Tote Mädchen Lügen Nicht: 13 Reasons Why - Season 2

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  • Einleitung


    Im März letzten Jahres wurde Tote Mädchen Lügen Nicht zu einem Sensationserfolg für den Streaming-Anbieter 'Netflix'. Die Serie über den tragischen Selbstmord einer Highschool-Schülerin und dessen Hintergründe wurde zur meistdiskutiertesten Serie aller Zeiten im Social Media, jeder hat es gesehen, jeder hatte eine Meinung. Die Kritik reichte von "wichtig" über "erschütternd" bis hin zu "too much", denn einigen Meinungen zu Folge ging die Serie mit dem Gezeigten zu weit. Obwohl wir das nicht so gesehen haben, ist genau dies in der zweiten Staffel, nach der im Grund niemand gefragt hat, passiert; Sie geht in manchen Szenen fast schon zu weit und ist schwer zu ertragen. Ob die neuen Folgen trotzdem überzeugen können, erfahrt ihr weiter unten.

    © Netflix

    Kritik


    Es sind Monate vergangen nach den Ereignissen aus der ersten Staffel. Hannah Baker hat sich das Leben genommen, nachdem sie in der Schule gemobbt und auf einer Party gar vergewaltigt wurde. Um den Schuldigen aufzuzeigen, was sie getan haben, hat Hannah dreizehn Kassetten aufgenommen, auf denen sie ihren Leidensweg bis hin zum Selbstmord schildert. Niemand hat ihr richtig zugehört oder geholfen, nicht einmal der Berater der Schule. Aus diesem Grund möchte Hannahs Mutter Gerechtigkeit für ihre Tochter und klagt gegen die Schule. Doch in den Aussagen der Schüler kommen immer wieder neue Wahrheiten ans Tageslicht und auch im Schulalltag zeigt sich, dass wenig aus Hannahs tragische Tod gelernt wurde. Zudem tauchen Polaroids und ominöse Botschaften auf, die sagen, dass Hannah nicht das einzige Opfer war.

    Dass Tote Mädchen Lügen Nicht eine zweite Staffel spendiert bekommt, war eigentlich durch den Erfolg abzusehen. Über den Sinn kann man sich jedoch streiten, da die Buchvorlage von Jay Asher in den ersten dreizehn Folgen durch und die Geschichte von Hannah Baker zu Ende erzählt war. Es stellte sich die Frage, ob man die Geschichte gut und sinnvoll weitererzählen kann. Nach dem Binge-Watching der dreizehn neuen Episoden kann die Frage jedoch nicht eindeutig beantwortet werden, denn auf der einen Seite wird die Geschichte durch die Gerichtsverhandlung zwar konsequent fortgesetzt, wirkt aber durch all die neuen Erkenntnisse, die ans Tageslicht gelangen, zeitweise arg konstruiert, zu amerikanisch und einige der Schüler fast schon zu böse.

    © Netflix

    Die erste Staffel war noch recht innovativ durch ihre Kassetten, Hannas Stimme sowie die Rückblicke, die ihre Geschichte aus ihrer Sicht erzählt haben... Leider ist von diese Innovation in der zweiten Staffel nichts mehr übrig, da der Zuschauer hauptsächlich Zeuge der Gerichtsverhandlung wird, die einige Dinge im neuen Licht darstellt und für Zündstoff im Schulalltag sorgt, aber für eine Spielzeit von dreizehn Stunden einfach zu wenig ist. Natürlich ist die Thematik weiterhin brisant und wirkt für das ein oder andere Kopfschütteln, allein weil nicht mehr nur Hannahs Tod und Vergewaltigung im Vordergrund steht, sondern auch Jessica mit sich zu kämpfen hat, über ihre Vergewaltigung zu sprechen, deren Zeuge Hannah war.

    Die zweite Staffel von Tote Mädchen Lügen Nicht ist nicht schlecht, das Gemecker weiter oben ist Meckern auf hohem Niveau. Die Geschichte wird konsequent weitererzählt und ist im Grunde die einzig logische Fortsetzung, die man sich hätte ausdenken können, ebenso schaffen es die neuen Folgen erneut, den Zuschauer zeitweise in ihren Bann zu ziehen, was durch einen tollen Soundtrack und erstklassige Schauspieler getragen wird.

