McMafia - Staffel 1

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  • Einleitung


    Mit McMafia nahm sich Regisseur James Watkins (Die Frau in Schwarz) dem gleichnamigen Buch von Misha Glenny an und schrieb gemeinsam mit Hossein Amini (Drive) eine achtteilige Serie, bei der Watkins sich auch für die Inszenierung verantwortlich zeigte.

    McMafia dreht sich um Alex, den ehrlichen Sohn eines ehemaligen und verstoßenen russischen Mafiabosses. Stets bemüht sich von der kriminellen Vergangenheit seines Vaters fernzuhalten, wird der mittlerweile erfolgreiche Banker durch einen tragischen Zwischenfall mit der russischen Mafia konfrontiert und beschließt mit Hilfe seiner finanziellen Fachkenntnisse zum Gegenschlag auszuholen, um seine Familie zu schützen.

    In den Hauptrollen sind unter anderem James Norton (Happy Valley), Merab Ninidze (Berlin Station) und David Strathairn (Sneakers) zu sehen.

    © 2018 Polyband


    Kritik


    Auch wenn die erste Folge noch etwas hölzern inszeniert wirkt und sich somit ein wenig über die Zeit schleppt, kann die Serie von Folge zu Folge an Qualität gewinnen. Gerade die Inszenierung kann in den folgenden Episoden einige nette Einfälle vorweisen, die von Mark Pattens (Taboo) guter Kameraarbeit gekonnt untermalt werden. Begleitet von teilweise sehr gut geschriebenen Dialogen und gerade auf emotionaler Ebene erfrischend wenig Erklärungen, kann die Buchadaption zunehmend begeistern. Darüber hinaus zeichnet das Drehbuch ein interessantes Bild von den Abläufen, die innerhalb der Führungsebene der Mafia vorherrschen. Das Fachwissen, dass die Hauptfigur Alex aus dem Finanzwesen mitbringt, wird glaubhaft integriert und zeigt, dass auch die Mafia letztendlich ein Unternehmen ist. Recht früh in der Serie wird die Struktur innerhalb der kriminellen Organisation mit Franchise-Unternehmen wie McDonalds und Burger King verglichen, die ein wunderbar greifbares Bild liefern.
    Und so wird eine spannende Geschichte erzählt, wie ein Banker nach und nach zu immer mehr Macht gelangt, durch kluge Investitionen und den richtigen Bündnissen. Die Handlung von McMafia verzichtet größtenteils auf Gewaltdarstellungen, vielmehr überrascht es, dass der Eden Lake-Regisseur in den meisten Fällen, die Gewalt nur andeutet. Dadurch bleibt der Fokus stets auf den Machenschaften im Hintergrund, ohne dabei aber die Auswirkungen außen vorzulassen.

    © 2018 Polyband


    Trotz einiger darstellerischer Fehlgriffe kann McMafia mit einem toll besetzten Cast punkten. Allen voran steht Alex-Darsteller James Norton und sein Kontrahent Vadim, der stark von Merab Ninidze dargestellt wird.
    Die große Qualität von Norton ist, dass er durch seine gerade Körperhaltung eine starke Präsenz ausstrahlt. Auch wenn seine Figur oft unsicher ist und auch emotional immer wieder an Grenzen stößt, kann Norton seiner Figur trotzdem durchgängig eine gewisse Dominanz einverleiben. Das liegt in erster Linie auch daran, dass er trotz seiner zu Beginn ehrlichen Bemühungen stets die Geschichte seiner Figur mitspielt. Dass er der Sohn eines ehemals mächtigen Mafiamitglieds ist, vergisst man in keiner Sekunde, ohne dass es permanent angesprochen werden muss.
    Ihm Gegenüber steht der durchschnittlich aussehende Merab Ninidze, der durch seine Unscheinbarkeit schwer einzuschätzen ist, was ihn umso bedrohlicher erscheinen lässt. Sein selbstbewusstes Auftreten lässt den Zuschauer aber nie daran zweifeln, dass er etliche Kriminelle anführt und diese auch, wenn nötig, einzuschüchtern weiß.

    Darüber hinaus war man merklich bemüht den Hauptcharakteren verschiedene Seiten zuzuschreiben, sodass eine einfache Trennung von Gut und Böse nicht immer leicht fällt.

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    Eine weitere Qualität der BBC-Serie sind die vielen Locations. Ob es Südfrankreich, Istanbul, Moskau, Mumbai oder London ist, die vielseitigen Orte bieten immer wieder Abwechslung, die durch die unterschiedlichen Mentalitäten und Figuren in den jeweiligen Ländern noch verstärkt wird. Dabei bleibt London aber immer die Stadt, in der der Protagonist Alex wieder ankommen kann, ebenso wie der Zuschauer.

    Ein intensiver Soundtrack, der in den ersten beiden Folgen vielleicht etwas zu wenig genutzt wurde, weiß die Spannung neben der gut konstruierten Handlung, den vielseitigen Locations und den teilweise undurchsichtigen Figuren zusätzlich zu steigern.

    Fazit


    McMafia ist eine spannende aber vor allem interessante Serie geworden, die die Abläufe im Hintergrund der Verbrecherorganisation gekonnt zu erzählen weiß. Die starken Hauptdarsteller und ihre vielschichtigen Figuren werten das Werk noch zusätzlich auf, wodurch der etwas holprige Start schnell in Vergessenheit gerät.


    8/10

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    Infos
    Originaltitel:
    McMafia
    Land:
    Großbritannien
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    BBC / Polyband
    Regie:
    James Watkins
    Produzent(en):
    Hossein Amini, Andreu Boswell, Misha Glenny, Robyn Slavo, Ben Hall
    Drehbuch:
    James Watkins, Hossein Amini, Misha Glenny (Buch)
    Kamera:
    Mark Patten
    Musik:
    Tom Hodge, Franz Kirmann
    Genre:
    Krimi
    Darsteller:
    James Norton, Merab Ninidze, David Strathairn
    Start (DE):
    15.06.2018 (Heimkino)
    Laufzeit:
    ca. 60 Minuten pro Folge (8 Folgen)
    FSK:
    ab 16 Jahren

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