I Kill Giants

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  • Einleitung


    Dass es nicht allzu lange dauern würde, bis sich Hollywood der beliebten Graphic Novel I Kill Giants annimmt, war abzusehen. Joe Kelly, der mit Ken Nimura gemeinsam die Vorlage erschuf, zeigte sich darüber hinaus auch für das Drehbuch der Verfilmung verantwortlich. Als Regisseur holte man den Dänen Anders Walter an Bord, der mit seinem Kurzfilm Helium 2013 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.
    I Kill Giants markiert sein Spielfilmdebüt.

    In der Adaption steht das Mädchen Barbara im Zentrum, die ohne das Wissen der Einwohner regelmäßig ihren Heimatort vor Riesen beschützt. Doch hat sie über diese Verantwortung hinaus auch noch mit den alltäglichen Problemen in der Schule und Zuhause zu kämpfen.

    Als Darsteller konnten unter anderem Madison Wolfe, Sydney Wade, Zoe Saldana und Imogen Potts gewonnen werden.

    © 2018 Koch Media

    Kritik


    Die Grundlage von I Kill Giants ist ebenso interessant wie faszinierend. Denn wenig verwunderlich verbirgt sich hinter der Fantasy-Geschichte eine Aufarbeitung eines emotional überforderten Kindes. Alleine mit ihrer großen Schwester und ihrem älteren Bruder versucht sie den Alltag zuhause zu meistern. Dass die fantasievolle und ungewöhnlich gekleidete Barbara es merklich schwer hat bei ihren Mitschülern Anschluss zu finden, ist wenig verwunderlich. Doch wird die junge Riesenjägerin vorerst als angenehm selbstbewusstes Mädchen gezeichnet, die sich wenig um die Meinungen anderer kümmert. Und trotzdem ist sie dankbar, als sie in der neu zugezogenen Sophia eine Freundin findet.
    Die Coming-of-Age Handlung, die sich in die Fantasy-Geschichte einfügt, kann allerdings nur bedingt berühren, da Barbara zwar eine spannende Figur ist, man sie trotzdem nicht richtig liebgewinnt. Dabei gibt sich Hauptdarstellerin Madison Wolfe merklich Mühe, ihren Charakter zum Leben zu erwecken. Und trotzdem gelingt es nicht, dass die Figur den Zuschauer so emotional mitnimmt, wie es bei solch einer Geschichte möglich wäre. Zum größten Teil liegt es daran, dass Barbara zu tough gezeichnet ist. Ist es zu Beginn zwar schön mit anzusehen, dass sie mit den Problemen des Alltags umzugehen weiß, bietet sie dadurch auf weite Sicht aber wenig greifbare emotionale Fläche.
    Das nimmt zwar im Verlauf des Films ab und gerade in den Gesprächen mit der Schulpsychologin, die wunderbar einfühlsam von Zoe Saldana verkörpert wird, bricht ihre Figur etwas auf, doch geschieht dies ein wenig zu spät.

    Mit Sophia ergänzt ein ebenso sympathischer Charakter wie mit Sydney Wade eine liebenswürdige Darstellerin die Geschehnisse. Durch sie bekommt auch Barbara etwas mehr Profil, da ihre Beziehung zueinander neue Facetten von ihr offenbart. Allerdings geschieht das auch nur bedingt und so verkommen Aussagen wie "Ich will nicht, dass dir etwas passiert" zu Floskeln, die wenig überzeugend sind.Trotz der Kritik am verschenkten emotionalen Potential, gelingt es dem Werk dank eines gelungenen Schlussaktes zu berühren. Dabei überzeugt der Showdown nicht nur visuell sondern auch dramaturgisch.

    © 2018 Koch Media


    Optisch ist Regisseur Walter leider wenig Innovatives eingefallen. So bewegt sich die Inszenierung ordentlich aber uninspiriert über die gut hundert Minuten. Da das Werk zu Beginn weder emotional mitreißen kann, noch eine temporeichen oder zumindest fesselnde Inszenierung aufweist, kann I Kill Giants den Zuschauer nur begrenzt abholen. Die Effekte sind für eine recht kleine Produktion gelungen, bieten aber nichts, was man nicht schon gesehen hat. Einzig als Barbara ihrer Freundin die Geschichte der Riesen erzählt, wird ein visuell ungewöhnlicher Stil gewählt.

    Eine liebevolle Ausstattung, die guten darstellerischen Leistungen und die interessante Storygrundlage gehen leider durch die durchschnittliche Umsetzung etwas unter. Konnte das vergleichbare Werk Sieben Minuten nach Mitternacht visuell hervorstechen, bleibt I Kill Giants diesbezüglich etwas blass.

    All die Kritik darf man allerdings nicht falsch verstehen. I Kill Giants ist ein durchaus ordentlicher Film geworden, der aber hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Doch hebt gerade das schöne und überraschend berührende Finale das Werk über den Durchschnitt.

    © 2018 Koch Media


    Fazit


    Die interessante Vorlage von I Kill Giants wird leider zu formelhaft und uninspiriert umgesetzt, wodurch man sich leider meist nur auf durchschnittlichem Niveau bewegt. Gute Darsteller, eine liebevolle Ausstattung und ein emotionales Finale können das Debütwerk von Anders Walter allerdings noch spürbar aufwerten.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    I Kill Giants
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Koch Media
    Regie:
    Anders Walter
    Produzent(en):
    Mark Radcliffe, Joe Kelly, James Gibb, Johanna Hogan, Michelle Miller
    Drehbuch:
    Joe Kelly (Drehbuch und Vorlage), Ken Nimura (Vorlage)
    Kamera:
    Rasmus Heise
    Musik:
    Laurent Perez Del Mar
    Genre:
    Fantasy, Drama
    Darsteller:
    Madison Wolfe, Sydney Wade, Zoe Saldana, Imogen Potts
    Inhalt:
    In "I Kill Giants" steht das Mädchen Barbara im Zentrum, die ohne das Wissen der Einwohner regelmäßig ihren Heimatort vor Riesen beschützt. Doch hat sie über diese Verantwortung hinaus auch noch mit den alltäglichen Problemen in der Schule und Zuhause zu kämpfen.
    Start (DE):
    26.07.2018 (Heimkino)
    Start (USA):
    23.03.2018
    Laufzeit:
    106 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://www.kochmedia-film.de/blu-ray/details/view/film/i_kill_giants_blu_ray/

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