Das Zeiträtsel

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Einleitung


    Mit Das Zeiträtsel bringt Selma-Regisseurin Ava DuVernay Madeleine L'Engles gleichnamiges Jugendbuch auf die Leinwand. Im Fokus der Geschichte liegt das hochbegabte Mädchen Meg Murray, die eigentlich nur eine normale Kindheit haben möchte. Als ihr Vater, ein angesehener Physiker verschwindet und Meg die Arbeit entdeckt, an der ihr verschollener Vater zuletzt gearbeitet hat, beginnt eine abenteuerliche Reise durch Zeit und Raum und führt sie zum Ursprung von Licht und Dunkelheit.

    Für die filmische Umsetzung konnten unter anderem Newcomerin Storm Reid und große Namen wie Reese Witherspoon, Oprah Winfrey, Zach Galifianakis, Michael Peña und Chris Pine gewonnen werden.



    © 2018 Walt Disney Pictures


    Kritik


    Zu Beginn wird ein gutes Bild von der Hauptfigur Meg gezeichnet, sodass man ein Gefühl für sie, ihre Probleme und ihre Gefühlswelt bekommt. Storm Reid meistert diese Herausforderung auch gekonnt und kann so die Sympathien gleich auf ihre Seite ziehen. Schwierig wird es, sobald der Film ins Phantastische gleitet. Die drei Misses die die Helden durch Zeit und Raum begleiten sind bereits optisch eher befremdlich als verzaubernd. Die Kostüme wirken mit ihrem Glitzer wie aus einer günstigen Fernsehproduktion. Dabei kommt eine unfreiwillig komische Darstellung der Mrs. Who durch Mindy Kaling und eine etwas steife Verkörperung von Mrs. Which durch Oprah Winfrey. Somit ist es schwierig einen Zugang zu den Figuren zu finden. Einzig Reese Witherpoon merkt man ihre Spielfreude an und auch wenn sie hier keine herausragende Leistung zeigt, macht es in der meisten Zeit Spaß ihr zuzuschauen.

    Mit den etwas befremdlichen Figuren und der Beginn der Reise schleichen sich auch die ersten Ungereimtheiten in die Geschichte ein. Dramaturgisch wird es sich oft zu einfach gemacht und die nötige Brisanz, die die Geschichte in der Regel vorantreibt, geht zunehmend unter. So jagen die Protagonisten durch verschiedene Welten ohne, dass dabei der eigentliche Grund dafür präsent bleibt.
    In den CGI überladenen Welten bekommt man zwar hin und wieder schöne Bilder geboten, allerdings auch qualitativ stark schwankende Computereffekte. Dadurch mindert sich der Sehgenuss merklich. Auch wenn man durch die Vorlage viele Möglichkeiten zur phantasievollen Umsetzung der fremden Welten geschenkt bekommen hat, werden die meist nicht genutzt. Man bekommt eher unspektakuläre Szenen geboten, die aber als etwas Spektakuläres verkauft werden.



    Walt Disney Pictures


    Dazwischen agieren unsympathische Figuren, die von unvorteilhaft besetzten Darstellern verkörpert werden. Allen voran fällt der Bruder der Protagonistin mit dem unschönen Namen Charles Wallace, der dazu auch noch permanent gesagt wird, negativ auf. Zugegeben ist sie eine schwierige, wahrscheinlich sogar die schwierigste Figur im Film, allerdings ist Deric McCabe leider fehlbesetzt und wurde schlecht geleitet, wodurch es ungemein anstrengend ist, ihm zuzuschauen. Da er zum Ende hin darüber hinaus auch noch einen elementaren Platz in der Geschichte einnimmt, hat er auch einen großen negativen Einfluss auf die Gesamtwirkung des Films. Aber auch neben ihm können beispielsweise Levi Miller oder die bereits oben genannten Kaling und Winfrey nicht wirklich überzeugen. Positiv ist zu Witherspoon nur Hauptdarstellerin Storm Reid zu nennen, die sich souverän durch die Handlung hangelt und der gewohnt starke Chris Pine, dessen Rolle allerdings relativ klein ausfällt.

    Durch die darstellerischen und dramaturgischen Schwierigkeiten fällt es unglaublich schwer eine emotionale Bindung aufzubauen. Auch wenn mit einer recht guten Songauswahl immer wieder versucht wird den Zuschauer emotional abzuholen, gelingt dies in den aller wenigsten Augenblicken. Oft ruft es sogar eher Kopfschütteln hervor, da die Lieder im Kontext irgendwie fehl am Platz wirken.



    © 2018 Walt Disney Pictures


    Mit Ausnahme von ein paar wenigen Momenten erinnert Das Zeiträtsel leider meistens an einen Sonntagnachmittagsfilm anstatt an einen großen Blockbuster, der er eigentlich ist. Regisseurin DuVernay gelingt ist nicht eine stimmige Vision des Buches zu erschaffen. So ist Das Zeiträtsel für den Zuschauer mehr Anstrengung als Vergnügen.


    Fazit


    Das Zeiträtsel merkt man seine Bemühungen an, doch möchte einfach nichts so richtig funktionieren. Eine überhastete Erzählung, Fehlgriffe bei Cast und Ausstattung, eine zu simple Handlung und die teils schwachen Effekte erzeugen ein zunehmend anstrengendes Seherlebnis. Zwar gibt es die ein oder andere gelungene Szene, aber leider auch nicht mehr.


    3/10

    :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: :stern2: :stern2: :stern2: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    A Wrinkle in Time
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Walt Disney Pictures
    Regie:
    Ava DuVernay
    Genre:
    Drama, Fantasy
    Darsteller:
    Storm Reid, Oprah Winfrey, Reese Witherspoon, Chris Pine, Michael Peña, Zach Gailifianakis
    Inhalt:
    Im Fokus von Das Zeiträtsel liegt das hochbegabte Mädchen Meg Murray, die eigentlich nur eine normale Kindheit haben möchte. Als ihr Vater, ein angesehener Physiker verschwindet und Meg die Arbeit entdeckt, an der ihr verschollener Vater zuletzt gearbeitet hat, beginnt eine abenteuerliche Reise durch Zeit und Raum und führt sie zum Ursprung von Licht und Dunkelheit.
    Start (DE):
    05.04.2018
    Start (USA):
    09.03.2018
    Laufzeit:
    110 Minuten
    FSK:
    ab 6 Jahren

    1.264 mal gelesen