Star Force Soldier (Uncut)

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  • Einleitung


    Regisseur und Drehbuchautor Paul W. S. Anderson konnte in der Regel nicht gerade mit tiefgründigen Geschichten überzeugen. Dennoch fällt beim Blick auf seine Filmographie auf, dass seine beiden stärksten Werke auch nicht aus seiner eigenen Feder stammten. Zum Einen steht der SciFi-Horror Event Horizon, der aus der Feder von Philip Eisner (Mutant Chronichles) stammte und auf der anderen das Action-Drama Star Force Soldier. Letzteres kann mit David Webb Peoples einen angesehenen Drehbuchautor vorweisen. So war er mitverantwortlich für die Bücher zu unter anderem Blade Runner, 12 Monkeys oder Clint Eastwoods Western Erbarmungslos. Anderson, der bereits zahlreich bewies, dass er zumindest in der visuellen Umsetzung von Filmen zu überzeugen weiß, konnte somit in diesem Fall auch auf ein Drehbuch eines fähigen Autors zurückgreifen.
    Darüber hinaus konnte er mit Actionstar Kurt Russell (Die Klapperschlange), Connie Nielsen (Wonder Woman), Gary Busey (Predator 2), Michael Chiklis (The Shield), Sean Pertwee (Dog Soldiers) und Jason Isaacs (Der Patriot) auf einen vielversprechenden Cast zurückgreifen. Mit den beiden letztgenannten arbeitete er auch bereits bei Event Horizon zusammen.

    In Star Force Soldier steht der Elitesoldat Todd im Mittelpunkt, der seit seiner Kindheit darauf trainiert wird, die perfekte Killermaschine zu sein. Nach etlichen Jahren im erfolgreichen Einsatz rückt eine neue Generation von Soldaten nach, die dank der Wissenschaft noch skrupelloser und leistungsstärker sind. Aussortiert und vermeintlich tot wird Todd auf einem Müllplaneten entsorgt, wo er von Siedlern aufgenommen und gepflegt wird. Das erste Mal in seinem Leben wird er mit Emotionen konfrontiert, die ihn wenig überraschend überfordern.Als die neuen Elitesoldaten auf genau diesem Müllplaneten einen Testlauf absolvieren sollen, kann Todd den Siedlern mit dem zur Seite stehen, was er am besten kann - Kämpfen.

    Die folgende Kritik bezieht sich auf die ungekürzte Version.

    © 2019 Koch Films

    Kritik


    Mit Actionveteran Kurt Russell in der Hauptrolle und einem Marketing, was in erster Linie auf die Action des Films ausgerichtet war, zog Star Force Soldier durch seinen ruhigen Mittelteil einige enttäuschte Zuschauer nach sich. Doch hebt gerade dieser Teil das Werk von der üblichen SciFi-Actionkost ab. Zwar kann man bei einer Laufzeit von gut eineinhalb Stunden, die sich der dramatische Teil auch mit den Actionsequenzen teilt, nicht erwarten, dass man eine tiefgehende Charakterstudie zu sehen bekommt, dennoch berührt der Part und zeichnet ein Bild von einem gebrochenen Mann, der jeglicher Nähe in seinem Leben beraubt wurde. Seine ersten Berührungen im fortgeschrittenen Alter mit genau den Aspekten, die uns Menschen menschlich machen, werden nachvollziehbar dargestellt und visuell gekonnt greifbar gemacht. Auch wenn Hauptdarsteller Kurt Russell in dieser Phase spürbar an seine schauspielerischen Grenzen stößt, so sind es vor allem Connie Nielsen und Sean Pertwee, die das Pärchen darstellen, das ihn bei sich zu Hause aufnimmt, die eine unglaubliche Warmherzigkeit in ihre Rollen einfließen lassen und so die Beziehung zu dem Soldaten mit Leben füllen. Folglich bieten die beiden feinfühligen Darsteller ein berührendes Gegenstück zum kühlen Russell. Dieser überzeugt zwar gewohnt gut als kalter, steifer Elitekämpfer, kommt allerdings bei den inneren Konflikten ins Straucheln.
    Ansonsten bietet der Cast durchweg souveräne Darbietungen, wobei Gary Busey und Jason Isaacs noch einmal herausstechen können. Isaacs als Kommandant der genmanipulierten neuen Soldaten zeigt einmal mehr wie herrlich fies er seine Rollen verkörpern kann. Busey als Kommandant der alten Kämpfer macht vor allem mit seinen großartigen Ratschlägen immer wieder Spass, die man als Zuschauer auch in seinem alltäglichen Leben immer wieder erstklassig platzieren kann. Jason Scott Lee als Rivale von Russell und somit als neuer Supersoldat wird zwar nicht sonderlich viel Material zugeschrieben, macht aber als grimmig dreinschauender Bösewicht einen sehr guten Eindruck.

