Once Upon A Time

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  • Einleitung


    Tang Qis Fantasy-Roman Three Lives Three Worlds, Ten Miles Of Peach Blossoms erfuhr bereits eine aufwendige Serienadaption. Mit Once Upon A Time inszenierten Spezial Effects-Profi Anthony LaMolinara und Kameramann Xiaoding Zhao einen Spielfilm, der die Liebe zweier Götter behandelt. Mit Yifei Liu und Yang Yang konnten zwei der aktuell gefragtesten chinesischen Schauspieler gewonnen werden.

    Das Fantasywerk dreht sich um zwei Gottheiten, die sich verlieben, aber schweren Herausforderungen gegenüberstehen. Nachdem Bai Qian, die Göttin des Himmelsreichs zur Sterblichen wird, um eine Prüfung zu bestehen. Dort verliebt sie sich in Ye Hua. Als ihre Liebe vor eine harte Probe gestellt wird, verliert Qian ihr Gedächtnis und es liegt an Hua seine große Liebe zurückzugewinnen.

    © 2018 Tiberius Film


    Kritik


    Von der ersten Minute an spürt man, dass hinter dem Projekt ein Kameramann und ein Special Effects-Profi auf dem Regiestuhl platzgenommen haben. Denn gerade visuell ist Once Upon A Time über weite Strecken beeindruckend. Zwar beginnt der Film mit einer schwach animierten Sequenz, bei der die Computereffekte wie aus einem in die Jahre gekommenen Videospiel wirken, doch stellt dieser Moment glücklicherweise die Ausnahme dar. Auch wenn im weiteren Verlauf meistens die Herkunft aus dem Computer bei den Kulissen und den Wesen kaum zu übersehen ist, bewegen sich die Effekte dennoch oft auf einem hohen Niveau. Denn gerade in Verbindung mit den phantasievollen Welten und den kräftigen und zahlreichen Farben erschaffen die Regisseure eine magische Welt, die eine faszinierende Wirkung zu entfalten weiß. Dazu agieren die Schauspieler in prunkvollen Kostümen, die das Herz von jedem Fan von fernöstlichen Kostümfilmen höher schlagen lassen dürfte.
    Generell ist die visuelle Kraft des Films auch die große Stärke und kann über einige Schwächen hinwegtäuschen. Die farbenfrohen Kulissen können ebenso begeistern wie die Bildkreationen, die schon fast Gemälden ähneln.

    Dennoch gelingt es den bezaubernden Bildern nicht, die merklichen dramaturgischen Schwächen vollends zu überdecken. Gerade die Fülle an Handlungssträngen kann in unter zwei Stunden kaum bewältigt werden. So ist Once Upon A Time inhaltlich überladen, wirkt aber dennoch, als ob er nicht wirklich viel erzählt hat, da vieles angeschnitten, aber kaum etwas ausführlich behandelt wird. Als Folge dürfte auch der ein oder andere Zuschauer nach einigen Richtungswechseln der Handlung etwas überfordert sein und nicht genau wissen, warum was gerade passiert. Somit wird viel Potential verschwendet, da man dem umfangreichen Inhalt der Vorlage gerecht werden wollte, dies aber bei der Laufzeit unmöglich ist. Zu oberflächlich bleibt die Geschichte mitsamt ihren Figuren, dem man mit geschickten Kürzungen durchaus entgegenwirken hätte können.

    © 2018 Tiberius Film


    Die in großen Teilen überflüssige Figur des Kindes der beiden Protagonisten ist ein hervorstechendes Beispiel für die inhaltlichen Schwächen des Werks. Darstellerisch anstrengend und dramaturgisch oberflächlich bremst der optisch geschlechtlich nicht zuzuordnende Sohn die Beziehung der beiden Liebenden stetig aus, anstelle ihr mehr Brisanz oder Tiefgang zu verschaffen. Die Figur bietet in dieser Form keinen Mehrwert, da auch die emotionalen Diskrepanzen nicht aufgearbeitet werden. Folglich fehlt es dem Charakter an inhaltlicher wie emotionaler Relevanz.
    Ähnlich belanglos werden die Konflikte zwischen den verschiedenen Königreichen abgehandelt, sodass es besser gewesen wäre, diese gar nicht zu benennen. So verpasst es auch der Schlussakt mit seinem Antagonisten nennenswerte Spannung zu erzeugen, da dieser gehaltlos aufgebaut wurde.

    Die Liebesgeschichte bietet viel Potential und würden einige Nebenhandlungen nicht ständig von ihr ablenken, hätte eine große und berührende Geschichte erzählt werden können. Leider kann diese so nur teilweise ihre Wirkung entfalten, was zum größten Teil der romantischen Bildkompositionen zu danken ist. Denn auch darstellerisch wird in Once Upon A Time wenig nennenswertes geboten. Die Nebendarsteller bewegen sich auf bestenfalls durchschnittlichem Niveau und auch die beiden Hauptdarsteller können nur wenig Akzente setzen. Die Chemie zwischen den beiden Schauspielern kann sich nur wenig entfalten und auch die emotionalen Veränderungen, die gerade Yifei Lius Figur durchmacht, sind selten nachzuempfinden.

    © 2018 Tiberius Film


    Bei all der Kritik ist es dennoch verwunderlich, dass das Fantasywerk durchaus zu gefallen weiß. Die chinesischen Mythen und die Umsetzung der Götterwelten und ihrer Wesen versprühen einen magischen Charme. Teilweise kreiert Kameramann und Regisseur Xiaoding Zhao traumhafte Bilder, die eine schöne und faszinierende Wirkung entfalten. Gerade Liebhaber von den phantastischen Seiten der chinesischen Kultur dürften hier viel Freude haben. Aber auch für alle anderen, die Gefallen an farbenfrohen und verzaubernden Bildern haben, sollten einen Blick riskieren.

    Fazit


    Inhaltlich zu überladen kratzt Once Upon A Time in zu vielen Belangen nur an der Oberfläche und wirkt so streckenweise schwer überschaubar. Dennoch weiß die visuelle Umsetzung zu gefallen und kreiert eine zauberhafte Welt, in der man gerne eintaucht.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    生三世十里桃花 (Sãn Shēng Sān Shì Shí Lǐ Táo Huā) / Once Upon A Time (englischer Titel)
    Land:
    China
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Alibaba Pictures / Tiberius Film
    Regie:
    Anthony LaMolinara, Xiaoding Zhao
    Produzent(en):
    Chen Gao, Sa Zhilei
    Drehbuch:
    Tang Qi
    Kamera:
    Xiaoding Zhao
    Genre:
    Fantasy, Drama
    Darsteller:
    Yifei Liu, Yang Yang
    Inhalt:
    Das Fantasywerk dreht sich um zwei Gottheiten, die sich verlieben, aber schweren Herausforderungen gegenüberstehen. Nachdem Bai Qian, die Göttin des Himmelsreichs zur Sterblichen wird, um eine Prüfung zu bestehen. Dort verliebt sie sich in Ye Hua. Als ihre Liebe vor eine harte Probe gestellt wird, verliert Qian ihr Gedächtnis und es liegt an Hua seine große Liebe zurückzugewinnen.
    Start (DE):
    06.12.2018 (Heimkino)
    Start (USA):
    11.08.2017
    Laufzeit:
    109 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren

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