doch sind die Actionszenen leider sichtbar simpel gehalten, der Hauptdarsteller kann seine teils unsympathische Figur nur wenig füllen und die restlichen Charaktere bleiben austauschbar. Die Geschehnisse sind zwar durchaus spannend, doch durch die blassen Figuren nicht vollends mitreißend. Cheo-yong ist definitiv keine schlechte Serie, aber so richtig packend leider auch nicht.

    Black (2017, Netflix)

    Erinnert die Serie von der Ausgangslage her an die Serie Cheo-yong, da auch hier ein Polizist mit übernatürlichen Phänomenen konfrontiert wird, so bewegt man sich in Black jedoch auf etwas erwachseneren Pfaden. Auch wenn hier auf Humor nicht gänzlich verzichtet wird, ist die Mystery-Serie mit mehr Fantasyelementen, einer düstereren Stimmung und höherem Brutalitätsgrad allerdings weniger auf die breite Masse ausgerichtet. Mit abwechslungsreichen Figuren, die größtenteils interessante Geschichten vorweisen, bewegt sich Black auf dramaturgisch gutem Niveau, wenn sich auch bei den gut sechzig Minuten pro Folge immer wieder Längen einschleichen.Visuell zeigt man hier nette Einfälle, sodass die Serie optisch noch punkten kann. Darstellerisch wie technisch gibt es hier kaum etwas zu bemängeln, wodurch die Serie zu einem recht spannenden, teils unheimlichen Zeitvertreib wird.

    © 2018 Netflix


    Drama/Romantik/Komödie

    Mr. Sunshine (2018, Netflix) Empfehlung neu

    Mit Mr. Sunshine erreicht uns ein episches K-Drama, in dessen Zentrum ein koreanischer Diener steht, der während des ersten amerikanischen Militäreinsatzes in Korea, der Shinmiyangyo, wo es aufgrund von Missverständnissen zu Auseinandersetzungen kam, in die USA gelangt. Nach Jahren kehrt er als US-Offizier zurück in sein Heimatland, wo er sich in die Tochter eines Adligen verliebt. Darüber hinaus stößt er auf politische Handlungen, die die Kolonisierung von Korea vorsehen. Mit Lee Byung-hun (I Saw The Devil) und Kim Tae-ri (Die Taschendiebin) ist die Serie in den Hauptrollen erstklassig besetzt. Darüber hinaus überzeugt das Drama mit einer berührenden Geschichte, einer tollen Ausstattung und starken Bildern

    © 2018 Netflix


    Argon (2017, Netflix) Empfehlung

    Argon erinnert oft an die amerikanische Serie The Newsroom von Autor Aaron Sorkin. Wenn Argon auch auf den Humor größten Teils verzichtet und lange nicht so temporeiche und geniale Dialoge zu bieten hat wie die Serie aus den USA, so kann sie aber vor allem durch ihre dramatischen Momente punkten. Darüber hinaus kommt Argon ohne die pubertären Konflikte der Hauptcharaktere aus, die die Qualität von The Newsroom oftmals merkbar schmälerten. Somit bietet die koreanische Nachrichten-Serie einen interessanten und angenehm ernsten Blick auf die journalistische Arbeit und ihre Problematiken im Fernsehen. Glaubhafte Figuren bewegen sich durch interessante, abwechslungsreiche, teils berührende Situationen, die trotz ein paar kleinerer Längen zum größten Teil spannend bleiben.

    © 2018 Netflix

    Live (2018, Netflix)

    Live dreht sich um das Leben, die Herausforderung und Freuden von koreanischen Polizisten. Dabei wird vielleicht manchmal ein wenig zu ausführlich auf die Figuren und deren Erfahrungen eingegangen. Allerdings zeichnet die Serie ein schönes und vor allem interessantes Bild von der Ausbildung und der Arbeit von Polizisten in Korea. Gewohnt dramatisch aber nie zu ernst bietet Live seichte Unterhaltung, die durch den ungewohnten Blick auf den Beruf Polizist durchaus neue Akzente setzen kann.