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    Zu erwähnen sind hier natürlich ein paar der jungen Darsteller: Dylan Minnette als Clay, die eigentliche Hauptfigur der Serie, spielt sich die Seele aus dem Leib, ebenso Alisha Boe als Jessica und Miles Heizer als Alex, der seinen Selbstmordversuch aus dem Finale der ersten Staffel zwar überlebt hat, nun aber mit einer Halbseitenlähmung zu kämpfen hat und voller Zorn ist und unglaublich gut spielt. Auch Devin Druid als Tyler hat keinen einfachen Charakter zu verkörpern, spielt diesen aber sehr authentisch. Wärend Ross Butler als Zach den Sympathieträger verkörpert, fliegt Katherine Langford als Hannah etwas unter dem Radar; Weniger Screen-Time, weniger Drama, nur in kleinen Rückblenden oder "Halluzinationen" zu sehen; Immer noch überzeugend, aber im Grunde ist ihre Geschichte bereits am Ende der ersten Staffel zu Ende erzählt worden.

    Auf der Seite der erwachsenen Darsteller überzeugen wie schon in der ersten Staffel Derek Luke als Schulberater, der allein in der Szene, in der er vor Gericht aussagt, spielt, als ginge es um sein Leben sowie Kate Walsh als Hannahs Mutter, die vor Trauer zerfressen ist und nur Gerechtigkeit für den Tod ihrer Tochter sucht und dabei so überzeugend spielt, dass es beim Zuschauen fast schmerzt, wenn man in ihre traurigen Augen schaut, in denen nur selten ein Hoffnungsschimmer aufblitzt.

    Die letzte Folge scheint nur zu existieren, um eine dritte Staffel zu rechtfertigen. Sie bietet zwar den schönsten Moment der gesamten Staffel, vielleicht sogar der gesamten Serie, dass hier jedoch in Sachen Schock eine ganze Schippe draufgelegt wird, ist fast schon unnötig - auch wenn man Spannung, Herzklopfen und ja, auch Wut nicht verleugnen kann. Ja es gibt Fragen, die offen bleiben und ja, ich denke es wird eine dritte Staffel folgen.

    © Netflix

    Fazit


    Die zweite Staffel von Tote Mädchen Lügen Nicht macht einiges falsch. Zwar ist die Fortsetzung der Geschichte die einzig logische, wirkt dabei aber zeitweise konstruiert, repetitiv, ist stellenweise langgezogen und wirkt trotz brisanter Themen fast schon gewollt schockierend. Trotzdem ist die Staffel solide, da sie Fragen aus der ersten Staffel beantwortet und Dinge auch von einer anderen Seite beleuchtet, sie ist zudem erstklassig gespielt und hat trotz aller Kritikpunkte einen gewissen Unterhaltungswert, kommt aber mit Abstand nicht an die erste Staffel ran! Es bleibt einfach der fade Beigeschmack, dass es diese zweite Staffel nicht gebraucht hätte.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    13 Reasons Why
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Netflix
    Regie:
    Gregg Araki u.a.
    Produzent(en):
    Hayley Tyler, Marissa Jo Cerar, Ron Rapiel, Barbara D'Alessandro, Thomas Glinkowski, Steve Golin, Kristel Laiblin, Tom McCarthy, Mandy Teefey, Joy Gorman Wettels, Brian Yorkey
    Drehbuch:
    Brian Yorkey, Marissa Jo Cerar, Rohit Kumar, Felischa Marye, Thomas Higgins, Hayley Tyler
    Kamera:
    Ivan Strasburg, Cameron Duncan
    Musik:
    Eskmo
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Dylan Minnette, Kate Walsh, Devin Druid, Katherine Langford, Brandon Flynn, Christian Navarro, Alisha Boe, Michele Selene Ang, Justin Prentice, Miles Heizer, Ross Butler, Brian d'Arcy James, Bryce Cass
    Inhalt:
    In der zweiten Staffel werden die Nachwehen von Hannah Bakers Selbstmord behandelt durch eine Gerichtsverhandlung, in der viele neue Dinge ans Tageslicht kommen, aber auch durch Polaroids, die auftauchen und sagen, dass Hannah nicht das einzige Opfer war.
    Start (DE):
    18.05.2018
    Start (USA):
    18.05.2018
    Laufzeit:
    13x55-69 Minuten
    FSK:
    noch nicht geprüft

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