Robin Hood

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  • Einleitung

    Die neueste Adaption des berühmten Helden Robin Hood kommt am 10. Januar 2019 in die deutschen Kinos. Den titelgebenden Helden mimt dieses Mal Taron Egerton, in weiteren Rollen sind u.a. Eve Hewson, Jamie Foxx, Jamie Dornan und Ben Mendelson zu sehen. Ob Robin Hood uns überzeugen konnte und der Film eine Eintrittskarte wert ist, erfahrt ihr in den folgenden Absätzen.

    Der junge Robin von Locksley (Taron Egerton) kehrt vom Schlachtfeld der Kreuzzüge zurück. In seiner Heimat hat sich einiges geändert. Nottingham ist mittlerweile voller Korruption, Intrigen und dazu kommt Schreckensherrschaft des Sheriffs von Nottingham (Ben Mendelsohn), der das Volk bis zur bitteren Armut ausbeutet. Gemeinsam mit seinem Verbündeten Little John (Jamie Foxx), beschließt Robin diese schreckliche Situation nicht mehr hinzunehmen und gegen die vorherrschende Ungerechtigkeit zu kämpfen. Dabei legen sich mit dem skrupellosen Sheriff von Nottingham an.

    © 2018 StudioCanal

    Kritik

    Schon die Trailer verhießen nichts Gutes, aber die Möglichkeit auf einen unterhaltsamen No-Brainer bestand allemal, aber nach den ersten Minuten sollte ein weitaus größeres Unheil seinen Lauf nehmen, als die Trailer es überhaupt erahnen ließen.
    In seiner Eröffnungssequenz versucht Regisseur Otto Bathurst die beiden Hauptfiguren Robin (Taron Egerton) und Marian (Eve Hewson) zu etablieren und ihre „große“ Liebe dem Zuschauer näherzubringen. Der Regisseur tut dies anhand einer 1-minütigen Collage und scheitert in seinem unterfangen gnadenlos. Nicht nur dass die Collage unfassbar kitschig ist, sondern gibt auch sie den Charakteren keinerlei Profil. Das Robin anschließend zum Kreuzzug muss, ist dem Zuschauer völlig egal. Anschließend wechselt das Szenario und der Film landet mitten in einem Kreuzzug. Die folgende Actionszene ist unterdessen so absurd inszeniert, dass sie unfreiwillig witzig wirkt. Statt während eines Kreuzzugs, könnte diese Szene auch aus einem Film über den zweiten Weltkrieg stammen. Nur das hier die Soldaten Bögen statt Maschinengewehre im Häuserkampf verwenden. Kaum sind 10 Minuten im Film vergangen und der Zuschauer könnte aus Frust schon den Film verlassen oder sein Popcorn ausspucken.

    Die darauffolgenden 110 Minuten sind leider nicht viel gelungener und das Unheil nimmt größere Dimensionen an. Der Zuschauer wird sich im Laufe des Films noch einige Male mit der Hand gegen die Stirn schlagen.
    Die Autoren lassen im weiteren Verlauf kein Klischee aus. Eine Dreiecksgeschichte? Selbstverständlich kommt eine vor, jedoch ist sie so unterentwickelt, dass man sie kaum wahrnimmt. Eine Trainingszene? Aber sicher! Aber Robin Hood bietet dem Zuschauer eine Trainingssequenz, für die sich sogar Rocky 5 in Grund und Boden schämen würde.
    Obendrein wechseln die Charaktere ihre Ansichten und Gesinnung so schnell, dass der Zuschauer nach einer kurzen Pinkelpause fast schon neue Figuren zu sehen bekommt. Das die Charaktere indes vollkommen unterentwickelt sind, erklärt sich von selbst. Dem Zuschauer sind die Charaktere vollkommen egal. Man interessiert sich überhaupt nicht was mit ihnen passiert.

