Solo: A Star Wars Story

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  • Einleitung

    Am 24. Mai 2018 kommt das zweite Star Wars Spin-off Solo: A Star Wars Story in die deutschen Kinos. Die als Star Wars Story betitelten Filme widmen sich dabei den Geschichten, die außerhalb der Handlungsstränge der Hauptepisoden spielen. So begründet Solo: A Star Wars Story den Charakter von Han Solo, wie er vor Episode IV: Eine neue Hoffnung war. Ob der Film überzeugen kann, verraten die nachfolgenden Absätze.

    Durch eine Reihe waghalsiger Eskapaden, mittendrin in einer dunklen und gefährlichen kriminellen Unterwelt, freundet sich Han Solo mit seinem beeindruckenden, zukünftigen Co-Piloten Chewbacca an und trifft den berüchtigten Spieler Lando Calrissian. Es ist eine Reise, die das Schicksal eines der ungewöhnlichsten Helden der Star Wars-Saga bestimmen wird.

    © 2018 Walt Disney Pictures

    Kritik

    Solo: A Star Wars Story beginnt mit seinen ersten Szenen bereits äußerst rasant und wirft den Zuschauer inmitten von einigen Verfolgungsjagden. Dieser ereignisreiche Anfang gibt auch den Weg für die kommenden 40-45 Minuten vor. Im ersten Drittel des Films wechselt sich eine Actionsequenz mit der nächsten ab, so kommt der Zuschauer nur selten zum Verschnaufen. Leider hat dies die Konsequenz, dass im ersten Drittel der Erzählfluss ungemein gestört ist. Trotz der unterhaltsamen Action wirkt der erste Akt zudem ein wenig zerfahren und gleicht einer Kollage von Actionszenen, die hin und wieder von sehr kurzen Dialogszenen unterbrochen werden. Hinzukommend wirken die ersten 40-45 Minuten im Vergleich zu den restlichen 2/3 der Laufzeit ein wenig Fremdartig, fast schon wie zwei unterschiedliche Filme. Dies ist vor allem am Look, Feeling und Erzählweise zu erkennen.

    Erst im zweiten Akt nimmt die Handlung Fahrt auf und es kommt vermehrt zu gelungenen Charaktermomenten. Im Kern erzählt Solo: A Star Wars Story Han Solos Originstory im Gewand eines Space-Westerns. Der Film zeigt wie der etwas naive Han zu der Person wird, die wir aus der original Star Wars Trilogie kennen. Dabei ist die simple Geschichte gelungen und bietet einige gelungene Momente, die Han oder Chewbacca neue Facetten verpassen, ohne dabei respektlos mit den Figuren umzugehen. Darüber hinaus ist die Geschichte leider zu konventionell erzählt. Ron Howard wählt den Weg mit dem geringsten Risiko und erzählt die Geschichte seines Films routiniert und ohne große Überraschungen oder kreativen Einfällen. Hinzukommend bietet der Film zu wenige Szenen, die sich in das Gedächtnis des Zuschauers brennen werden. Das erste Aufeinandertreffen von Han und Chewbacca ist zwar gelungen inszeniert, hätte aber deutlich ikonischer inszeniert werden können. Auch wenn die Handlung etwas überraschungsarm daherkommt, wird der Film niemals langweilig und bietet spannende Momente.

    © 2018 Walt Disney Pictures

    Es ist Ron Howard sowie seinen beiden Autoren Jonathan Kasdan und Lawrence Kasdan hoch anzurechnen, dass sie Solo: A Star Wars Story so eigenständig wie möglich gestalten. So hebt sich schon der dreckige und düstere Look von vielen anderen Star Wars Filmen ab. Ohne Star Wars im Titel sowie Han Solo und Chewbacca als Protagonisten hätte der Film auch als eigenständige Space Opera funktioniert. Auch wenn überall bekannte Elemente aus dem Star Wars Universum zu sehen sind, kann der Film bestens auf eigenen Beinen stehen.