    © 2018 Netflix


    Prison Playbook
    (2017, Netflix) Empfehlung

    Weil ein Profi-Baseballspieler einen Kriminellen brutal verprügelt, muss dieser ins Gefängnis. Prison Playbook bietet eine frische Idee, die die Zustände in koreanischen Gefängnissen interessant darstellt. Die Figuren sind vielschichtig angelegt, sodass man selbst bei sympathischen Figuren seine Empfindungen dieser gegenüber immer wieder hinterfragt. Denn schließlich sitzt in der Regel niemand ohne Grund im Gefängnis. Dramaturgisch vielseitig, aufwendig inszeniert, in streckenweise tollen Bildern erzählt und mit guten Darstellern besetzt bietet das Drama in einem interessanten Setting bei der langen Laufzeit von ca. eineinhalb Stunden pro Folge trotzdem wenig Leerlauf und stets abwechslungsreiche Handlungen. Dazu kommen dynamische Beziehungen zwischen den Charakteren, die die Erzählstruktur noch zusätzlich unterstützen.

    © 2018 Netflix


    Misaeng (2014)

    Die unglaublich langatmige Inszenierung erschwert es dem Zuschauer durchgehend der Handlung um einen jungen Büroangestellte, der sich in seiner neuen Firma durchbeißen muss, zu folgen. Eine liebe aber auch anstrengende Hauptfigur lässt im Meer von unsympathischen und gemeinen Kollegen leider kaum Mitgefühl zu, da man ihr einiges Leid selbst zuschreiben kann. Wer allerdings auf ruhige Dramen steht, die alltägliche Probleme behandeln, der wird bestimmt auch an Misaeng Gefallen finden.

    White Nights (2016, Netflix)

    White Nights erzählt auf spannende Weise von einer mächtigen Geschäftsfrau und wie sie eine vielversprechende aus armen Verhältnissen stammende junge Frau in die Welt der Reichen und Mächtigen einführt. Eine Welt voll Manipulation, Korruption, Erniedrigungen und Verrat. Auch wenn sich der Einstieg in die Serie etwas zieht, so sind gerade die Handlungsbögen um die beiden Protagonistinnen interessant gestaltet und spannend inszeniert. Auf der einen Seite eine emotional abgestumpfte reiche Frau und auf der anderen eine emotionale junge Schönheit, dessen Moralvorstellungen durch die Schwierigkeiten, die Geldsorgen mit sich bringen, in ihrem neu gewählten Leben auf den Kopf gestellt werden. Teils dramatisch, teils unterkühlt wird ein starkes Bild der heuchlerischen Upper-Class gezeichnet, das ebenso abstößt wie fasziniert. Gute Darsteller und eindringliche Figurenzeichnungen verleihen der Serie mit ihren komplexen geschäftlichen Machenschaften einen besonderen Reiz.

    © 2018 Netflix


    A Korean Odyssey (2017, Netflix)

    A Korean Odyssey ist die erste neue Serie in diesem Jahr im Netflix-Angebot. Das romantische und übernatürliche Drama dreht sich um eine junge Frau, die in ihrer Kindheit einen Pakt mit einem mächtigen Wesen geschlossen hat und so über ihn verfügt. Fünfundzwanzig Jahre aus den Augen verloren treffen sie sich zufällig wieder. Allerdings umgibt die mittlerweile erwachsene Frau ein Geheimnis, was sie zur Zielscheibe für Dämonen macht.
    Das Fantasy-Märchen erzählt mit viel typisch koreanischem Humor eine teils kitschige, teils unheimliche Geschichte. Durchwachsene Effekte schmälern ein wenig den Gesamteindruck, ansonsten bekommt man aber eine phantasievolle und nette Serie geboten. Wer etwas für verträumtes Fantasy übrig hat, das sich nicht zu ernst nimmt, sollte einen Blick riskieren.

