Spider-Man: A New Universe

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Einleitung

    Nach sechs Solo Filmen und den beiden Auftritten in Civil War sowie Infinity War, kommt der beliebte Superheld Spider-Man zum ersten Mal in einem Animationsfilm in die Kinos. Auch wenn es über die Jahre einige Zeichentrickadaptionen der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft auf die Fernsehbildschirme schafften, stellt Spider-Man: A New Universe eine Premiere im Kino dar.
    Ab dem 13. Dezember 2018 startet Spider-Man: A New Universe in den deutschen Kinos, ob uns der Film überzeugen konnte und eine Eintrittskarte wert ist, erfahrt ihr in den folgenden Absätzen.

    Miles Morales, ein New Yorker Teenager, hat mit seiner neuen Schule, Freunden und dem Teenagerleben zu kämpfen hat. Als er von einer radioaktiven Spinnen gebissen wird und auf verschiedene Spider-Men aus dem Multiversum trifft, muss Miles trainieren, um der neue Beschützer seiner Stadt zu werden.

    © 2018 Sony Pictures

    Kritik

    Das erste, was bei Spider-Man: A New Universe auffällt, ist die Optik, die sich angenehm von aktuellen Animationsfilmen unterscheidet. Zeichentrickelemente werden mit Computeranimationen kombiniert, sogar Einflüsse von japanischen Animes sind zu finden. Der Film bietet eine wundervolle Farbpallette und eine wunderschöne visuelle Vielfalt. Orange gefärbte Wälder im Herbst wechseln sich mit den neonfarbenen Lichtern New Yorks ab, dann werden die Bilder plötzlich zu Comicpanels mit Textblasen. So bietet der Film einen visuellen Augenschmaus, in dem es in jeder Ecke etwas zu entdecken gibt.

    Im Kern ist das Spider-Man Animationsabenteuer eine Originstory. Jedoch unterscheidet sich diese von vielen anderen und kommt deutlich kreativer daher als im MCU. Die Idee, dass jeder ein Superheld werden kann, wird hier nicht nur kreativ erzählt, sondern auch in seiner Metaebene auf eine völlig absurde Spitze getrieben. Im Mittelpunkt steht der Teenager Miles Morales (im Original gesprochen von Shameik Moore), der in seiner Nachbarschaft ein populärer Junge ist und deutlicher selbstbewusster als Peter Parker daherkommt. Miles besucht seit kurzem eine neue Schule würde gerne in seine alte Umgebung zurückkehren, da er sich in seinem neuen Umfeld unglücklich fühlt. Als er eines Nachts mit seinem Onkel Graffitis in einem alten U-Bahnschacht sprüht, wird er von einer radioaktiven Spinne gebissen und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.
    Obwohl Spider-Man: A New Universe ein origin Film ist, gibt der Film von Anfang an Gas. Dies beginnt schon mit wilden Schnitten, einer rasanten Inszenierung und verrückter Szenenwechsel. Selbst wenn nichts actionreiches passiert und Miles einfach nur auf dem Weg zur Schule ist, wird dies unheimlich aufregend in Szene gesetzt.

    © 2018 Sony Pictures

    Erstmalig wird in einem Marvelfilm ein Multiversum eingeführt und dies ermöglicht eine Menge kreativer Ideen, die Handlung des Films zu erzählen. Aber auch die Originstories der verschiedenen Spider-Men wie Spider-Woman, Spider-Ham oder Spider-Man Noir urkomisch auf die Spitze zu treiben. Wenn alle Spider-Men plötzlich ihre Entstehungsgeschichte erzählen, werden Reboots und ewig gleiche Superheldenfilme genüsslich aufs Korn genommen.

    Im Gegensatz zu vielen realen Comicverfilmungen ist der Humor großartig. Fast jeder Witz und jede Pointe sitzen. Das Drehbuch von Phil Lord und Rodney Rothman sorgt für viele gelungene Lacher, ohne jemals aufgesetzt oder peinlich zu wirken. Auch ist der Humor sehr intelligent eingebaut und mit einer tollen Metaebene ausgestattet, die Klüger als beide Deadpool Filme daherkommt.

