We Are Your Friends

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  • Einleitung


    Eins, zwei, TestTest, eins, zwei… Test, Test! Mikro funktioniert, Boxen funktionieren – dann kann es ja losgehen! Heute stellen wir euch We Are Your Friends vor, ein Film mit Zac Efron unter der Regie von Neuling Max Joseph. Und schon der Titel verrät: Es geht um elektronische Musik!


    Kritik


    In We Are Your Friends spielt Zac Efron den aufstrebenden DJ Cole. Seine Freunde unterstützen ihn, wo sie nur können und finden Gefallen an vor allem eines: Party machen! Doch wer jetzt befürchtet, dass dieser Film ein einziger Trip ist, bei dem herumgeblödelt wird und es einzig darum geht, Frauen aufzureißen und zu saufen bis zum Abwinken, der verschätzt sich völlig. Klar, wenn die Hauptfigur ein DJ ist, dann liegt es auf der Hand, dass man ordentlich was auf die Ohren bekommt und auch das Nachtleben seinen Platz finden wird. Dennoch steckt noch ein wenig mehr dahinter, als man vielleicht zunächst vermutet. So spielt sich der große Handlungsbogen zwar um den Aufstieg eines DJs mit großem Potenzial ab, aber die Nebenschauplätze bzw. die Problemchen der Figuren kommen dabei nicht zu kurz. Dabei geht es nicht nur um Freundschaft, Liebe und Erfolg, sondern auch um das erwachsen werden, Drogen und weitere Abgründe wie z. B. das unmoralische und schamlose Ausnutzen von Personen in finanziellen Notlagen. Regisseur Max Joseph verliert aber zu keiner Zeit den Fokus und schafft es, den Bogen zurück zur Musik zu spannen.


    Es gibt viele Filme, die als Kern die Musik beinhalten und zusätzlich ein wenig Drama runterspulen, so auch dieser. Ein Konflikt mit der hübschesten Dame darf dann natürlich auch nicht fehlen. Das klingt zwar stark nach einem altbekannten Rezept, an dem man sich satt gesehen haben könnte, aber We Are Your Friends hebt sich trotz der einfachen Geschichte dann doch noch ein Stück weit von der Masse ab. Und das ist schon allein der Inszenierung zu verdanken. Max Joseph ist neu in der Branche, unverbraucht und innovativ. Er bringt seinen eigenen Stil mit ein – ganz wie seine Hauptfigur im Film: Gerade zu Beginn arbeitet Cole noch mit computertechnischen Sounds und versucht, erfolgreiche DJs nachzuahmen. Er nimmt auch hin und wieder Drogen. Und genau dieser Drogentrip, den er bei einer Hausparty erfährt, wurde optisch extrem hübsch aufgearbeitet. Statt wilder Kamerafahrten mit ständigem Zoom und sich drehenden Objekten sieht Cole ein Gemälde an, das Gesicht darauf zwinkert ihm zu. Im Anschluss verläuft die Farbe auf den Boden, nimmt nach und nach die Tanzfläche ein und färbt die Menschen bunt, bis sie letztendlich auch bei Cole angekommen ist… Wenn man so etwas auf der Leinwand sieht, dann ist man für jede Sekunde, jede Idee dankbar, die sich von anderen Filmen unterscheidet. Chapeau, Max Joseph! Wie sich verschiedene Beats auf das Herzklopfen beziehen bzw. bei welcher Anzahl bpm (beats per minute) der ganze Körper anfängt, in Schwung zu kommen, ist ebenfalls ein Höhepunkt des Films. Doch auch sonst weiß der Film zu gefallen und vor allem durchgängig zu unterhalten. Zwar hätte man die Ausarbeitung der neuen Tracks von Cole noch mehr zeigen können, aber dann wäre man vielleicht Gefahr gelaufen, das Publikum einzuschläfern. Generell kommt die Musim gefühlt etwas zu knapp. Immerhin werden die verschiedenen Aufnahmen angeschnitten, indem man Cole sieht, wie er unterschiedliche Klänge mit seinem Smartphone aufnimmt. Außerdem kann man froh sein, dass einem die Botschaft, seinen eigenen Weg zu gehen, nicht zu sehr aufgedrückt wird. Es gibt keinen perfekten oder gar „richtigen“ Weg, sondern nur den, der am besten zu einem passt, was wiederum leider durch ein paar sehr einfache Floskeln kommuniziert wird.


