Hotel Artemis

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  • Einleitung


    Drehbuchautor Drew Pearce (Mission: Impossible - Rogue Nation) sammelte für sein Regiedebüt einen namenhaften Cast um sich. Mit Jodie Foster, Dave Bautista, Jeff Goldblum, Sofia Boutella, Zachary Quinto, Sterling K. Brown und Charlie Day ist Hotel Artemis erstklassig besetzt.

    Pearce'
    dystopische Vision von einem San Francisco in der nahen Zukunft erzählt am Rande von einem Aufstand in der Metropole, während sich die Haupthandlung im Innern eines besonderen Hotels abspielt. Das titelgebende Hotel Artemis wird von einer Krankenschwester geführt, die nur Mitglieder beherbergt und versorgt. Diese bestehen allerdings ausschließlich aus Kriminellen. Trotz strikter Regeln scheint einer der Bewohner es auf einen anderen abzusehen.

    © 2018 Concorde Filmverleih

    Kritik


    Man merkt Hotel Artemis ab der ersten Minute seine Bemühungen an und gerade visuell kann das Werk von Drew Pearce auch Akzente setzen. Die Farbtöne erzählen von einer trostlosen Zukunft. Die technisch fortschrittlichen Geräte werden gekonnt von dem nostalgischen Ambiente des Hotels konterkariert. Dazu fängt Chung Chung-hoon, der gerade für seine überwältigenden Bildkompositionen in Park Chan-wooks Werken wie beispielsweise Die Taschendiebin oder Oldboy bekannte Kameramann, immer wieder tolle Bilder ein. Auch wenn deren Wucht lange nicht die Kraft von seinen Arbeiten mit Park erreicht, sind sie dennoch ein nennenswerter Pluspunkt von Hotel Artemis.
    Dazu kommen einige gut gewählte Songs wie ein gewohnt guter Score von Cliff Martínez (Drive). Der ehemalige Schlagzeuger von unter anderem den Red Hot Chili Peppers lotet dabei zwar ebenfalls nicht ganz seine Möglichkeiten aus, wie er es oft bei den Zusammenarbeiten mit Regisseur Nicolas Winding Refn macht, kann aber dennoch überzeugen.

    © 2018 Concorde Filmverleih


    Mit einem Blick auf die Besetzungsliste könnte man meinen, dass das Darstellerensemble die größte Stärke des Films ist. Neben zurzeit angesagten Namen wie Dave Bautista, Sterling K. Brown, Sofia Boutella, Zachary Quinto und Charlie Day zeigen sich auch erfahrene Schauspieler wie Jodie Foster oder Jeff Goldblum. Doch zeichnet sich in diesem Zusammenhang die größte Schwäche des Films ab - das Drehbuch.
    Die Figuren bieten wenig Substanz, wodurch auch große Namen kaum herauszustechen wissen. So hinterlassen nur die beiden weiblichen Hauptdarstellerinnen einen bleibenden Eindruck. Jodie Fosters Charakter wird dabei die umfangreichste Hintergrundgeschichte spendiert, wodurch ihre Figur natürlich auch die dankbarste ist. Foster weiß diese mit Leben zu füllen, sodass es durchweg Spaß macht ihr zuzuschauen.
    Sofia Boutella bleibt gerade durch ihre Körperlichkeit nachhaltig in Erinnerung. So überzeugt sie in der besten Actionszene des Films, die allerdings auch dank ihr dazu wird. Wenn sie mit einem Hauch von Eleganz bewaffnete Gegenspieler verprügelt, fällt es schwer die Augen von der Leinwand zu lösen. Dazu konnte Kostümdesignerin Lisa Lovaas mit Boutellas herausstechendem roten Kleid ein funktionelles wie betörendes Kleidungsstück entwerfen, was durch die intensive Farbe den tristen Tönen der Ausstattung des Hotels entgegensteht und somit jedem Bild ein wenig mehr Klasse verleiht.
    Der Rest der Besetzung bleibt leider zum größten Teil blass. Lediglich Dave Bautista wirkt stets sympathisch. Die übrigen Darsteller mühen sich mal mehr mal weniger mit klischeehaften und vor allem oberflächlichen Figuren ab, die ebenso schnell vergessen sind, wie sie teilweise auftreten.
    Zu den belanglosen Figuren gesellt sich eine ebenso belanglose Handlung. Da es sich bei Hotel Artemis nicht um einen Actionfilm handelt, hebelt die uninspirierte Geschichte streckenweise den Spannungsbogen aus, wodurch das Werk gerade im Mittelteil etwas langatmig wird. Zwar lässt sich Regisseur und Drehbuchautor Pearce immer wieder einige nette Details einfallen, die bei der austauschbaren Geschichte allerdings nur selten in Erinnerung bleiben.
    Die Prämisse des Hotels für kriminelle Mitglieder, das nach einfachen aber effektive Regeln funktioniert, hätte vor einigen Jahren wahrscheinlich auch noch mehr überzeugt. Nach dem Etablieren des Continentals in der John Wick-Reihe bietet diese Idee leider aber nur noch wenig Neues.

    © 2018 Concorde Filmverleih


    Somit schleppt sich der Film bis zum Schlussakt etwas daher. Sobald die Situation außerhalb wie innerhalb des Hotels zu eskalieren beginnt, nimmt das Werk spürbar an Tempo und Spannung auf. Letztendlich weiß der letzte Teil dann durchaus zu überzeugen.

    Drew Pearce erschafft in Hotel Artemis eine interessante Welt, von der man allerdings nicht viel zu sehen bekommt. Die Handlung reduziert sich größtenteils auf die Geschehnisse im Hotel, die aber weder besonders faszinierende Figuren noch eine spannende Geschichte zu bieten haben. Aus technischer Sicht kann Hotel Artemis oftmals überzeugen, dramaturgisch bleibt das Werk aber in weiten Zügen blass.

    Fazit


    Drew Pearce' Regiedebüt ist optisch wie akustisch gelungen, allerdings bietet die Dramaturgie kaum Substanz. So hat Hotel Artemis gerade im Schlussakt durchaus seine Momente, bleibt aber über weite Strecken langatmig.


    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Hotel Artemis
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Global Road Entertainment / Concorde Filmverleih
    Regie:
    Drew Pearce
    Produzent(en):
    Drew Pearce, Jeffrey Scott, Adam Siegel, Simon Cornwell, Stephen Cornwell
    Drehbuch:
    Drew Pearce
    Kamera:
    Chung Chung-hoon
    Musik:
    Cliff Martinez
    Genre:
    SciFi
    Darsteller:
    Jodie Foster, Sterling K. Brown, Sofia Boutella, Dave Bautista, Charlie Day, Jeff Goldblum, Zachary Quinto
    Inhalt:
    Pearce' dystopische Vision von einem San Francisco in der nahen Zukunft erzählt am Rande von einem Aufstand in der Metropole, während sich die Haupthandlung im Innern eines besonderen Hotels abspielt. Das titelgebende Hotel Artemis wird von einer Krankenschwester geführt, die nur Mitglieder beherbergt und versorgt. Diese bestehen allerdings ausschließlich aus Kriminellen. Trotz strikter Regeln scheint einer der Bewohner es auf einen anderen abzusehen.
    Start (DE):
    26.07.2018
    Start (USA):
    08.06.2018
    Laufzeit:
    94 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren

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