The Great Battle

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  • Einleitung


    2014 avancierte die Verfilmung der legendären Schlacht von Admiral Yi Sun-sin gegen die Japaner bei der Küstenstadt Busan zum erfolgreichsten Film aller Zeiten in Korea. Mit über 17 Millionen Besucher und einem Einspielergebnis von über 120 Millionen US-Dollar alleine in seinem Heimatland konnte die aufwendige Produktion Zuschauer und Kritiker überzeugen. Diente Der Admiral - Roaring Currents bereits eine Schlacht als Vorlage, bei der die Koreaner in großer Unterzahl obsiegten, folgt man mit dem historischen Epos The Great Battle diesem Trend.
    Hier steht die Schlacht an der Ansi Festung im Zentrum, bei der sich Befehlshaber Yang Man-chun mit seiner zahlenmäßig unterlegenen Armee einer chinesischen Streitmacht entgegenstellte.

    Die Regie übernahm Kim Kwang-shik (Tabloid Truth). Yang Man-chun wurde von Jo In-sung (A Dirty Carnival) zum Leben erweckt. Ihm entgegen stellt sich unter anderem Park Sung-woong (New World).

    © 2019 Splendid Film

    Kritik


    Regisseur Kim Kwang-shik kann nicht gerade auf eine aussagekräftige Filmographie zurückblicken. Dem Actionepos The Great Battle gingen lediglich eine Komödie und ein Thriller voraus. Eine Großproduktion sucht man da vergebens. Umso überraschender, dass man das Vertrauen für ein historisches Schlachtenspektakel mit für südkoreanische Verhältnisse hohem Budget jemanden wie Kim anvertraute. Und dem Filmemacher gelang es zumindest optisch meist den Ansprüchen gerecht zu werden. Abgesehen von ein paar holprigen CGI-Effekten, die vor allem in den Massenszenen zum Einsatz kamen und die teilweise etwas undynamischen Kampfszenen, die im Hintergrund vonstatten gehen, erweist sich The Great Battle als visueller Augenschmaus. Vor allem wenn Regisseur Kim von den großen Aufnahmen der Schlachten in die kleinen individuellen Auseinandersetzungen geht, macht das Werk unheimlich viel Spass. Mit viel Zeitlupenszenen und agilen Kamerafahrten, ohne dabei so künstlich wie 300 oder Krieg der Götter zu wirken, werden hier großartig anzuschauende Actionszenen geboten. Untermalt von einem deftig Sound und einem epischen Soundtrack, der zugegebenermaßen teilweise etwas aufdringlich ist, weiß man dennoch, warum man sich epochale Filme mit zahlreichen Schlachten anschaut.
    Die filmische Umsetzung der Actionszenen sind definitiv die größte Stärke von The Great Battle.

    Darüber hinaus überzeugt der Film mit einer gewohnt hochwertigen Ausstattung. Kostüme und Kulissen wirken glaubhaft und katapultieren den Zuschauer gleich ins historische Korea. Einzig die Maske wirkt streckenweise etwas künstlich.
    Dramaturgisch blieben den Autoren recht viele Freiheiten, da über die Schlacht bei der Festung Ansi nur sehr wenig überliefert wurde. Einzig die Heerführer und der Ort sind bekannt, wodurch man allerdings einiges herleiten kann. Dass innerhalb der Festung keine große Streitmacht lagerte, ist ebenso wahrscheinlich, wie die enorme personelle Stärke der Armee des mächtigen chinesischen Kaisers Taizong. Drei Monate soll die Auseinandersetzung zwischen dem chinesischen Kaiser und dem koreanischen Heerführer Yang Man-chun gedauert haben. Wie sich letzterer in großer Unterzahl zur Wehr setzen konnte, blieb in großen Zügen den Autoren überlassen, die sich einige interessante Ideen einfallen ließen. Auch wenn es gerade zum Ende hin deutlich bei der Logik hakt.
    Bei den Dialogen blieb man unauffällig und doch wird während der Schlachten natürlich die ein oder andere heroische Ansprache gemacht, die im Kopf bleibt. Ansonsten konzentrierte man sich bei der Handlung spürbar auf die Schlachten. Große Intrigen oder Verschwörungen in den Führungsebene sucht man bei The Great Battle vergebens. Hier heißt es möglichst unkompliziert von einer Auseinandersetzung in die nächste zu steuern. Allerdings bekommt man dennoch ein recht schönes Gefühl für die Protagonisten. Wenige wichtige Figuren stehen im Zentrum, wodurch es angenehm leicht fällt, den Überblick zu bewahren und für die Charaktere Sympathien zu entwickeln. Eine tiefgreifende Charakterstudie bleibt aber aus.

    © 2019 Splendid Film


    Die Darsteller agieren souverän, auch wenn niemand große Akzente zu setzen weiß. Leider fallen die Komparsen immer mal wieder etwas negativ auf, da diese im Hintergrund hier und da etwas unbeholfen wirken. Ansonsten bewegt man sich schauspielerisch auf solidem Niveau, sodass wenige Ausschläge nach unten aber leider eben auch nicht nach oben zu vernehmen sind.

    The Great Battle ist in erster Linie ein visueller Genuss. Die Action ist imposant und macht sehr viel Spass. Leider kommt das Werk bei Figurenzeichnung und Handlung etwas ins Straucheln, da wenig Tiefgreifendes geboten wird.

    Fazit


    Kim Kwang-shik liefert mit seiner ersten Großproduktion ein optisch mitreißendes Spektakel ab. Die Action überzeugt in fast jedem Augenblick und hinterlässt streckenweise nachhaltige Eindrücke. Leider bleibt The Great Battle dramaturgisch ebenso oberflächlich, wie bei der Figurenzeichnung. Dadurch geht dem Werk zwischen den mitreißenden Actionszenen etwas die Luft aus.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    안시성 (Ansi-seong) / The Great Battle (englischer Titel)
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Next Entertainment World / Splendid
    Regie:
    Kim Kwang-shik
    Drehbuch:
    Kim Kwang-sik
    Kamera:
    Nam Dong-geun
    Musik:
    Yoon Il-sang
    Genre:
    Action, Historie
    Darsteller:
    Jo In-sung, Park Sung-woong
    Start (DE):
    08.03.2019 (Heimkino)
    Start (USA):
    21.09.2018
    Laufzeit:
    136 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • The-Great-Battle-Filmkritik.jpg

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