Orphan - Das Waisenkind

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  • Eine wohlhabende Familie erleidet eine Fehlgeburt und beschließt ein fremdes Kind zu adoptieren, in dessen Umgebung Menschen auf geheimnisvolle Art und Weiße verscheiden! Kommt Ihnen bekannt vor? Sollte es auch, denn *Orphan - Das Waisenkind* bedient sich all zu auffällig der Grundidee von #Richard Donners# Meisterwerk "Das Omen". Im Gegensatz zu diesem verzichtet *Orphan* jedoch auf übernatürlichen Hokuspokus und Bibelmotive, sondern verweilt ganz und gar auf irdischem Boden.

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    Was sich soweit eher konventionell anhört, ist es auch über weite Strecken, zumindest bis im außergewöhnlichen Finale ein anderer Ton angeschlagen wird. Doch bis dahin ist es ein langer Weg, indem *Orphan* nichts Besonderes bietet, lediglich die solide Inszenierung und das hervorragende Schauspiel sorgen dafür, dass das Interesse der Zuschauer von der eher seichten Unterhaltung vor sich hergetragen wird.

    Produziert wurde *Orphan* von Dark Castle Entertainment, welches sich auf die Ausgeburt halbgarer Horrorfilme spezialisiert hat und unter anderem Genregurken wie "13 Geister" und "Ghost Ship" zu verantworten hat, wobei es aber auch den einen oder anderen Lichtblick wie "House of Wax" gab. Dass dieser zu den besseren Dark Castle Filmen gehört, scheint auch den Produzenten nicht entgangen zu sein, die erneut #Jaume Collet-Serra# das Ruder überlassen haben, der auch wieder beweisen kann, dass er es durchaus versteht, solide Horrorkost auf Zelluloid zu bannen.

    Filme wie dieser sind äußerst Charakter lastig, was die Auswahl der richtigen Darsteller umso wichtiger macht, besonders Kinder werden in Filmen oft zu einem echten Ärgernis, wenn sie mit ihrer Rolle überfordert sind, oder das Drehbuch sie in undankbare naive Rollen schnürt. {data/media/1130/Orphan_10.jpg{ Nicht so in "Orphan", denn hier bekommt man eindeutig Besseres geboten, so kann die kleine #Isabelle Fuhrman# ihre schwierige Rolle mit Bravour meistern und spielt, im direkten Vergleich, den kleinen Damien aus dem Omen Remake glatt an die Wand. Positiv fällt auch #Vera Farmiga# ins Auge, die mit ihrer Mutterrolle ebenfalls einen wichtigen Part einnimmt und jederzeit die Gunst der Zuschauer auf ihrer Seite hat, im Gegensatz zur Vaterfigur, denn Peter Sarsgaard darf sich nur darauf konzentrieren, der kleinen Übeltäterin gutgläubig aus der Hand zu essen. Technisch bewegt sich der Film in soliden Rahmen, die einzelnen Szenen sind routiniert abgefilmt, lassen aber bis kurz vor Schluss echte Finessen vermissen. Ähnlich verhält es sich mit der Musikuntermalung, welche die Geschichte angemessen begleitet, aber keine Akzente setzen kann und nach dem Kinobesuch nicht mehr im Ohr bleibt.

    Was man in den ersten drei Vierteln des Films sieht, ist nicht schlecht, aber es fehlt einfach an Atmosphäre und Originalität, die den Film vom Durchschnitt abheben könnten, auch Spannung und Thrill sucht man über weite Passagen vergebens. }data/media/1130/Orphan_09.jpg} Hier und da ein Mordversuch, hier und da ein Mord, die kleine Familienidylle wird immer mehr vom kleinen Tunichtgut demontiert, was soweit alles in erwarteten Bahnen verläuft und auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen kann.

    Aber eine gelungene Überraschung hat der Film kurz vor Schluss doch noch parat, denn die finale Lösung hätte so wohl kaum jemand erwartet und verleiht dem Film dann doch noch eine eigene Note, einen richtigen Höhepunkt, den Einzigen in einem ansonsten durchschnittlichen Film. Es sind auch gerade diese letzten 10 Minuten, die den Film sehenswert machen, wird doch ein Bild, dass dem Zuschauer den ganzen Film über vermittelt wurde, nahezu auf den Kopf gestellt, aber mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

    §Fazit:§
    *Orphan* entpuppt sich als irdischer Omen-Klon und bietet über weite Strecken nur Durchschnittskost, doch das Finale hat es in sich! Horrorfans dürfen den Blick ins Kino riskieren, für den Rest lohnt sich die DVD Auswertung mehr.

    5/10
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    Infos
    Originaltitel:
    Orphan
    Land:
    USA
    Jahr:
    2009
    Studio/Verleih:
    Kinowelt Filmverleih
    Regie:
    Jaume Collet-Serra
    Produzent(en):
    Susan Downey, Joel Silver
    Drehbuch:
    David Johnson
    Kamera:
    Jeff Cutter
    Musik:
    John Ottman
    Genre:
    Horror
    Darsteller:
    Vera Farmiga, Peter Sarsgaad, Isabelle Fuhrman, CCH Pounder, Jimmy Bennett
    Inhalt:
    Hätte Rosemaries Baby eine ältere Schwester, dann wäre es Esther (Isabelle Fuhrman)! Hinter der Fassade des hübschen, intelligenten Waisenkinds verbirgt sich das Böse, kompromisslos, berechnend und kaltblütig. Nach einer Fehlgeburt entschließen sich Kate (Vera Farmiga) und John (Peter Sarsgaard) ihre Familie durch die Adoption des Mädchens zu komplettieren. Doch die frühreife Esther hat ihre ganz eigene Vorstellung vom perfekten Familienleben und wer sich ihr entgegenstellt, muss um sein Leben fürchten...
    Laufzeit:
    123 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren

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