    © 2018 StudioCanal

    Eine Logik oder einen inneren Sinn innerhalb der Welt des Films sucht man ebenfalls vergebens. Kaum etwas macht Sinn und die Logiklücken reißen Gräben auf. Beispielsweise ist Robin die ganze Zeit mit Little John (Jamie Foxx) in der Öffentlichkeit unterwegs, aber während Robin als verkleideter Held Gold stiehlt und John ihm als Fluchtkutschenfahrer zur Seite steht, kommt keiner auf Idee, um wem es sich bei dem Kaputzenträger handelt. Der Film leistet sich immer so grobe Schnitzer, dass man aufstehen und die Leinwand laut anschreien möchte.
    Nahezu jede kreative Entscheidung, die hier getroffen wurde, funktioniert in keinster Weise. Robin Hood ist die reinste Katastrophe, ein Autounfall von einem Film. Am schlimmsten ist, dass der Film auf „modern“ getrimmte wurde, ohne jedoch modernisiert zu sein. Vor allem wirkt die Optik wie eine missratene und zugleich absurde Mischung aus Mittelalter und Postapokalypse. In all seiner unglaublich hässlichen visuellen Gestaltung erinnert Robin Hood niemals an ein mittelalterliches England. Vielmehr wirken Kostüme, Großteil des Setdesigns und die Waffen wie eine postapokalyptische Version Englands.
    Auch wenn der Film nicht so grauenhaft wie Resident Evil: The Final Chapter aussieht, könnte Robin Hood immer noch ein hässlicher Verwandter sein. Das Colorgrading, die Sets als auch die Ausstattung sind überhaupt nicht gelungen. Es ist unverständlich wie ein Film, der an einen Autounfall erinnert überhaupt entstehen konnte.

    Die Actionszenen stehen der restlichen Katastrophe in nichts nach und sind gleichermaßen schlecht. Die Inszenierung ist auf einem unterirdischen Niveau. Es macht einfach keinen Spaß dieses pseudo-coole, mit Zeitlupen garnierte Gewackel zu gucken. Qualitativ können die Actionszenen mit TV-Filmen aus den frühen 2000ern gepaart mit der TV-Serie Arrow verglichen werden. Otto Bathurst beweist hier keinen Sinn für unterhaltsame und aufregende Inszenierung.

    Taron Egerton ist wahrlich nicht für seine Mitarbeit an Robin Hood zu beneiden. Allein seine Gesichtsausdrücke wechseln zwischen „was suche ich hier“, „was habe ich nur getan, um dies zu verdienen?“ und „erlöst mich!“ Eve Hewson sieht zumindest in ihren teilweise tief dekolletierten Kleidern sexy aus. Ben Mendelson ist wohl in den Drehpausen von Rogue One zum Set von Robin Hood gekommen und hat direkt seine Robe mitgebracht. Was Jamie Foxx in diesem Film abliefert, entzieht sich jeder Erklärung.

    Selbst der Score von Joseph Trapanese ist unheimlich inkonsistent und wechselt während des Films mehrmals den Stil. Zudem klingen die Melodien teils unpassend in den verwendeten Szenen.

    © 2018 StudioCanal

    Fazit

    Robin Hood ist die reinste Katastrophe geworden. Es ist eine Abscheulichkeit im Gewand eines Blockbusters. Der Film funktioniert in keinem seiner Elemente und macht vorne und hinten keinen Sinn. Über Logik braucht man ohnehin nicht zu sprechen. Die Schauspieler, die schon mehrfach ihr Können bewiesen haben, versagen in Robin Hood auf ganzer Linie. Der Zuschauer riskiert bei diesem Film eher eine kleine Gehirnerschütterung durch die vielen Schläge auf die Stirn, statt einer gelungenen Unterhaltung.
    Robin Hood ist vielleicht der schlechteste Film des Jahres!


    1,5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Robin Hood
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    StudioCanal
    Regie:
    Otto Bathurst
    Produzent(en):
    Jennifer Davisson, Leonard DiCpario
    Drehbuch:
    Ben Chandler, David James Kelly
    Kamera:
    George Steel
    Musik:
    Joseph Trapanese
    Genre:
    Action, Abenteuer
    Darsteller:
    Taron Egerton, Jamie Foxx, Ben Mendelsohn, Eve Hewson, Paul Anderson, Tim Minchin, F. Murray Abraham, Jamie Dornan
    Inhalt:
    Der junge Robin von Locksley (Taron Egerton) kehrt vom Schlachtfeld der Kreuzzüge zurück. In seiner Heimat hat sich einiges geändert. Nottingham ist mittlerweile voller Korruption, Intrigen und dazu kommt Schreckensherrschaft des Sheriffs von Nottingham (Ben Mendelsohn), der das Volk bis zur bitteren Armut ausbeutet. Gemeinsam mit seinem Verbündeten Little John (Jamie Foxx), beschließt Robin diese schreckliche Situation nicht mehr hinzunehmen und gegen die vorherrschende Ungerechtigkeit zu kämpfen. Dabei legen sich mit dem skrupellosen Sheriff von Nottingham an.
    Start (DE):
    10. Januar 2019
    Start (USA):
    21. November 2018
    Laufzeit:
    116 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://www.facebook.com/RobinHoodTheMovie/

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Kommentare 3

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    Burning -

    Hahahaha, sehr schöne Kritik, hat wirklich Spaß gemacht zu lesen. Auch schön alle möglichen Beleidigungen gegen den Film in den Text gepackt und andere Filme direkt mit reingezogen :tlol: