The Sisters Brothers

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  • Einleitung


    Jacques Audiard, der mit Der Geschmack von Rost und Knochen wie mit Ein Prophet, eindrucksvoll bewies, dass er erste Stoffe beherrscht, wagt sich mit The Sisters Brothers an einen deutlich amüsanteren Stoff. Mit schauspielerischen Talenten wie Joaquín Phoenix, Jake Gyllenhaal, Riz Ahmed und John C. Reilly in den Hauptrollen konnte er für seinen ungewöhnlichen Western eindrucksvolle Namen gewinnen.

    The Sisters Brothers dreht sich um die gleichnamigen Brüder, die als Verbrecher ihr Geld verdienen. Als sie für ihren Auftraggeber einen Mann ausfindig machen sollen, der mit einer chemischen Substanz Gold sich verfärben lassen kann und somit die Goldsuche erheblich erleichtert wird, ruft das auch einen gewissen Jim Morris auf den Plan. Der bietet den Brüdern seine Hilfe an. Als jedoch der Chemiker gefunden wird, scheinen die Interessen der Parteien weit auseinander zu gehen.

    © 2019 Wild Bunch Germany


    Kritik


    Von Beginn an zeigt Regisseur und Drehbuchautor Jacques Audiard, dass auch The Sisters Brothers wieder visuell makellos ist. Auch wenn die wunderschönen Kulissen prädestiniert für traumhafte Landschaftsaufnahmen sind, und Audiard diese auch nutzt, verliert er seine Figuren nie aus den Augen. Diese stehen für den Filmemacher stets im Zentrum des Geschehens. Allen voran natürlich die titelgebenden Sisters Brothers. Mit Joaquín Phoenix als schießwütiger Raufbold und John C. Reilly als großherziger Verbrecher wurden auch zwei erstklassige Darsteller verpflichtet. Beide Darsteller haben bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie das Drama wie die Komödie einwandfrei beherrschen. In Audiards Western durften sie nun beides miteinander verbinden. Denn obwohl The Sisters Brothers immer wieder für amüsante Augenblicke sorgt, so steht in erster Linie ein verlorenes Brüderpaar im Vordergrund, die eine schwere Geschichte teilen. Und gerade hier zeigt sich eine Schwäche des Werks. Denn weder der dramatische Aspekt wird angemessen herausgearbeitet, noch der humoristische Teil hält einen im Geschehen. So entsteht eine etwas unausgegorene Mischung, die zwar immer wieder zu faszinieren weiß aber selten wirklich zu begeistern.

    Aber der größte Schwachpunkt zeigt sich bei der Handlung. Zu wenig Essentielles wird geboten, wodurch einfach nie wirklich Spannung aufkommen möchte. Die vier Hauptfiguren, obwohl sie sich teilweise gegenseitig jagen, scheinen nie ernsthaft in Gefahr zu sein. Dadurch dümpelt die Geschichte immer etwas vor sich hin. Bei einer Laufzeit von zwei Stunden entstehen dann unweigerlich einige Durchhänger.

    © 2019 Wild Bunch Germany


    Doch trotz der Kritik machen die kauzigen Figuren und ihre teilweise schrägen Beziehungen zueinander immer wieder Spaß. Der erstklassige Cast erhöht das Sehvergnügen ungemein. Reilly und Phoenix sieht man durchweg gerne zu. Aber Riz Ahmed und Jake Gyllenhaal wissen ebenfalls zu überzeugen, auch wenn letzterer teilweise etwas deplatziert wirkt. Doch vor allem Ahmed gelingt es mit seinem warmherzigen Spiel dem Zuschauer Empathie für seine sympathische Figur zu entlocken.

    Die wunderschönen Bilder, die Audiard und Kameramann Benoît Debie (Enter The Void) eingefangen haben, werden von einem einmal mehr großartigen Score von Oscarpreisträger Alexandre Desplat (Shape of Water) untermalt. Seine Musik sticht immer wieder heraus und erzeugt eine ganz besondere Atmosphäre.

    The Sisters Brothers ist ein etwas ungewöhnlicher Western, der vor allem mit ungewöhnlichen Figuren aufwartet. Die Mischung aus Komödie und Drama verleiht dem Werk einen speziellen Touch, verursacht durch die unausgegorenen Anteile aber auch deutliche Längen. Die starken Darsteller und die bezaubernden Bilder machen aber durchweg Spaß.

    © 2019 Wild Bunch Germany


    Fazit


    Jacques Audiards Western fehlt es spürbar an Spannung und Zugkraft. Doch gelingt es dem Regisseur mit seinen kauzigen Figuren, den starken Darstellern und den teils wunderschönen Bildern den Zuschauer im Geschehen zu halten. Die Mischung von Komödie und Drama, möchte nicht ganz aufgehen, bietet aber immer wieder auch kleine Highlights.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    The Sisters Brothers
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Wild Bunch Germany
    Regie:
    Jacques Audiard
    Drehbuch:
    Jacques Audiard, Thomas Bidegain, Patrick DeWitt (Roman)
    Kamera:
    Benoît Debie
    Musik:
    Alexandre Desplat
    Genre:
    Western
    Darsteller:
    Joaquín Phoenix, Jon C. Reilly, Jake Gyllenhaal, Riz Ahmed, Rutger Hauer
    Start (DE):
    07.03.2019
    Start (USA):
    19.10.2019
    Laufzeit:
    122 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • The-Sisters-Brothers-Filmkritik.jpg

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