Pandorum

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  • Vertreter des Sci-Fi-Horror Bereiches sind rar gesät! Das liegt daran, dass dieses ambitionierte Genre meist nur ein kleines Publikum in die Lichtspielhäuser locken kann, ottonormal Kinogänger sind hier nur selten anzutreffen! Auch wenn es zahlreiche Liebhaber gibt, reicht dies oft nicht aus, um die Budgetansprüche, welche dieses phantastische Subgenre naturgemäß mit sich bringt, zu kompensieren. Mit *Pandorum* schickt sich Deutschlands neuester Exportschlager *#Christian Alvart#* an, die Fans mit einer extrem düsteren Monsterschlachtplatte in Deep-Space-Ambiente zu bereichern, doch was im Trailer noch nach brauchbarer Genrekost aussah, entpuppt sich als künstlerisches Debakel, das aus seinen guten Ansätzen wenig herausholen kann.

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    Dabei ist die Einführung in die Filmhandlung, sowie die Ausgangssituation der Charaktere, noch durchaus vielversprechend, wenn #Ben Foster# und #Dennis Quaid# aus ihren Hyperschlafkabinen aufwachen und unter akutem Gedächtnisverlust leidend versuchen, Licht ins Dunkle des gigantischen Raumkreuzers "Elysium" zu bringen. Gleich zu Beginn werden eine Menge offener Fragen aufgeworfen, deren Lösungen immer wieder von überraschenden Wendungen begleitet werden, eigentlich der ideale Boden für ein interessantes Stück Sci-Fi-Kost, doch sobald *Pandorum* in die erwartete Horrorschiene einschlägt, verliert der Film kontinuierlich an Qualität, bis er schlussendlich zu einem echten Ärgernis wird, dessen Abspann man geradezu herbeisehnt.

    Das liegt vor Allem an der plumpen Art und Weiße, wie man *Pandorum* zu einem billig wirkenden Monsterfilm verbaut, der in Form einer DVD-Veröffentlichung sicher weniger Ärger verursacht hätte, als durch seine Kinoambitionen. So entwickelt sich *Pandorum* nach den interessanten ersten 20 Minuten zu einer Krawall-Orgie, dessen Horrorelemente so strunz stupide aufgetragen werden, dass der Film gar keine Chance mehr hat, sein wirkliches Spannungspotenzial zu entfalten. Das Monsterdesign erinnert an die Höhlenkreaturen von "The Descent", der zu den besten Monsterfilmen der letzten Jahren gehört, weil er es durchaus verstanden hat, durch eine clevere Machart den Zuschauer zu schocken und atmosphärisch in seinen Bann zu ziehen, während man bei *Pandorum* nahezu alle Möglichkeiten vergeigt, einen kinotauglichen Film zu entwickeln. }data/media/1098/Pandorum_09.jpg} Viel Lärm, Krawall und Hektik, das ist der dominierende Zustand, wenn auf der Elysium die Mutanten losgelassen werden. Anstatt eine Szene sorgfältig aufzubauen, wird der Zuschauer mit Stakkato-Schnitten traktiert, während die Soundkulisse am Trommelfell zehrt. Kaum ist die Mutantenhorde eingeführt, fängt auch die anfangs noch intensive Atmosphäre an, Federn zu lassen, zumal das Raumschiff mehr und mehr den Eindruck einer interstellaren Müllhalde erweckt, mit erschreckend wenig Abwechslung!

    Immerhin versinkt *Pandorum* nicht ganz in Belanglosigkeit, sondern versucht nebenher eine Handlung zu erzählen, so gibt es einige Rückblenden, die vom Schicksal der Erde und der Vorgeschichte der Hauptfigur berichten. Außerdem wird der Zuschauer gegen Ende mit einer ganzen Reihe von Überraschungen und Wendungen konfrontiert, denn offene Fragen gibt es reichlich und auch wenn manche Auflösungen sehr konstruiert wirken, muss man den Film hier zu Gute halten, dass er immerhin einige nette Ideen im Petto hatte und doch nicht ganz so dümmlich ist, wie man in Anbetracht der primitiven Monsterhatz meinen könnte.

