Ant-Man and the Wasp

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  • Einleitung


    Mit Ant-Man erreichte uns 2015 einer der ungewöhnlichsten Helden des Marvel-Universums. Mit Edgar Wright (Shaun of The Dead) schien für das Projekt der ideale Regisseur und Drehbuchautor gefunden worden zu sein. Doch nach den obligatorischen kreativen Differenzen stieg der britische Filmemacher aus und Peyton Reed übernahm. Glücklicherweise gelang es Wrights Nachfolger einen visuell beeindruckenden und humorvollen Actionsspass zu kreieren. Wenig verwunderlich also, dass Reed auch für die Fortsetzung Ant-Man and the Wasp auf den Regiestuhl zurückkehrte.

    Der zweite Teil zeigt die wichtigsten Ereignisse rund um Ant-Man nach seinem Auftritt in Civil War bis hin zum Infinity War. Mit Ghost tritt ein Bösewicht auf, der im wörtlichen Sinne durch Wände gehen kann, während der Titelheld mit Hilfe von Hope van Dyne alias Wasp versucht Hopes Mutter aus dem subatomaren Raum zu befreien.

    Als Darsteller kehren neben Paul Rudd und Evangeline Lilly auch unter anderem Michael Douglas und Michael Peña in ihren Rollen zurück. Darüber hinaus stoßen unter anderem noch Randall Park, Walton Goggins, Michelle Pfeiffer, Laurence Fishburne und Hannah John-Kamen erweiternd zur Besetzung.

    © 2018 Walt Disney Pictures


    Kritik


    Nach dem bedrückenden Ende von Avengers: Infinity War wird bei Ant-Man and the Wasp bereits nach den ersten Minuten klar, dass wieder deutlich heitere Töne angeschlagen werden. Gehörte bereits der erste Teil zu den lustigsten Marvel-Filmen, bleibt die Fortsetzung dieser Schiene treu und liefert wieder Gags im Minutentakt. Dabei dürfen sich Fans des sympathischen Michael Peña wieder auf unglaublich witzige Szenen freuen, die der vielseitige Darsteller einmal mehr punktgenau ans Ziel bringt. Generell bleibt die sympathische Crew um den Schauspieler mit mexikanischen Wurzeln durchweg liebenswert. Als Neuzugang macht den drei Nebendarstellern allerdings Randall Park als FBI-Agent spürbare Konkurenz. Aber auch die Hauptdarsteller liefern eine gewohnt starke Leistung ab. Dabei hinterlässt gerade Evangeline Lilly als Wasp einen nachhaltigen Eindruck und avanciert neben Scarlett Johansson als Black Widow zur bisher charismatischsten weiblichen Heldin im Marvel Cinematic Universe.

    © 2018 Walt Disney Pictures


    Nach dem überraschend vielschichtigen Auftritt von Thanos in Infinity War fällt man mit Ghost als Bösewicht in Ant-Man and the Wasp wieder in alte Gewohnheiten. Zwar bietet die Figur viel Potential, gerade weil man die Beweggründe der Figur nachvollziehen kann, doch wird ihr schlicht weg viel zu wenig Raum geboten, wodurch die eigentlich sehr emotionalen Augenblicke von Ghost nicht berühren können. Hannah John-Kamen gibt sich zwar merklich Mühe ihrer Rolle möglichst viele Facetten abzugewinnen, scheitert aber am Drehbuch.
    Dieses bietet auch die größte Schwäche des Films - die Handlung. Neben dem Handlungsstrang von Ghost steht die Rettung von Hope van Dynes Mutter aus dem subatomaren Raum im Fokus. Auch wenn sich die beiden Handlungsstränge überschneiden, so berauben sie sich trotzdem gegenseitig ihrer Kraft. Denn in den knapp zwei Stunden fällt es den Machern spürbar schwer, den beiden Geschichten den nötigen Platz zu schaffen. So bleiben beide recht unbefriedigend erzählt und man wird kaum emotional von den Handlungssträngen mitgerissen. Folglich wirken die Szenen, die die Hinter- und Beweggründe erläutern, etwas zäh.

    © 2018 Walt Disney Pictures


    Dank der hohen Gagdichte, der sympathischen Darsteller und der erstklassig herrschenden Chemie untereinander wie den visuell beeindruckenden Actionszenen kann die Schwäche des Drehbuchs etwas kaschiert werden.
    Generell punktet der Film einmal mehr mit tollen Einfällen bezüglich des Spiels mit den Größenverhältnissen, die gerade in den actiongeladenen Momenten besonders zur Geltung kommen.
    Die Special Effects sind wieder auf sehr hohem Niveau und bieten gerade auf der subatomaren Ebene einige faszinierende Schauwerte. Leider wird hier nur recht wenig Zeit verbracht.

    Abgesehen von Ghost tritt noch ein weiterer Bösewicht, verkörpert von Walton Goggins, in Erschienung. Dieser kann allerdings kaum Akzente setzen. Ähnlich verhält es sich mich Hopes Mutter, die von Michelle Pfeiffer dargestellt wird. Sorgt diese zwar für die emotionalsten Momente von Evangeline Lillys Hope, doch liegt das zum größten Teil an Lillys Darstellung und weniger, an der physischen Präsenz von Pfeiffers Figur. Auch hier wurde etwas Potential verschenkt.

    © 2018 Walt Disney Pictures


    Trotz dramaturgischer Schwächen macht Ant-Man and the Wasp sehr viel Spaß. Es hätte dem Film bestimmt ein wenig mehr Ernsthaftigkeit gut getan, aber so bleiben zumindest zwei sehr gut unterhaltende Stunden, die einige wirklich witzige Momente zu bieten haben.

    Fazit


    Liebenswerte Figuren, sympathische Darsteller, großartig getimter Humor und visuell eindrucksvolle Actionszenen können oftmals über die fast schon belanglose Handlung von Ant-Man and the Wasp hinwegtäuschen. Trotzdem sind durch die dramaturgischen Schwächen einige Längen nicht von der Hand zu weisen.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Ant-Man and the Wasp
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Marvel Studios / Walt Disney Pictures
    Regie:
    Peyton Reed
    Produzent(en):
    Kevin Feige, Stephen Broussard, Louis Esposito, Stan Lee, Charles Newirth, Victoria Alonso
    Drehbuch:
    Chris McKenna, Erik Sommers, Paul Rudd, Andrew Barrer, Gabriel Ferrari
    Kamera:
    Dante Spinotti
    Musik:
    Christophe Beck
    Genre:
    Action, Komödie
    Darsteller:
    Paul Rudd, Evangeline Lilly, Michael Douglas, Hannah John-Kamen, Michael Peña, Randall Park, Laurence Fishburne, Walton Goggins, Michelle Pfeiffer
    Inhalt:
    Der zweite Teil zeigt die wichtigsten Ereignisse rund um Ant-Man nach seinem Auftritt in Civil War bis hin zum Infinity War. Mit Ghost tritt ein Bösewicht auf, der im wörtlichen Sinne durch Wände gehen kann, während der Titelheld mit Hilfe von Hope van Dyne alias Wasp versucht Hopes Mutter aus dem subatomaren Raum zu befreien.
    Start (DE):
    26.07.2018
    Laufzeit:
    118 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren

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