Kampf der Titanen

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  • Wenn heut zu Tage *Kampf der Titanen* im Sonntagnachmittag Programm eines wenig renommierten Fernsehsenders läuft, fällt in erster Linie der großzügige Einsatz der alten Stop-Motion-Technik ins Auge, die diesem Film zu einem zweifelhaften Klassikerstatus verholfen hat. Von einem gewissen Charm mal abgesehen, hat der Schinken für heutige Sehgewohnheiten nur noch wenig zu bieten und bleibt den meisten wohl als Relikt aus der eigenen Kindheit in Erinnerung.

    Dennoch bietet *Kampf der Titanen* den scheinbar idealen Nährboden für das moderne Heldenkino! Was diesen Stoff fürs heutige Blockbusterkino sehr verlockend macht, ist die Unverbrauchtheit der griechischen Mythologie!}data/media/1308/Kampf_der_Titanen_09_2.jpg} Diese beherbergt eine Vielzahl von Gottheiten, Monstern und Helden-Sagen, die im modernen Kino recht kurz gekommen sind, während anderweitig Mumien, Monsterjäger und ausergewöhnliche Ligen ihr Glück versucht haben, teils mehr, teils weniger erfolgreich. Das Potenzial hat man auch bei Warner Bros. erkannt und schickt die Perseus-Saga, mit reichlich Änderungen zum Original, in den Kampf um die Gunst der Zuschauer, sogar in 3D! Dies sollte man zumindest meinen, wenn man die Werbespots im TV verfolgt, doch wer hier ein zweites „Avatar“ erwartet, wird furchtbar enttäuscht, denn die 3D Szenen beschränken sich auf ein paar vereinzelte Szenen, die das viele Geld nicht wert sind! Deshalb ist dringend davon abzuraten, übermäßig viel für spärlich vorhandene 3D-Effekte auszugeben. Letzten Endes ist es auch nur auf den Erfolg von „Avatar“ zurückzuführen, dass *Kampf der Titanen* während der Postproduction einige 3D Szenen spendiert bekommen hat, ursprünglich war dies nie vorgesehen.

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    Der Film selbst präsentiert als eine Ansammlung von Hochs und Tiefs, die ihn nie wirklich gut, aber auch nicht wirklich schlecht machen. Regisseur *#Louis Leterrier#* erweist sich allerdings als Fehlgriff, denn nach dem mauen "Incredible Hulk" beweist er erneut, dass er kein Talent für große Aufgaben hat und in seiner Rolle als Blockbusterregisseur eher zu den unglücklichen McGs dieser Welt zählt. In den Actionszenen kann sich *#Leterrier*# zwar noch über Wasser halten, der Kampf mit Skorpionen und der Medusa gehören zu den Highlights des Films, doch die ruhigen Szenen hat der Franzose nicht im Griff, präsentiert sie mit dem Einfallsreichtum einer Folge Xena. Ein weiteres Problem ist die Handlung, die durch den Hintergrund der Perseus-Saga zwar viel Potenzial hat, aber in den Details schlecht ausgearbeitet ist. Gerüchten zufolge wurde das Drehbuch mehreren Änderungen unterzogen, die, wenn man den fertigen Film gesehen hat, wohl eher zu einer Verschlechterung der Storyqualität geführt haben. Ärgerlich sind die teils klischeehaft ausgearbeiteten Nebenfiguren, allen voran die weiblichen. Andromeda kommt nur am Rande vor, während sie im Original noch ausschlaggebend für Perseus Motivation war, fehlt hier die besondere Bindung, was sie ersetzbar macht. Als Loveinterest wird stattdessen eine andere Dame angeboten, deren Figur jedoch furchtbar aufgesetzt wirkt und zur holden Runde der "Gefährten" einfach nicht passen will.