    Aber nicht nur technisch und durch seine verrückten Einfälle kann Spider-Man: A New Universe überzeugen. Auch die Figuren sind unheimlich sympathisch und liebevoll charakterisiert. Besonders die Hauptfigur Miles Morales ist sehr sympathisch und seine Teenager Sorgen sowie seine Probleme mit seinen Superkräften klarzukommen sind jederzeit greifbar. Auch der trottelige Peter Parker, der hier vollkommen anders charakterisiert wird, weiß zu gefallen und sorgt für viele witzige Momente. Gwen Stacy alias Spider-Woman ist eine sehr gelungene sowie interessante Figur, die leider ein wenig zu kurz kommt. Die anderen Spider – Men erhalten unglücklicherweise viel zu wenig Szenen, dabei ist Spider-Man Noir mit seinen trockenen Sprüchen unheimlich lustig und gleichzeitig auch eine super interessante Figur. Es fühlt sich daher oftmals so an, dass diese Figuren nur der Verrücktheit wegen im Film gelandet sind. Das gleiche Schicksal erleiden auch die Bösewichte. Die Handlanger des Kingpin erhalten kaum Profil, selbst ihre Namen werden nicht genannt. Deswegen haben nicht Comicleser Schwierigkeiten etwas mit diesen Figuren anzufangen.

    Mit Spider-Man: A New Universe erzählen die Autoren eine sehr gelungene Geschichte über das erwachsenwerden, über zwischenmenschliche Beziehungen und eine Superheldenstory, in der es mal nicht um die Rettung der Welt geht. Die Guten als auch die Bösen haben alle persönliche Ziele, die vollkommen nachvollziehbar sind. Obwohl A New Universe ein Animationsfilm ist, sind die Charaktere oftmals greifbarer und ermöglichen es mehr mit ihnen mitzufiebern, als mit den realen Charakteren des MCU.
    Somit ist Spider-Man: A New Universe alles, was Homecoming im vergangenen Jahr nicht war: intelligent, spannend, witzig und toll erzählt.

    © 2018 Sony Pictures

    Fazit

    Spider-Man: A New Universe ist ein sehr gelungener und humorvoller Animationsfilm geworden. A New Universe ist der gelungenste Spider–Man Film und gleichzeitig der gelungenste Marvelfilm (zusammen mit Logan) seit Sam Raimi’s Spider-Man 2 aus dem Jahr 2004. Sony’s Risiko den Produzenten Phil Lord (auch auch Drehbuch beteiligt) und Chris Miller völlige kreative Freiheit zu geben, damit diese eine vollkommen andere Superheldengeschichte zu erzählen, zahlt sich definitiv aus. Spider-Man: A New Universe ist ein unheimlich kreativer, rasant inszenierter Film, der groß und klein gleichermaßen unterhalten wird. Zudem besitzt der Film ein großartiges Sounddesign, das selbst die Avengers vor Neid grün wie der Hulk werden lässt.
    Leider ist A New Universe nicht frei von Fehlern. Es schleichen sich einige Längen in den Fim ein, außerdem ist die Laufzeit gut eine viertel Stunde zu lang. Zudem kommen einige interessante Figuren zu kurz. Problematisch ist auch, dass Zuschauer ohne große Comic Kenntnisse vieles nicht mitbekommen.


    7,5/10

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    Spider-Man: Into the Spider-Verse
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Sony Pictures
    Regie:
    Bob Persichetti, Peter Ramsey, Rodney Rothman
    Produzent(en):
    Avi Arad, Amy Pascal, Phil Lord, Christopher Miller, Christina Steinberg
    Drehbuch:
    Phil Lord, Rodney Rothman
    Kamera:
    ---
    Musik:
    Daniel Pemberton
    Genre:
    Animation, Comicverfilmung
    Darsteller:
    Shameik Moore, Jake Johnson, Hailee Steinfeld, Mahershala Ali, Brian Tyree Henry, Lily Tomlin, Luna Lauren Velez, John Mulaney, Kimiko Glenn, Nicolas Cage, Kathryn Hahn, Liev Schreiber
    Inhalt:
    Miles Morales, ein New Yorker Teenager, hat mit seiner neuen Schule, Freunden und dem Teenagerleben zu kämpfen hat. Als er von einer radioaktiven Spinnen gebissen wird und im Multiversum auf Peter Parker, den früheren Retter von New York, stößt, muss Miles trainieren, um der neue Beschützer seiner Stadt zu werden.
    Start (DE):
    13. Dezember 2018
    Start (USA):
    14. Dezember 2018
    Laufzeit:
    117 Minuten
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://www.intothespiderverse.movie

    1.041 mal gelesen