    Die Charaktere sind trotz namenhafter Besetzung auch etwas verunglückt. #Ben Fosters# Heldenfigur überzeugt noch am ehesten, aber wirklich mitreißen kann er auch nicht. Die Rolle von #Dennis Quaid# ist schwieriger zu bewerten, muss er doch die meiste Zeit eher passiv agieren, wobei sogar unfreiwillig komisches Mitleid beim Zuschauer erregt wird, wenn er in seiner kleinen Kommandozentrale verzweifelt versucht "am Ball" zu bleiben, während an anderer Stelle die Post abgeht, erst am Ende darf #Quaid# etwas mehr aufblühen. {data/media/1098/Pandorum_05.jpg{ Auf seiner Odyssee begegnet #Fosters# Alterego weiteren Überlebenden, deren Charaktere aber extrem aufgesetzt wirken, #Antje Traue# darf dabei die amazonenhafte Kämpferin spielen, die, ganz im Stil von #Milla Jovovich#, ordentlich austeilen darf, da verwundert es auch nicht, dass Resident Evil Schöpfer #Paul W.S. Anderson# als Produzent über Pandorum gewacht hat.

    Daneben gibt es noch einen asiatischen Überlebenden, der kein Englisch bzw. Deutsch spricht und trotz seiner Kampfkünste sehr unbeholfen wirkt, sowie einen Verrückten, dessen Rolle arg gekünstelt und überdreht ist. Selbst die Dialoge sind so schlecht geschrieben, dass man sich ernsthaft die Frage stellen muss, ob es den Machern nicht peinlich ist, einen Film mit diesem Drehbuch in die Kinopipeline zu schicken! Noch nicht einmal die Musikuntermalung kann überzeugen, gerade diese ist in solchen Filmen besonders wichtig, doch in Pandorum kommt sie so unauffällig daher, dass der Film weder atmosphärisch, noch spannungstechnisch davon profitieren kann.

    *§Fazit:§*
    *Pandorum* bietet inhaltlich gute Ansätze, die leider von der krude inszenierten Krawallorgie überrollt werden. Was übrig bleibt, ist ein Film, den man dringendst in die Videothekenregale verfrachten sollte !

    3/10
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    Infos
    Originaltitel:
    Pandorum
    Land:
    USA
    Jahr:
    2009
    Studio/Verleih:
    Constantin Film
    Regie:
    Christian Alvart
    Produzent(en):
    Paul W.S. Anderson, Jeremy Bolt, Robert Kulzer, Martin Moszkowicz
    Drehbuch:
    Travis Milloy, Christian Alvart
    Kamera:
    Wedigo von Schultzendorff
    Musik:
    Michl Britsch
    Genre:
    Science-Fiction, Horror
    Darsteller:
    Ben Foster, Dennis Quaid, Cam Gigandet, Antje Traue, Cung Le, Eddie Rouse, Norman Reedus, Wotan Wilke Möhring, Delphine Chuillot
    Inhalt:
    An Bord eines riesigen Raumschiffes erwachen die Astronauten Payton und Bower aus tiefem Schlaf - ohne Orientierung, ohne jegliche Erinnerungen. Wie lange haben sie geschlafen? Wo sind sie und was ist ihre Mission? Allein auf sich gestellt, bleibt den beiden nicht viel Zeit, Antworten auf ihre Fragen zu finden. Das Energiesystem des Raumschiffs steht kurz vor dem Zusammenbruch. Durch die engen düsteren Luftschächte macht Bower sich auf den Weg zur Brücke und ihre einzige Chance dem Tod in der dunklen Unendlichkeit zu entgehen. Er kriecht ins pechschwarze Nichts, tiefer und tiefer. Nur über Funk hält Bower mit Payton Kontakt. Doch es dauert nicht lange, bis sie feststellen, dass sie nicht allein an Bord sind! Ein erbitterter Kampf ums Überleben und um die Zukunft beginnt - ihre und die der gesamten Menschheit
    Laufzeit:
    108 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren

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