    © 2019 Koch Films


    Auch in der heutigen Zeit, vielleicht auch gerade jetzt, sind die Effekte von Star Force Soldier erfrischend, da sie selten ausschließlich dem Computer entstammen. Die Raumschiffe sind keine schlecht animierten CGI-Bauwerke, sondern gebaute Modelle. Darüber hinaus gibt es viele echte Explosionen, die für die nötigen Schauwerte während der Actionszenen sorgen. Aber auch die Kulissen wissen zu überzeugen. Vor allem der Müllplanet, auf dem Russell aka Todd entsorgt wird, versprüht einen wundervollen dystopischen Charme. Das Lager der Flüchtlinge auf diesem Planeten bietet ein Zuhause, wo auch der Zuschauer gut ankommen kann und schnell ein Gefühl für das Leben unter den widrigen Umständen bekommt. Aber auch darüber hinaus weiß Regisseur Anderson stets seine Kulissen gekonnt in Szene zu setzen. Ob es die kalte Ausbildungsstätte der Soldaten ist oder der sandige Müllplanet, immer wieder gelingt es dem Filmemacher optisch ansprechende und einnehmende Bilder zu finden. Rauch, Regen und Sandstürme werden als zusätzliche visuelle Unterstützungen einwandfrei eingearbeitet, um das Gesamtwerk noch einmal aufzuwerten.
    Ergänzt von mitreißenden Actionszenen, die einen wunderbaren 80er - 90er Jahre Flair entfalten, bleibt Star Force Soldier durchweg spannend zu schauen. Die Auseinandersetzungen sind dabei nie hektisch geschnitten oder gefilmt, sondern eher ruhig aber optisch ansprechend eingefangen. Dabei ist die Gewaltdarstellung angenehm hart, ohne dabei in exzessive Brutalität zu gleiten.

    Auch wenn die Handlung nicht vor Innovation sprüht, ist sie dennoch stets zweckdienlich und kann, wie oben bereits erwähnt, durch den ruhigen Mittelteil seinen Figuren mehr Profil verschaffen. Generell bietet der Science Fiction-Film einige interessante Charaktere, wovon einige durchgehend sympathisch sind. Dadurch ist einem das Schicksal der meisten Figuren nicht völlig egal und man fiebert beim Showdown zwangsläufig mit. Der Verlust der ein oder anderen Figur geht dann auch nicht spurlos an einem vorbei.

    © 2019 Koch Films


    Star Force Soldier ist ein gelungenes SciFi-Werk, bei dem zwar mehr Tiefgang möglich gewesen wäre, das aber auch so durchweg mitreißen kann. Ein ruhiger und berührender Mittelteil hebt das Werk von einigen Genrevetretern ab. Visuell überzeugend gelang Paul W. S. Anderson mit seinem Actiondrama fraglos eines seiner stärksten Werke.

    Fazit


    Star Force Soldier kann mit sympathischen Figuren und einer überraschend berührenden Geschichte punkten. Dazu liefert Regisseur Paul W. S. Anderson eine visuell einnehmende Inszenierung, die mit starken Actionszenen ausgestattet ist. Seine Kulissen und kreierten Welten versprühen dabei einen besonderen Charme.


    8/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Soldier
    Land:
    USA
    Jahr:
    1998
    Studio/Verleih:
    Warner Bros. / Koch Films
    Regie:
    Paul W. S. Anderson
    Drehbuch:
    David Webb Peoples
    Kamera:
    David Tattersall
    Musik:
    Joel McNeely
    Genre:
    SciFi
    Darsteller:
    Kurt Russell, Jason Scott Lee, Connie Nielsen, Jason Isaacs, Gary Busey, Sean Pertwee, Michael Chiklis
    Start (DE):
    28.03.2019 (Heimkino/Uncut-Premiere)
    Start (USA):
    23.10.1998
    Laufzeit:
    99 Minuten
    FSK:
    keine Jugendfreigabe
    Bilder
    • Starforce-Soldier-Filmkritik-wide.jpg

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    • Starforce-Soldier-Filmkritik.jpg

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