    Dieser Weg wird von einem tollen Soundtrack begleitet – für Fans elektronischer Sounds der Oberknaller! Nicht selten erwischt man sich dann dabei, wie man im Kinosessel wippt oder mit der Hand im Takt auf den Oberschenkel klatscht. Doch selbst dem Publikum, das nicht so auf elektronische Musik steht, dürften die Tracks gefallen. Die Musik wird gut dosiert, hätte aber auch gut und gerne noch eine etwas größere Rolle spielen dürfen. Um den Schwung jedoch nicht zu verlieren, fokussiert sich We Are Your Friends auf die Entwicklung von Cole, der von Zac Efron nicht nur glaubwürdig, sondern auch sehr sympathisch verkörpert wird. Wes Bentley muss an dieser Stelle ebenfalls positiv erwähnt werden, der durch seine Leistung klar heraussticht. Doch damit nicht nur die Ladies einen oberflächlichen Grund haben, ins Kino zu rennen, hat man mit Emily Ratajkowski ein sehr nett anzusehendes Model für die weibliche Hauptrolle verpflichtet, derer einziger Makel die Schlauchboot ähnlichen Lippen zu sein scheinen. Sie reißt schauspielerisch zwar keine Bäume aus, spielt aber solide. Der gesamte restliche Cast macht seine Sache außerordentlich gut, wobei man auch anmerken muss, dass das Drehbuch den Schauspielern nicht alles an Gestik, Mimik und Sprache abverlangt.


    Fazit


    Der Film weiß, was er ist und das Team holte hier alles, aber auch wirklich alles aus sich heraus, was dazu nötig ist, einen coolen Film zu erschaffen, der die Masse unterhalten wird. Die Szenen machen allesamt Spaß und finden ihren Höhepunkt im letzten Auftritt von Cole, wenn er einen ausgesprochen coolen Track auflegt. Nach dem Film dürfte wohl auch der größte Partymuffel unter den Kinobesuchern Lust verspüren, Cocktails schlürfen und/oder feiern zu gehen. Allein die letzte Szene dürfte dem geneigten Zuschauer etwas sauer aufstoßen, wenn Cole am Ende als hundertprozentiger Gutmensch dargestellt wird. Da verhält es sich genau so wie bei den Leuten, die ein Lied nicht zu Ende hören können und kurz vor dem Schluss ein Lied weiter klicken – manchmal ist das dann doch angebracht. Was letztendlich bleibt, ist aber ein cooler Song, den man sich immer mal wieder anhören (hier: ansehen) kann. Aber: Von der Story bitte nicht zu viel erwarten, dann ist gute Laune vorprogrammiert!

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    Bewertung: 7/10
    Infos
    Originaltitel:
    We Are Your Friends
    Land:
    USA
    Jahr:
    2015
    Studio/Verleih:
    Studiocanal
    Regie:
    Max Joseph
    Produzent(en):
    Tim Bevan, Liza Chasin, Eric Fellner
    Drehbuch:
    Max Joseph, Meaghan Oppenheimer
    Kamera:
    Brett Pawlak
    Musik:
    -
    Genre:
    Drama, Musik
    Darsteller:
    Zac Efron, Wes Bentley, Jon Abrahams, Emily Ratajkowski, Alicia Coppola, Shiloh Fernandez
    Inhalt:
    Der smarte Cole (Zac Efron) träumt davon, als Electro-DJ voll durchzustarten und den einen Song zu produzieren, der ihm den Durchbruch zum Erfolg bringt. Tagsüber hängt er mit seinen alten Freunden ab, nachts zieht es ihn jedoch in die Szene-Spots von Los Angeles. Als ihn der charismatische, etablierte DJ James (Wes Bentley) unter seine Fittiche nimmt, scheint seine Chance gekommen. Doch als Cole sich in James’ Freundin Sophie (Emily Ratajkowski) verliebt, setzt er alles, wofür er brennt, auf’s Spiel…
    Start (DE):
    27. August 2015
    Start (USA):
    28. August 2015
    Laufzeit:
    96 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://wayf-movie.com/
    deutsche Webseite:
    http://www.wayf-film.de/

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