    © 2018 Netflix

    My Runway (2016)

    Mit nur sechs Folgen, die jeweils knapp dreißig Minuten dauern, ist die romantische Comedy-Serie um ein männliches Profimodel und eine Schülerin, die gerne ein Model werden möchte und die eines Tages unfreiwillig die Körper tauschen, schnell geschaut. Die wenigen Episoden und die kurze Laufzeit derer ist auch ein großer Pluspunkt der Serie, da sie dadurch keinen Leerlauf hat. Gut aufgelegte Darsteller, eine amüsante, wenn auch wenig neue Geschichte und eine gelungene Inszenierung machen aus My Runway ein kurzweiliges und schön zu schauendes Unterhaltungsprogramm, das niemandem wehtut.

    Busted
    (2018, Netflix)

    Die auf realistisch gemachte Krimiserie bietet durch ihren Reality-Charme leider meist schwache Dialoge, belanglose Figuren in einer dem Format geschuldeten uninspirierten Inszenierung. Allerdings können die recht interessanten Kriminalfälle zumindest ein wenig unterhalten, da sich die Serie nicht allzu ernst nimmt. Leider geht dadurch aber auch ein wenig die Spannung verloren. Wer ein Faible für Reality-Formate hat, kann durchaus einen Blick riskieren. Für alle anderen wird es sehr schwer sein, die Minuten zu überstehen.

    © 2018 Netflix


    The Sound of your Heart
    (2016, Netflix)

    Die knapp dreißigminütigen Folgen bieten Splastick am Fließband. Startet die Serie in der ersten Folge mit einfallsreichem und unglaublich witzigem Humor im Minutentakt, verliert sie sich aber zunehmend in Brachial- und Fäkalhumor, was schade ist. Wer allerdings mit derben, teils platten Witzen etwas anfangen kann, ist bei dieser Serie sehr gut aufgehoben. Für alle anderen gibt es zumindest ab und an einige sehr gelungene Gags. Grundsätzlich sollte man einfach mal einen Blick riskieren, denn man bekommt sehr schnell ein Gefühl für den Humor und ob es der passende für einen selbst ist.

    © 2018 Netflix


    Oh My Ghost (2015) Empfehlung

    Ein Geist setzt sich in einer Küchenhilfe eines angesehenen Restaurants fest und sorgt so für reichlich Wirbel. Sympathische Darsteller, eine liebevoll und amüsante Handlung sorgen für reichlich unterhaltende Romantik. Wie für koreanische Serien üblich, werden die ernsten Themen nicht gänzlich außen vor gelassen, trotzdem nimmt sich Oh My Ghost nie zu ernst, wodurch ein hoher Unterhaltungswert garantiert ist. Zum Ende der Staffel hin bekommt die Serie durch eine zusätzliche Thriller-Handlung noch einen ordentlichen Spannungsschub. Auch wenn sich dort einige Logiklöcher auftun, sind es gerade die wunderbaren Darsteller und ihre lieb gewonnenen Figuren, die einen gerne darüber hinwegsehen lassen. Eine wunderschöne und äußerst berührende letzte Folge hinterlassen einen starken Eindruck. Hochwertig produziert und inszeniert kann man bei dieser Serie sorgenlos den Alltag loslassen.

    One More Time
    (2016, Netflix) Empfehlung

    Ein Musiker, der in einer Zeitschleife steckt und einen Tag immer und immer wieder erlebt, steht in der romantischen Serie im Mittelpunkt. Nach und nach wird der Grund für seine Situation gelüftet und präsentiert eine berührende und ungewöhnliche Erklärung. Hier wird zwar viel Kitsch geboten, allerdings ist dieser auch wunderschön verpackt. Mit starken Bildern, tollen Songs und einem sympathischen Darstellerensemble, allen voran eine bezaubernde Yoon So-hee, sorgen die einzelnen Episoden für viel Romantik und Herzschmerz. Die recht kurze Laufzeit von gut dreißig Minuten in acht Folgen lassen kaum Durchhänger zu und so ist One More Time eine durchgängig gut umgesetzte, sympathische und einfach wunderschöne Serie geworden, die einem ans Herz geht.

