The Equalizer 2

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  • Einleitung


    Nach dem durchschlagenden Erfolg von "The Equalizer" im Jahr 2014 war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis eine Fortsetzung zum stimmungsvollen Baumarkt-Actioner erscheint. Sollte man zumindest meinen, denn bis dato hat Hauptdarsteller Denzel Washington noch nie eine Fortsetzung in seiner Karriere gedreht. Mit The Equalizer 2 sollte sich dies nun ändern.

    In The Equalizer 2 geht es einmal mehr um den zur Ruhe gesetzten Agenten Robert McCall, doch diesmal wird es für ihn wesentlich persönlicher, denn seine beste Freundin und ehemalige Arbeitskollegin wird brutal ermordet und nun liegt es an ihm für Gerechtigkeit zu sorgen …

    © 2018 Sony Pictures

    Kritik


    Die erste halbe Stunde von The Equalizer 2 ist für den Film genauso wichtig, wie der komplette Film für Denzel Washingtons Karriere: Völlig bedeutungslos. In den ersten 30 Minuten wird dem Zuschauer nahegebracht, wie McCall nun seine Zeit verbringt und seine Brötchen verdient, nachdem er den Baumarkt des ersten Films in Schutt und Asche gelegt hat und dort nun nicht mehr arbeiten kann. Taxifahrten, und zwar jede Menge davon. Mit mal halbwegs amüsanten Fahrgästen, meistens aber mit kompletter Langeweile durchtränkt, fährt die erste halbe Stunde des Films völlig ziellos über die Leinwand und versucht die eigentlich sympathische Seite von McCall aufzuzeigen. Natürlich gibt es auch hier zumindest einen Fahrgast, der für etwas Ärger sorgt und somit auch eine kleine Actionsequenz irgendwie reingequetscht wurde.

    Nach dieser ersten halben Stunde, in der so gut wie nichts Relevantes geschieht, kommt dann auch noch eine zweite Nebenhandlung hinzu, die über weite Strecken nichts zum Film beitragen kann, außer einer hübschen neuen Wand. Die Intention hinter dem Ganzen ist zwar klar ersichtlich, aber hätte bei weitem nicht so ausgewalzt werden müssen, wie es Antoine Fuqua hier getan hat. Vor allem auch deshalb nicht, weil es komplett vorhersehbar ist, wieso diese Szenen in solcher Ausführlichkeit präsentiert werden und wie das Ganze am Ende mit dem Haupthandlungsstrang verbunden wird. Diese fragliche Nebenhandlung hält nicht nur einer der lächerlichsten Szenen des ganzen Films parat, sondern führt dem Zuschauer im Kinosaal auch in aller Ausführlichkeit vor, wieso dies einfach nicht funktioniert.

    Ebenso vorhersehbar ist auch wer das Attentat auf McCalls Freundin verübt bzw. angeordnet hat, so dass die ausschweifenden Recherche-Szenen vor dem Laptop ziemliche Zeitverschwendung sind. Dieser ganzen Belanglosigkeit setzt sich eigentlich nur das Ende des Films entgegen, welches einen durchaus gut anzusehenden Showdown bietet, der gut inszeniert ist und ein paar nette Ideen bereithält. Erstmals kommt hier auch die Atmosphäre des gelungenen Vorgängers auf, die der gesamte Rest des Films schmerzlich vermissen lässt.

    Einzig – wie sollte es auch anders sein – Denzel Washington vermag es den Film ins Mittelmaß zu heben. Trotz des überaus schwachen Drehbuchs, der langweiligen Inszenierung und all der Belanglosigkeiten legt der Mann eine Präsenz an den Tag, wie man es nur selten bei Schauspielern erleben kann. In (fast) jeder Szene weiß er zu überzeugen, rattert selbst die dümmsten Dialoge mit all seinem Talent runter und schafft es somit, dem Film zumindest so etwas wie Spaß einzuhauchen.

    © 2018 Sony Pictures

    Fazit


    The Equalizer 2 ist ein Film der sehr an seinen viel zu vielen Nebenhandlungen krankt, die kaum, schlecht oder überhaupt nicht in die Haupthandlung eingewoben wurden, dazu belanglose Szenen und eine Vorhersehbarkeit bietet, die weit über dem liegt, was ein Film dieser Art mit sich bringen sollte. Mit seiner ersten Fortsetzung hat Denzel Washington leider eine Bauchlandung hingelegt und sollte sich genau überlegen, ob er in einem möglichen "The Equalizer 3" wieder dabei ist. Oder ob er überhaupt nochmal Fortsetzungen dreht.


    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    The Equalizer 2
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Sony Pictures
    Regie:
    Antoine Fuqua
    Produzent(en):
    Denzel Washington, Antoine Fuqua, Steve Tisch
    Drehbuch:
    Richard Wenk
    Kamera:
    Oliver Wood
    Musik:
    Harry Gregson-Williams
    Genre:
    Action, Thriller
    Darsteller:
    Denzel Washington, Pedro Pascal, Melissa Leo, Bill Pullman
    Inhalt:
    In THE EQUALIZER 2 kehrt Denzel Washington zurück in einer seiner bekanntesten Rollen und ist zum ersten Mal in seiner Karriere in einer Fortsetzung zu sehen. Robert McCall kämpft mit unbeirrbarer Entschlossenheit für Gerechtigkeit für alle Ausgebeuteten und Unterdrückten – doch wie weit wird er gehen, wenn es sich dabei um jemanden handelt, den er liebt?
    Start (DE):
    16. August 2018
    Start (USA):
    20. Juli 2018
    Laufzeit:
    121 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren

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