Mom and Dad

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  • Einleitung


    Mit Crank, dessen Fortsetzung und Gamer offenbarte Regisseur und Drehbuchautor Brian Taylor gemeinsam mit seinem langjährigen Begleiter Mark Neveldine, immer wieder durchgeknallte Mixturen aus temporeicher Action, überzeichnetem Humor, aufgedrehten Soundtracks, absurden Geschichten und mitreißenden Kamerafahrten. Mit Mom and Dad versucht es Taylor dieses Mal alleine, doch klingt die Handlung seines neusten Werkes gewohnt abgedreht.

    Aus unerklärlichen Gründen beschließen Eltern plötzlich ihre eigenen Kinder umzubringen. Im Zentrum steht ein Teenager und ihr kleiner Bruder, die von ihren durchdrehenden Eltern gejagt werden.

    Für den Part der Eltern konnten Nicolas Cage und Selma Blair gewonnen werden. Als deren Kinder sind Anne Winters und Zackary Arthur zu sehen.

    © 2018 KSM Film


    Kritik


    Auch wenn die Idee des Films und einige der Namen vor und hinter der Kamera auf einen unterhaltsamen Horrorspass hoffen lassen, kommt Mom and Dad viel zu lange nicht richtig in Fahrt. Die Art der Umsetzung lässt kein allzu großes Budget vermuten, wodurch das Werk gehörig ausgebremst wird. Denn in vielen Situation, in denen es interessant wird, folgt ein Schnitt auf eine deutlich entspanntere Szene. Folglich verliert die Erzählung gehörig an Tempo. Dass keine tiefgründigen Dialoge oder Charakterstudien zu erwarten sind, ist bereits im Vorfeld klar. Mit einigen irrwitzigen Ideen und einer temporeichen Erzählstruktur wäre das auch kein Problem.
    Doch auch bei dem Ideenreichtum wirkt der Horrorfilm, gerade in Hinsicht auf die vorangegangenen Werke des Filmemachers, etwas einfallslos. Zwar schimmert immer mal wieder die kreative Ader Taylors für absurd komische Schockmomente durch, doch sind diese etwas zu rar gesät.

    Wo bei Gamer oder Crank immer wieder herrlich politisch unkorrekte Dialoge für Abwechslung sorgten, schießen diese Versuche bei Mom and Dad meistens ins Leere. Zugegebenermaßen findet sich auch hier der ein oder andere Satz, der zu gefallen weiß, doch verhält es sich damit ähnlich problematisch wie mit den absurden Schockmomenten.

    © 2018 KSM Film


    Darstellerisch holte sich Taylor mit Nicolas Cage den vermeintlich idealsten Darsteller für einen wahnsinnigen Vater vor die Kamera. Doch auch er kann das Werk nur bedingt aufwerten. Zwar gibt es immer wieder unterhaltsame extrovertierte Darbietungen des Schauspielers, doch verlieren sich diese auch immer wieder in substanzlosem Rumgebrülle. Auch seine Leinwandpartnerin Selma Blair kann in der ein oder anderen Szene glänzen, doch sind auch bei ihr diese Augenblicke nicht allzu häufig.
    Die Darsteller der Kinder bleiben hingegen durchgängig unauffällig.

    Da, wie oben bereits erwähnt, oft bei den interessantesten Stellen weggeschnitten wird, hält sich der Blutgehalt und die Brutalität auch in Grenzen.
    Begleitet werden die unspektakulären Mordszenen von einer überraschend uninspirierten Songauswahl und einem über weite Strecken anstrengenden Score.

    Allerdings muss man dem Werk zugutehalten, dass mit dem Auftritt von Lance Henricksen als Cages Filmvater der Film dann endlich richtig unterhaltsam wird. Wenn der Vater hinter seinem Sohn herjagt, während er von seinem eigenen Vater gejagt wird, ist das herrlich mit anzusehen und erreicht schlussendlich dann die Qualität, die man sich von Mom and Dad schon viel früher erhofft hatte. Leider fällt dieser Augenblick ziemlich kurz aus und findet auch erst fast zum Schluss seinen Weg ins Geschehen. Bot Taylor mit Crank noch einen neunzigminütigen Showdown, wird dies in Mom and Dad auf knapp zehn Minuten reduziert.

    © 2018 KSM Film


    Ob das fehlende Tempo auf das fehlende Budget oder auf den fehlenden Einfallsreichtum zurückzuführen ist, sei dahingestellt. Letztendlich ändert es nichts daran, dass Mom and Dad einfach nicht richtig in Fahrt kommen will.

    Fazit


    Ein paar nette inszenatorische wie inhaltliche Ideen, die an die Kreativität von Regisseur und Drehbuchautor Brian Taylors vergangene Projekte erinnern, machen Mom and Dad erträglich. Doch ist das letztendlich einfach zu wenig.


    4/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Mom and Dad
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Momentum Pictures / KSM Film
    Regie:
    Brian Taylor
    Produzent(en):
    Tim Zajaros, Christopher Lemole
    Drehbuch:
    Brian Taylor
    Kamera:
    Daniel Pearl
    Musik:
    Bill James Day
    Genre:
    Horror, Thriller, Komödie
    Darsteller:
    Nicolas Cage, Selma Blair, Anne Winters, Zackary Arthur
    Inhalt:
    Aus unerklärlichen Gründen beschließen Eltern plötzlich ihre eigenen Kinder umzubringen. Im Zentrum steht ein Teenager und ihr kleiner Bruder, die von ihren durchdrehenden Eltern gejagt werden.
    Start (DE):
    20.09.2018 (Heimkino)
    Start (USA):
    19.01.2018
    Laufzeit:
    86 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren

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