    © 2018 Netflix


    Let's eat / vol. 2 (2013 - 2015)

    Da Essen in der koreanischen Kultur einen hohen Stellenwert hat und somit ein wichtiger Begleiter im koreanischen Alltag ist, bietet eine Serie, in dessen Zentrum die kulinarische Vielfalt Koreas steht eine interessante Ausgangslage. Allerdings sind die Handlungen drum herum ziemlich belanglos und können einen nur sehr schwer im Geschehen halten. Dazu kommt die wieder einmal übertriebene Inszenierung der Figuren und des Humors, wodurch auch bei Let's Eat nur Fans des fernöstlichen Humors angesprochen werden. Schade, da die koreanische Küche eine spannende und interessante Auswahl an Gerichten und Zutaten bietet, die es wert sind den Menschen nahezubringen.

    Reply 1994 / 1997 (2012 - 2013)

    Überzogene Figuren und überdrehte Darsteller machen die nostalgische Serie, die sich eine Staffel lang um das Jahr 1994 und eine Staffel um 1997 dreht, zu einer Adresse für Fans des fernöstlichen Humors. Alle anderen werden sich schwer tun in die Geschichte hineinzufinden und Interesse für die Charaktere zu entwickeln.

    Hello, My Twenties (2017, Netflix) Empfehlung

    Auch wenn Netflix nur die zweite Staffel der Serie zur Verfügung hat, findet man sehr schnell ins Geschehen und schließt auch die fünf Hauptfiguren direkt ins Herz. Mit letzterem ist man auch gleich bei der großen Stärke der Serie - die Schauspielerinnen und die darzustellenden Charaktere. Sie verkörpern in Perfektion einen der Gründe, warum man bei Südkorea auch von der "Republic of Cuteness" spricht. Herrlich knuffig meistern die fünf ihren Alltag. Mit gelungener Situationskomik bekommt man hier viel zu lachen, auch wenn die ein oder andere Situation etwas zu überspitzt ist. Aber das verzeiht man einer so süßen Serie und ihren herzlichen Charakteren gerne. Denn die Inszenierung ist ganz auf ihre fünf Protagonistinnen zugeschnitten und unterstützt diese in allen Formen. Ob es die tollen Outfits sind, die großartig gewählten Requisiten, die unterstützenden Nebenfiguren oder die in jedem Moment passend ausgesuchte Musik, all diese Aspekte liefern einen guten Beitrag zur wunderschönen Atmosphäre dieser Serie. Doch bei all dem Spaß, die die Serie beim Auftakt vermittelt, verliert sie im weiteren Verlauf auch nicht die ernsten Themen mit teils großer Tragweite aus den Augen, mit denen sie alles andere als belanglos und lustig umgeht. Und so entsteht eine großartige Balance zwischen Komödie und Drama.
    Wenn man nicht unbedingt von etwas aufgedrehten Figuren abgeschreckt wird, bekommt man mit Hello, My Twenties eine liebevolle, lustige, unterhaltsame, berührende und dramaturgisch starke Serie geboten, die von ihren starken und glaubwürdigen Hauptdarstellerinnen noch zusätzlich getragen wird. Aegyo.


    © 2018 Netflix


    It's okay, that's Love (2014)

    Die romantische Serie um eine Psychiaterin und einen Bestsellerautor bietet gewohnt kitschige Unterhaltung auf recht hohem inszenatorischen Niveau. Ohne groß neue Akzente zu setzen bedient sich It's okay, that's Love an gängigen Klischees, die aber stets nett in Szene gesetzt werden. Eine seichte Handlung, solide Darsteller und eine hochwertige Inszenierung kreieren eine Serie, die zwar nicht auffällig ist, aber auch niemandem wehtut. Wer romantische Unterhaltung sucht, die sich nie zu ernst nimmt, ist bei dieser Serie gut aufgehoben.

