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Kingdom - Staffel 1

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  • Einleitung


    Mit Kingdom feiert die erste von Netflix selbst entwickelte und produzierte südkoreanische Serie auf der Streamingplattform Premiere. Bisher kaufte der Streaminganbieter lediglich die internationalen Rechte von vielversprechenden Stoffen ein. Für ihre erste eigene Serie von der koreanischen Halbinsel wählten sie ein ungewöhnliches Thema. Mit Kingdom verbinden sie die Genres Historie und Horror.
    Im Zentrum von Kingdom steht der Kronprinz, der wegen Verrats von dem skrupellosen regierenden Clan verfolgt wird. Dabei versucht der Kronprinz die seltsame Abwesenheit des regierenden Königs auf den Grund zu gehen. Auf der Suche nach einem hochangesehene Arztes, der den König behandelt haben soll, stößt er auf eine Epidemie, die die Toten wieder ins Leben zurückholt und sich mehr und mehr ausbreitet.

    Die Inszenierung der Serie fiel unter die Verantwortung von The Tunnel-Regisseur Kim Seong-hun. Für die Hauptrollen konnten unter anderem Ryu Seung-ryong (Telekinese), Kim Sang-ho (Hope), Ju Ji-hoon (Along with the Gods) und Donna Bae (Sense8) gewonnen werden.

    © 2019 Netflix

    Kritik


    Typisch für südkoreanische Serien beginnt auch Kingdom ruhig und etabliert erst einmal die Intrigen am Königshof. Die ungewöhnlich kurze Laufzeit von etwa 50 Minuten in sechs Folgen lassen allerdings überraschend wenig Raum für die Figuren zu. So bleiben über die gesamte Laufzeit die Charaktere meist etwas blass und durchlaufen auch wenig Entwicklungen. Der etwas deplatziert wirkende Humor zu Beginn erschwert den Einstieg in die Serie spürbar und lässt gemeinsam mit den uninteressanten Figuren einige Längen aufkommen.
    Folglich entsteht in den ersten drei Folgen leider nur ein durchschnittlicher Eindruck, denn die Handlung kann ebensowenig überraschen, wie die darstellerischen Leistungen. Einzig optisch hebt sich die Serie durchgängig von dem Durchschnitt ab. Wie in K-Dramas üblich, überzeugen die schönen Kulissen genauso wie die bemerkenswerte Ausstattung. Visuell kann Kingdom somit doch immer wieder einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

    Wer die Geduld aufbringt, die erste Hälfte dennoch zu meistern, wird mit einer temporeichen zweiten belohnt. Mit zunehmender Präsenz der Untoten steigt die Spannung und die rasenden Zombies lassen kaum Zeit zum Durchatmen. Ju Ji-hoon als Kronprinz, der sich vermehrt für das einfache Volk einsetzt, bekommt auch in dieser Phase mehr Profil und kann die Sympathien der Zuschauer für sich gewinnen. Die Spannungen des Königshofs mit dem eigentlichen Thronerben können der Handlung nun auch mehr Reize verleihen und so entsteht am Tag eine Bedrohung durch den Hof und in der Nacht durch die Untoten. Im Finale wird dann noch eine gelungene Wendung offenbart, die die Neugier auf die zweite Staffel in Bezug auf die Plage wie auf die Intrigen erheblich ansteigen lässt.

    © 2019 Netflix


    Visuell werden die Angriffe der Zombies immer wieder beeindruckend in Szene gesetzt, wodurch sich gerade durch die Ansiedlung in der Joseon-Dynastie immer wieder ungewohnte optische Erfahrungen offenbaren. Dabei wird auf Blut nicht verzichtet, auch wenn die großen Gewaltexzesse ausbleiben. Die Spannung baut sich hingegen durch die Atmosphäre und die stetige zeitliche Bedrohung auf. Denn am Tag fallen die Untoten in eine Art Schlaf, während sie bei Einbruch der Dunkelheit rasend über das Land herziehen. Somit bleiben den Überlebenden immer nur die wenigen Stunden, um sich für den nächsten Angriff zu wappnen. Der spannungsgeladene Soundtrack unterstreicht die bedrückende Stimmung gekonnt.

    Zwar offenbaren sich hin und wieder ein paar inhaltliche Fragwürdigkeiten, wovon zumindest einige aber im weiteren Verlauf geklärt werden.
    Die wenige Anzahl der Episoden garantieren zwar wenig Leerlauf, ab Folge 4 sogar gar keinen, lassen den Zuschauer aber kaum richtig in der Welt ankommen. Figuren wie Handlung erlangen erst zum Ende hin eine spannende Tiefe. Somit bleibt für Staffel 2 noch Luft nach oben, die bei dem weiteren Kurs aber problemlos erreicht werden kann. Das Fundament für eine inhaltlich herausragende zweite Staffel wurde großartig gelegt.

    © 2019 Netflix

    Fazit


    Kingdom hat spürbar Schwierigkeiten seinen Ton zu finden. Ab Folge 4 kommt man von der Serie aber nur noch schwer los. Visuell mitreißend, inhaltlich spannend und die Angriffe der Untoten kratzen an den Nerven. Mit einem überraschenden wie intelligenten Finale sind darüber hinaus die Vorraussetzungen für die bereits bestätigte zweite Staffel erstklassig gegeben.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    킹덤 (Kingdeom) / Kingdom (englischer Titel)
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Netflix
    Regie:
    Kim Seong-hun
    Produzent(en):
    Lee Sung-joon, Lee Sang-baek
    Drehbuch:
    Kim Eun-hee
    Musik:
    Mom Young-jin
    Genre:
    Horror
    Darsteller:
    Ryu Seung-ryong, Kim Sang-ho, Ju Ji-hoon, Donna Bae
    Inhalt:
    Im Zentrum von Kingdom steht der Kronprinz, der wegen Verrats von dem skrupellosen regierenden Clan verfolgt wird. Dabei versucht der Kronprinz die seltsame Abwesenheit des regierenden Königs auf den Grund zu gehen. Auf der Suche nach einem hochangesehene Arztes, der den König behandelt haben soll, stößt er auf eine Epidemie, die die Toten wieder ins Leben zurückholt und sich mehr und mehr ausbreitet.
    Start (DE):
    25.01.2019 (Netflix)
    Start (USA):
    25.01.2019 (Netflix)
    Laufzeit:
    ca. 50 Minuten pro Folge (6 Folgen)
    FSK:
    ab 16 Jahren

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