    Solo bietet eine große Palette an Actionsequenzen, u.a. eine der besten Kriegsszenen im Star Wars Universum, die unheimlich viel Spaß machen. Ron Howard gibt sich dabei keine Blöße und inszeniert alle Actionszenen routiniert und sicher. Jedoch bieten diese keine kreativen Einfälle oder Überraschungen. Nichtsdestotrotz sind die Actionszenen aber gelungen und können den Zuschauer unterhalten.
    Passend dazu sind die Effekte auf allerhöchstem Niveau. Das CGI ist zu jeder Zeit äußerst gelungen und fügt sich organisch in die Szenen ein. Es gibt keinen Moment, in dem bestimmte Sachen negativ auffallen oder aufgesetzt wirken. CGI-Ausfälle oder zu künstliche Szenen sind nicht vorhanden. Da hatte der deutlich teurere Infinity War teilweise schlechteres CGI gehabt.

    Alden Ehrenreich macht in der Rolle des jungen Han Solo einen wirklich guten Job. Den Draufgänger mit großer Klappe verkörpert er respektvoll und mit dem richtigen Timing. Auch wenn er nicht so charismatisch und cool ist, wie Harrison Ford, besitzt er eine gewisse Ausstrahlung und eine gute Leinwandpräsenz. Sobald sich der Zuschauer an Ehrenreich in dieser ikonischen Rolle gewöhnt hat, macht es definitiv spaß ihm beim Schauspiel zuzusehen. Donald Glover verkörpert Lando Calrissian großartig. Er ist definitiv der humorvollste Charakter im ganzen Film. Glover schafft es dabei jede Szene, in der er zu sehen ist, sofort an sich zu reißen. Hier kann auf jeden Fall von der besten Performance des Films gesprochen werden. Die bezaubernde Emilia Clarke spielt ihre Rolle souverän, ohne jedoch besondere Akzente zu setzen. Paul Bettany als der Antagonist Dryden Vos hat sichtlich Spaß an seiner Rolle und verkörpert diese herrlich böse. Jedoch ist sein Charakter wieder einmal der Standard Bösewicht von der Stange.

    © 2018 Walt Disney Pictures

    Fazit

    Solo: A Star Wars Story ist ein gelungener und sehr unterhaltsamer Film geworden, der besonders durch seine spannenden Actionszenen und sympathischen Charakteren überzeugen kann. Der Film besitzt ein ordentliches Pacing, sodass zu keinem Zeitpunkt Langweile aufkommt. Einzig der etwas zerfahrene erste Akt und die überraschungsarme Geschichte trüben ein wenig den Gesamteindruck. Alden Ehrenreich macht als Han Solo definitiv einen guten Eindruck und liefert eine gelungene Performance.
    Positiv ist noch hervorzuheben, dass Solo ziemlich eigenständig wirkt, sodass der Film auch gut außerhalb der Kontinuität als eigenständiger Film betrachtet werden kann.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Solo: A Star Wars Story
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Lucasfilm, Walt Disney Pictures
    Regie:
    Ron Howard
    Produzent(en):
    Kathleen Kennedy, Allison Shearmur, Simon Emanuel, Lawrence Kasdan, Jason McGatlin, Phil Lord, Christopher Miller
    Drehbuch:
    Jonathan Kasdan & Lawrence Kasdan
    Kamera:
    Bradford Young
    Musik:
    John Powell
    Genre:
    Science-Fiction, Fantasy, Action
    Darsteller:
    Alden Ehrenreich, Joonas Suotamo, Woody Harrelson, Emilia Clarke, Donald Glover, Thandie Newton, Phoebe-Waller Bridge, Paul Bettany, Jon Favreau, Linda Hunt

    Inhalt:
    Durch eine Reihe waghalsiger Eskapaden, mittendrin in einer dunklen und gefährlichen kriminellen Unterwelt, freundet sich Han Solo mit seinem beeindruckenden, zukünftigen Co-Piloten Chewbacca an und trifft den berüchtigten Spieler Lando Calrissian. Es ist eine Reise, die das Schicksal eines der ungewöhnlichsten Helden der Star Wars-Saga bestimmen wird.
    Start (DE):
    24. Mai 2018
    Start (USA):
    25. Mai 2018
    Laufzeit:
    135 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren

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