    Meine einzige Liebe (2017, Netflix)

    Mit der durchaus amüsanten Idee eine emotional aufbrausende Schauspielerin, die während eines Drehs zu einem Historienfilm plötzlich in der tatsächlichen Epoche dessen landet, hat man eine gute Ausgangslage für gelungene Unterhaltung. Die überschaubare Laufzeit von je knapp 30 Minuten lässt auch kaum Langeweile aufkommen. Und doch muss man auch hier sagen, dass die romantische Comedy-Serie in erster Linie für Fans fernöstlichen Humors ist. Denn auch bei Meine einzige Liebe treten die Darsteller zwar mit viel Energie vor die Kamera, schießen aber auch gerne mal über das Ziel hinaus. Die comichafte Inszenierung mit aufgemalten Rauchwolken etc. unterstreicht die überdrehte Art der Serie noch einmal. Wer Spaß an solch lauter Darstellung hat, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Ähnlich wie The Sound of your Heart sollte man der Serie eine Chance geben, denn spätestens nach der zweiten Folge, weiß man, worauf man sich einlässt und kann immer noch entscheiden, ob es für einen der passende Humor ist.


    © 2018 Netflix



    Romanze gesucht / 2 / 3 (2011 - 2014)

    In mittlerweile drei Staffeln, in denen jeweils die Haupthandlung und die Besetzung komplett gewechselt wurde, kann man das Liebesleben verschiedenster Figuren verfolgen. Dramaturgisch erinnert Romanze Gesucht stark an typische Daily Soaps, wenn auch die Inszenierung in der koreanischen Serie deutlich hochwertiger ist. Streckenweise bekommt man wunderschön gefilmte Szenen präsentiert, die von durchweg soliden Darstellern vervollständigt werden. Für die etwas belanglosen Handlungen und ihre innewohnenden Probleme muss man allerdings ein Faible haben.

    Something in The Rain (2018, Netflix) neu

    Mit Something in the Rain widmen sich die Koreaner einem ihrer Lieblingsthemen: die Liebe. Gewohnt romantisch geht es auch in dieser Serie zu, in der sich zwei Freunde aus Kindheitstagen nach längerem Auslandsaufenthalt des einen anfangen näher zukommen. Mit einigen kleinen unter anderem auch gesellschaftlichen Hürden wird hier der Geschichte viel Raum geboten. Auch wenn die Serie teilweise technisch und inhaltlich hinter der Konkurrenz bleibt, lebt Something in the Rain von ihren beiden liebenswerten Hauptdarstellern, zwischen denen eine wunderbare Chemie herrscht. Gerade Jung Hae-in ist durchweg sympathisch, wodurch es viel Spaß macht ihm zuzuschauen. Bereits in den Netflix-Serien White Nights und Prison Playbook zeigte er diese Qualität, in denen er zwar zum Hauptcast gehörte, allerdings nicht im Zentrum stand. Und trotzdem schloss man ihn in beiden Serien ins Herz, wodurch der Sympathieträger mit Something in the Rain endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.
    Das K-Drama ist somit romantisch, warmherzig und kann mit zwei liebevollen Hauptdarstellern punkten.

    © 2018 Netflix


    Neun: Zeitreisen mal neun (2013)

    Die romantisch tragische Serie über einen totkranken Zeitreisenden geht trotz der netten Prämisse bei der Konkurrenz etwas unter, da sie wenige Highlights bietet. Die Inszenierung ist einfach gehalten und auch sonst bewegt man sich bei der Serie auf solidem Niveau. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Seichte Unterhaltung, die aber Potential verschenkt hat.


    Wir hoffen, dass wir mit unserem Special einen kleinen Einblick in das koreanische Angebot liefern und euch ein wenig Freude bereiten konnten.

    감사합니다.
    Infos
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2018
    Genre:
    Drama, Thriller, Action, Mystery, Horror, Komödie
    Darsteller:
    Ma Dong-seok, Kwak Do-won, Han Ye-ri, Park Eun-bin, Han Seung-yeon, Choi Ara, Ji Woo, Kim Min Suk, Bae Doo-na (Doona Bae), T.O.P. (Choi Seung-hyun)
    FSK:
    noch nicht geprüft
    Links
    Webseite:
    https://www.netflix.com/search?q=korea&suggestionId=100386_genre

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