Leave No Trace

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Einleitung


    Mit dem vierfach oscarnominierten Werk Winter's Bone konnte Regisseurin Debra Granik bereits zahlreiche Zuschauer begeistern. Mit Leave No Trace folgt nach achtjähriger Spielfilmpause ihr nächstes bedrückendes Werk.

    Im Zentrum steht ein vom Krieg gezeichneter Vater, der sich mit seiner Tochter zusammen für ein Leben im Wald entschieden hat. Dort scheinen die beiden alles zu haben, was sie brauchen. Als eines Tages Ranger auf sich aufmerksam werden, gerät durch der folgenden Integrationsversuch ihr Leben aus den Bahnen.

    Als Vater und Tochter sind Ben Foster (Hell of High Water) und Thomasin McKenzie (The Changeover) zu sehen.

    © 2018 Sony Pictures


    Kritik


    Trotz der schönen Bilder baut Leave No Trace ab der ersten Minute eine beklemmende Atmosphäre auf, was in erster Linie an Ben Fosters Darstellung des Vaters liegt. Obwohl über den ganzen Film verteilt kaum Informationen über die Vergangenheit seiner Rolle preisgegeben werden, verleiht der gewohnt starke Schauspieler ihr eine unglaublich warmherzige aber auch gebrochene Seite. Man erkennt in seiner Figur bereits bei ihrem ersten Auftritt ihre emotional verlorene Seele. Dramaturgisch und inszenatorisch wird dies gekonnt im Wechsel zur liebevollen Beziehung zur Tochter dargestellt.
    Regisseurin Debra Granik konzentriert sich dabei stets auf ihre beiden Hauptdarsteller und legt ihre Inszenierung auch auf deren starke Auftritte aus. Neben Foster kann Jungschauspielerin Thomasin McKenzie ebenso brillieren, wie ihr Filmvater. Gemeinsam entsteht eine wunderschöne Chemie zwischen den beiden, die durch eine berührend geschriebene Beziehung untermauert wird.

    Durch die ruhigen Bilder und eine ebenso ruhige Erzählung wird viel Platz für die zwischenmenschlichen Interaktionen geboten, wodurch selbst die kleinsten Nuancen in Gestik und Mimik der Darsteller zur Geltung kommen, die gerade mit der Integration der beiden Figuren in den zivilisierten Alltag ihre Wirkung nicht verfehlen.
    Inhaltlich wird sich viel Zeit genommen, sodass das Unbehagen, dass gerade Fosters Figur Will in der Zivilisation empfindet, sich unweigerlich auf den Zuschauer überträgt. McKenzie verleiht ihrem Auftritt im Verlauf der Geschichte nach und nach eine angenehme Neugier, ohne, dass man das Gefühl hat, dass sie ihren Vater im Stich lässt. So durchbricht ihr Charakter Tom immer wieder die beklemmende Stimmung und kann der teilweise herrschenden Trostlosigkeit eine gewisse Schönheit abverlangen.

    © 2018 Sony Pictures


    Steht zu Beginn der Kontrast von Großstadt und Natur in einem klaren Gegensatz, wird dem zum Ende hin Schritt für Schritt ein Mittelweg geboten. Tom verkörpert diese Entwicklung in Person, wohingegen Will immer wieder mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen hat. Diese Auseinandersetzung trägt er allerdings nie nach außen, was ihm den Anschluss an Menschen extrem erschwert.

    Atmosphärisch erinnert Leave No Trace nicht ohne Grund an Winter's Bone. Granik tat sich wieder mit ihrer Co-Autorin Anne Rosellini zusammen, ebenso wie mit Kameramann Michael McDonough und Komponist Dickon Hinchliffe. Folglich dürfte jeden Fan von Graniks vorangegangenem Spielfilm auch ihr neustes Werk begeistern, mit dem sie ohne große emotionale Ausbrüche den Zuschauer am Ende fast so bedrückt und verloren zurücklässt, wie ihren Hauptdarsteller.

    © 2018 Sony Pictures


    Fazit


    Sehr ruhig und behutsam erzählt Regisseurin Debra Granik ihre Geschichte, was die ein oder andere kleinere Länge nach sich zieht, aber auch viel Raum für ihre Figuren bietet. Leave No Trace bleibt so durchgängig berührend, da er von seinen starken Darstellern beeindruckend getragen wird.


    8/10

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    Leave No Trace
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Sony Pictures
    Regie:
    Debra Granik
    Produzent(en):
    Anne Rosellini, Michael Bloom, Jason Cloth, Aran L. Gilbert, Anne Harrison, Annie Morter, Adam Pincus, Linda Reisman
    Drehbuch:
    Debra Granik, Anne Rosellini, Peter Rock (Buch)
    Kamera:
    Michael McDonough
    Musik:
    Dickon Hinchliffe
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Ben Foster, Thomasin McKenzie
    Inhalt:
    Im Zentrum von "Leave No Trace" bsteht ein vom Krieg gezeichneter Vater, der sich mit seiner Tochter zusammen für ein Leben im Wald entschieden hat. Dort scheinen die beiden alles zu haben, was sie brauchen. Als eines Tages Ranger auf sich aufmerksam werden, gerät durch der folgenden Integrationsversuch ihr Leben aus den Bahnen.
    Start (DE):
    13.09.2018
    Start (USA):
    29.07.2018
    Laufzeit:
    109 Minuten
    FSK:
    ab 6 Jahren

    931 mal gelesen