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    Auf der Darstellerbank fährt *Kampf der Titanen* teils große Namen auf, neben #Liam Neeson# als Zeus, überzeugt #Ralph Fiennes# als Bösewicht Hades, auch wenn er mit seiner übertriebenen Diabolik manchmal an seine Rolle als Lord Voldemort erinnert. Shootingstar #Sam Worthington# war die Idealbesetzung für Perseus und erfüllt erneut die Rolle des modernen Actiontypen, der Testosteron und Sensibilität unter einer Haube trägt.

    Leider hinterlässt der Film auf technischer Ebene einen zwiespältigen Eindruck. Die Qualität der CGI Effekte ist schwankend, während Fabelwesen wie der Pegasus und der Krake überzeugen können, wirkt die Medusa sehr künstlich. Auch Masken und Makeup können nicht immer treffen, so sind die drei stygischen Hexen eher etwas verunglückt und die Jinn könnten mit ihren Plastikmasken glatt aus einer TV-Serie stammen. Einen stimmigeren Eindruck hinterlässt die opulente Musikuntermalung von Ramin Djawadi, der auf den Spuren von Hans Zimmer wandelt und den Film angemessen untermalt, hier und da auch mal härtere Klänge anschlägt.

    {data/media/1308/Kampf_der_Titanen_11.jpg{ Was an *Kampf der Titanen* Spaß macht, ist der Ausflug in die griechische Mythologie an sich. Man bekommt sehr viele Schauplätze geboten, vom schillernden Olymp bis zur düsteren Unterwelt, begegnet allerlei Gottheiten und Fabelwesen, der Fantasie scheint keine Grenzen gesetzt. Umso schade, dass der Film sein Potenzial wenig nutzen kann und letzten Endes nur im Mittelmaß stecken bleibt. Mehr Sorgfalt bei der Wahl des Regisseurs und ein ausgefeilteres Drehbuch hätten diesen Blockbuster zu einer Größe seiner Zunft machen können.

    *Fazit:*
    Wenig titanisch und schon gar kein Kandidat für den Olymp. Dennoch kann das unverbrauchte Szenario eine gewisse Faszination entfalten und lädt zu einem kurzweilig unterhaltsamen Abenteuer, dessen Welt das moderne Kino noch nicht erkundet hat.

    5/10
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    Infos
    Originaltitel:
    Clash of the Titans
    Land:
    USA
    Jahr:
    2010
    Studio/Verleih:
    Warner Bros. Pictures
    Regie:
    Louis Leterrier
    Produzent(en):
    Kevin De La Noy, Basil Iwanyk
    Drehbuch:
    Lawrence Kasdan
    Kamera:
    Peter Menzies Jr.
    Musik:
    Ramin Djawadi
    Genre:
    Action, Fantasy
    Darsteller:
    Sam Worthington, Gemma Arterton, Mads Mikkelsen, Alexa Davalos, Liam Neeson, Ralph Fiennes
    Inhalt:
    Im Kampf der Titanen geht es um die ultimative Macht: Männer kämpfen gegen Könige, Könige gegen Götter. Selbst die Götter führen Krieg gegeneinander - und dadurch könnten sie die Welt vernichten. Perseus (#Sam Worthington#) ist als Gott geboren, aber als Mensch aufgewachsen. Ohnmächtig muss er erleben, wie seine Familie dem Rachegott Hades (#Ralph Fiennes#), dem Herrn der Unterwelt, zum Opfer fällt. Weil er nun nichts mehr zu verlieren hat, erklärt Perseus sich zu dem tollkühnen Versuch bereit, Hades zu überwinden, bevor dieser den Götterkönig Zeus (#Liam Neeson#) entmachtet und die Erde ins Höllenchaos stürzt. Auf gefährlichen Pfaden führt Perseus eine Gruppe unerschrockener Krieger in die verbotenen Welten. Dabei muss er sich gegen infernale Dämonen und fürchterliche Monster wehren, doch eine Chance auf Erfolg hat er nur, wenn er seine göttliche Kraft akzeptiert, der Vorsehung trotzt und sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt.
    Laufzeit:
    106 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren

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