Hands of Stone

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  • Einleitung


    Mit dem Leben von Boxlegende Roberto Durán hat sich Regisseur und Drehbuchautor Jonathan Jakubowicz für sein Werk Hands of Stone einer umfangreichen Geschichte angenommen. Boxchampion Durán musste als Kind hungern und stahl Essen um zu überleben. Als Straßenboxer angefangen, arbeitete er sich in einer schwierigen Zeit für das Land Panama nach oben, bis er die Aufmerksamkeit des erfolgreichen Boxtrainers Ray Arcel auf sich zog. In Amerika, als der Boxsport durch das Aufblühen des Fernsehprogramms mehr und mehr zu einem Geschäft wurde, kämpfte sich der bissige panamaische Boxer in die Herzen vieler Fans. Und so wurde auch die Rivalität zum erfolgreichen Boxprofi Sugar Ray Leonard legendär. In all dem Trubel versuchte Durán stets seinem Volk etwas zurückzugeben und nebenbei noch eine Familie zu gründen.

    In dem ambitionierten Werk sind unter anderem Edgar Ramírez, Robert De Niro, Ana de Armas, Usher Raymond, Rubén Blades und John Turturro zu sehen.

    © 2018 Ascot Elite Entertainment


    Kritik


    Die eindrucksvolle Vorlage des Lebens von Boxer Roberto Durán gibt viel Material, was es wert ist erzählt zu werden. Allerdings stolpert Regisseur Jakubowicz gerade über diese Fülle an Geschichten. Denn in den knapp zwei Stunden wird versucht alles Relevante zu erzählen und dabei bezieht sich der Regisseur und Drehbuchautor nicht nur auf das Leben von Durán, sondern geht auch noch auf einige Aspekte in Arcels Leben, die panamaische politische Lage und die Auswirkungen des aufblühende Fernsehprogramms auf den Sport ein. Das ist zwar alles sehr lobenswert, allerdings wird keinem der Themen dadurch die verdiente Aufmerksamkeit zuteil, da alles nur angeschnitten wird. So stellt sich ab und an die Frage der Relevanz der Informationen für die Geschichte, obwohl sie durchaus eine Daseinsberechtigung haben. Durch die leichten Anschnitte der Themen geht diese aber oftmals unter. Folglich bewegt sich Hands of Stone trotz der wichtigen Themen stets nur an der Oberfläche und zeichnet dadurch gerade in Bezug auf Durán teilweise ein etwas unsympathisches Bild des Boxers.

    Edgar Ramírez geht aber bewundernswert leidenschaftlich an seine Rolle ran, was einige starke Szenen zur Folge hat. Somit gelingt es dem venezolanischen Schauspieler beim Zuschauer dann doch hin und wieder Sympathien für seine Figur zu entlocken. Eine ähnlich gute Darbietung liefert Robert De Niro, der nach Wie ein wilder Stier und Zwei vom alten Schlag erstmals in einem Boxfilm nur in der Ecke Platz nimmt. Mit seiner ruhigen Ausstrahlung als Boxtrainer Ray Arcel bietet er ein gelungenes Gegenstück zum aufbrausenden Durán.
    RnB-Star Usher als Sugar Ray Leonard bleibt zwar durchweg sympathisch, doch gibt seine Rolle darüber hinaus nicht allzu viel her.
    Der Nebencast verliert sich allerdings oft in oberflächlichem Overacting, was zwar ein wenig die Mentalität des panamaischen Volkes widerspiegelt, leider aber meist einfach befremdlich und unglaubwürdig wirkt.

    © 2018 Ascot Elite Entertainment


    Da Jakubowicz mit der Reichhaltigkeit an Themen viel zu wenig Laufzeit zur Verfügung hatte, entsteht oft ein etwas unentschlossenes Bild, was der Regisseur eigentlich erzählen möchte. So wirken die dramatischen Sequenzen meist zu schnell abgehandelt, die politischen Einschübe überflüssig und die Boxkämpfe zu gestrafft und somit zu unemotional. Allerdings muss man dem Filmemacher zugute halten, dass er gerade die Kämpfe optisch sehr gut umgesetzt hat. Auch wenn die emotionale Wucht etwas abhanden kommt, bleiben sie stets spannend und mitreißend. Aber auch über die Kämpfe hinaus lässt sich der künstlerische Leiter einige sehr schöne inszenatorische Ideen einfallen, wodurch immer wieder beeindruckende Kamerafahrten und starke Bilder zu sehen sind.

    Darüber hinaus kann der Soundtrack, ob Songauswahl oder Score, durchweg überzeugen und erschafft in Kombination mit den glaubhaften Kulissen und der authentischen Ausstattung ein eindrucksvolles Bild der jeweiligen Jahre.

    © 2018 Ascot Elite Entertainment


    Somit kann Hands of Stone technisch durchaus überzeugen, macht es sich aber dramaturgisch viel zu schwer, wodurch sich ein paar Längen einschleichen und dem Zuschauer ein wenig das Verständnis für die Hauptfigur fehlt. Trotz der vielen wichtigen Themen, bleibt Jakubowicz' Boxfilm zu oberflächlich. Allerdings schafft es der Regisseur durch seine gelungene Bildersprache den Zuschauer meist trotzdem abzuholen.


    Fazit


    Inhaltlich zu umfangreich für die Laufzeit kratzt Hands of Stone leider durchweg nur an der Oberfläche. Sei es emotional oder dramaturgisch. Doch können die beiden starken Hauptdarsteller wie die eindrucksvolle technische Umsetzung über viele Schwächen hinwegtäuschen.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Hands of Stone
    Land:
    Panama / USA
    Jahr:
    2016
    Studio/Verleih:
    Fuego Films / Ascot Elite Entertainment
    Regie:
    Jonathan Jakubowicz
    Produzent(en):
    Robin Duran, Jonathan Jakubowicz, David Glasser, George Edde, Bill Johnson
    Drehbuch:
    Jonathan Jakubowicz
    Kamera:
    Miguel Ioann Littin-Menz
    Musik:
    Angelo Milli
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Edgar Ramírez, Robert De Niro, Ana de Armas, Rubén Blades, Ellen Barkin, John Turturro, Usher Raymond
    Start (DE):
    20.04.2018 (Heimkino)
    Start (USA):
    26.08.2016
    Laufzeit:
    114 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    deutsche Webseite:
    https://ascot-elite.de/movie/de/28/2110/Hands_of_Stone.html

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